Lohn und Bedingungen als Auszubildender und Geselle
So funktionieren die Ausbildungsvergütung, der Tarifvertrag und das Leben als Fachkraft
Einleitung
Einer der großen Vorteile einer Berufsausbildung ist, dass du Geld verdienst, während du lernst. Wenn du einen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb geschlossen hast, bist du als Lehrling angestellt und bekommst eine Ausbildungsvergütung — kein SU. Das macht das Fach attraktiv für dich, wenn du lieber ins Arbeitsleben und zu einem Einkommen kommen willst, als in Vollzeit auf der Schulbank zu sitzen.
Die Ausbildungsvergütung steigt im Lauf der Ausbildung
Das Prinzip der Ausbildungsvergütung ist, dass sie auf einem niedrigeren Niveau beginnt und stufenweise steigt, je weiter du in der Ausbildung kommst. Die Logik ist einfach: je mehr du in der Produktion beitragen kannst, desto mehr ist deine Arbeitskraft wert. Du startest also als neuer Auszubildender und endest kurz vor dem Abschluss nahe am Gesellenniveau.
Der Tarifvertrag setzt den Rahmen
Die Ausbildungsvergütung ist nichts, was sich der einzelne Betrieb einfach ausdenkt. Sie ist in den Tarifverträgen festgelegt, die Arbeitgeber und Gewerkschaften im Industriebereich aushandeln. Der Tarifvertrag beschreibt Mindestsätze, Zulagen, Arbeitszeit, Urlaub und Altersvorsorge — und er stellt sicher, dass du als Auszubildender geordnete Verhältnisse hast, egal in welcher Gießerei du bist.
Willst du die ganz aktuellen Sätze kennen, musst du in den geltenden Tarifvertrag für den Bereich schauen oder deine Gewerkschaft und deinen Arbeitgeber fragen. Die Sätze werden in regelmäßigen Abständen angepasst, deshalb ist es klug, sie direkt an der Quelle bestätigen zu lassen, statt sich auf alte Zahlen zu verlassen.
Bedingungen als fertiger Facharbeiter
Wenn du die Gesellenprüfung bestanden hast, wechselst du vom Auszubildendenlohn zum Facharbeiterlohn. Als gelernter Gießereitechniker bist du ein Spezialist auf dem Arbeitsmarkt, und dein Lohn spiegelt wider, dass du sowohl fortgeschrittene Anlagen bedienen kannst als auch die Metallurgie hinter einem gut gegossenen Werkstück verstehst. Viele Fachkräfte erleben außerdem, dass ihre Erfahrung und eine eventuelle Weiterbildung den Lohn mit der Zeit weiter anheben.
- 01Du wechselst nach der Gesellenprüfung von der Ausbildungsvergütung zum Facharbeiterlohn
- 02Altersvorsorge, Urlaub und Arbeitszeit richten sich nach dem Tarifvertrag
- 03Zuschläge können bei Schichtarbeit, Überstunden oder besonderen Funktionen infrage kommen
- 04Spezialisierung und Weiterbildung können deinen Wert zusätzlich steigern
Denk daran, dass Lohn mehr ist als der Stundensatz. Rentenbeiträge, bezahlter Urlaub, eventuelle Schichtzulagen und der Zugang zu Weiterbildung sind alle Teil des Gesamtpakets — und das lohnt sich mitzunehmen, wenn du Stellen vergleichst.