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Nachhaltigkeit, Wiederverwendung und Klimarücksichten im Steinhandwerk

Vom wiederverwendeten Ziegel zur Ökobilanz

Einleitung

Stein ist an sich eines der nachhaltigsten Baumaterialien, die es gibt — es hält Generationen und kann oft wiederverwendet werden. Aber auch im Steinfach ist Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil der Ausbildung und des Alltags geworden, von der Wahl der Arbeitsmethoden bis zur Dokumentation des Klimaabdrucks der Materialien.

Warum die Nachhaltigkeit Einzug in den Beruf gehalten hat

Das Bauwesen verursacht einen großen Teil des gesamten CO2-Ausstoßes Dänemarks, und das hat den Blick darauf gelenkt, wie jedes einzelne Handwerk zu nachhaltigerem Bauen beitragen kann. Für den Steinmetz und den Steintechniker bedeutet das unter anderem Kenntnis davon, was unter nachhaltigem Bauen verstanden wird, wie die UN-Nachhaltigkeitsziele mit der Baubranche zusammenhängen und welche klimapolitischen Ziele Anforderungen an das Bauen der Zukunft stellen.

Ökobilanz (LCA)

Eine Ökobilanz (LCA) betrachtet die gesamte Umwelt- und Klimawirkung eines Materials oder eines Gebäudes — von Gewinnung und Verarbeitung über die Nutzung bis zur Entsorgung oder Wiederverwendung. Für Naturstein bedeutet das unter anderem, dass der Verschnitt bei der Bearbeitung und die Wahl zwischen neuem Stein und wiederverwendetem Stein einen echten Unterschied in der Bilanz machen können. Digitale Werkzeuge zur Dokumentation des Materialverbrauchs nutzen zu können, gehört dazu, wenn man in der Praxis nachhaltig arbeiten will.

Wiederverwendung und Nachbearbeiten von Steinen

Weil Stein so haltbar ist, können alte Steinelemente oft wiederverwendet oder für neue Zwecke umgehauen werden, statt als Abfall zu enden. Recyclingsteine nutzen und umhauen zu können und zweckmäßige und nachhaltige Arbeitsmethoden zu wählen — darunter traditionelle Hautechniken mit Handwerkzeug, statt immer nach der energieintensivsten Lösung zu greifen — ist Teil dessen, was die Ausbildung nachhaltige Steintechnik nennt.

  • 01Beurteile, ob ein alter Stein wiederverwendet oder nachbearbeitet werden kann, bevor er aussortiert wird
  • 02Sortiere und entsorge Bauabfall nach den Vorschriften und unter Rücksicht auf die Ressourcen
  • 03Wähle Arbeitsmethode und Werkzeug sowohl nach der Aufgabe als auch nach der Nachhaltigkeit
  • 04Nutze traditionelle Handtechniken, wo sie eine nachhaltige Alternative zu energieintensiver Maschinenbearbeitung sind

Greenwashing — Vorsicht vor leeren Versprechen

Mit dem wachsenden Interesse an Nachhaltigkeit wächst auch die Gefahr des Greenwashings — dass ein Produkt oder ein Unternehmen grüner erscheint, als es tatsächlich ist. Als Handwerker ist es deshalb nützlich, Nachhaltigkeitszertifizierungen und Kennzeichnungen von Lieferanten mit kritischem Blick beurteilen zu können, statt Wörter wie „nachhaltig“ und „grün“ einfach für bare Münze zu nehmen.

Die Klimapolitik und das Bauwesen

Die klimapolitischen Ziele, die Dänemark und die EU gesetzt haben, wirken sich laufend auf das Bauwesen aus — von Anforderungen an die Dokumentation des Klimafußabdrucks bis zur Förderung von Wiederverwendung und nachhaltigen Materialien. Als gelernter Steinmetz oder Steintechniker ist es von Vorteil, die großen Linien dieser Entwicklung zu kennen, damit du Kunden und Arbeitgeber qualifiziert beraten kannst, wenn in einem Auftrag Fragen zur Nachhaltigkeit auftauchen.