Spalten und Bearbeitungsgrade: die Techniken des Steinmetzen
Vom Rohblock zur fertigen Oberfläche — Schritt für Schritt
Einleitung
Die Arbeit des Steinmetzen beginnt nicht mit dem Finish, sondern mit dem Block. Bevor eine Oberfläche frei herausgehauen werden kann, muss der Stein richtig gespalten und geteilt werden — und das erfordert Verständnis dafür, wie genau dieser Stein brechen wird. Danach übernimmt die Reihe der Bearbeitungsgrade, von der groben Zurichtung bis zum feinsten Finish.
Spalten von Blöcken
Spalten heißt, einen Steinblock entlang seiner natürlichen oder gewünschten Bruchfläche zu teilen. Das kann manuell mit Keil und Federn geschehen, die in eine Reihe von Löchern entlang der Linie geschlagen werden, an der der Stein geteilt werden soll, sodass sich der Druck sammelt und der Stein sauber bricht. Heute wird das manuelle Spalten oft durch maschinelles Teilen ergänzt, bei dem Stein- und Granitblöcke mit Maschinenkraft geteilt werden, während die Prinzipien dahinter — den Adern des Steins zu folgen und die richtige Spannungslinie zu finden — dieselben sind wie in den ältesten Tagen des Handwerks.
- 01Keil und Federn zum manuellen Spalten entlang einer angerissenen Linie
- 02Maschinelles Austeilen von Blöcken in Granit und anderen harten Gesteinsarten
- 03Winkelschleifer für die einleitenden Schnittarbeiten
- 04Ein Verständnis für den petrologischen Aufbau des Steins ist entscheidend, bevor gespalten wird
Bearbeitungsgrade — von roh bis fein
Wenn das Werkstück aufgeteilt ist, wird die Oberfläche über eine Reihe von Bearbeitungsgraden durchgearbeitet — jeder mit eigenem Namen, eigenem Werkzeug und eigenem Ausdruck. Der Grad wird nach der Funktion des Werkstücks gewählt: Eine Trittstufenfläche muss oft rutschfest und grob sein, während eine Inschrift oder eine sichtbare Fassadenfläche einen feineren Finish verlangt.
| Bearbeitungsgrad | Merkmale |
|---|---|
| Spitzen | Grobes, erstes Behauen mit dem Spitzeisen — entfernt den größten Teil des überschüssigen Materials |
| Stocken | Gleichmäßige, geriffelte Oberfläche, geschlagen mit einem Stockhammer mit gezahnter Fläche |
| Riffeln (Scharrieren) | Feineres geriffeltes Muster als beim Stocken, ausgeführt mit einem Riffelhammer/Riffeleisen |
| Skorrering | Die Fläche wird mit scharfen, parallelen Rillen in einem bestimmten Muster bearbeitet |
| Verzahnung | Die Oberfläche wird mit einem gezahnten Meißel bearbeitet, sodass eine regelmäßige gezahnte Spur entsteht |
| Kantensetzen und Fluchten | Die abschließenden Schritte, bei denen Kanten gerichtet und Flächen miteinander in Flucht gebracht werden |
Dekorationshauen und Punktiergerät
Bei Figurenhauerei und Dekorationsarbeit werden Maße von einem Modell oder einer Skizze auf den Stein übertragen, oft mit Hilfe eines Punktiergeräts, das dem Steinmetz erlaubt, genaue Punkte von der Vorlage auf das Werkstück zu übertragen. Das ist eine Technik, die sowohl gutes Handwerksgeschick als auch ein Verständnis für die Eigenart der Stilrichtungen erfordert, damit das Ergebnis zu dem Gebäude oder dem Denkmal passt, in das es eingehen soll.
CNC-Ausrüstung hat heute einen Teil der groben Arbeit übernommen, und eine CNC-bearbeitete Fläche muss oft von Hand nachbearbeitet werden, damit sie den richtigen Ausdruck bekommt und den Anforderungen der einzelnen Aufgabe genügt. Der tüchtige Steinmetz beherrscht deshalb sowohl die klassische Handtechnik als auch die modernen Maschinen — und weiß, wann welche davon die richtige Wahl ist.