Arbeitsumfeld, Sicherheit und Ergonomie für Dachdecker
So passt du auf Körper, Haut und Sicherheit auf — damit du den Beruf ein ganzes Arbeitsleben lang ausüben kannst
Einleitung
Ein Dachdecker, der gerade ausgelernt hat, kann sich auf viele Jahre im Fach freuen — wenn Körper und Sicherheit mitkommen. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. Dachdecken bedeutet Arbeit in der Höhe, schweres Heben, Arbeit auf den Knien und den Umgang mit Hitze und offenem Feuer. Nimm Wind, Wetter und Sonne dazu, und du hast ein Fach, in dem es sich auszahlt, vom ersten Tag an an Sicherheit und Körper zu denken.
Die Höhe — das größte Risiko
Der Absturz aus der Höhe ist eines der schwersten Risiken im Bauwesen, und als Dachdecker arbeitest du ständig dort. Deshalb nimmt man Dachzugang, Geländer, Gerüst und Absturzsicherung nicht auf die leichte Schulter. Ein sicheres Dach zum Arbeiten ist eine Voraussetzung, kein Luxus.
- 01Sorge für einen sicheren Zugang zum Dach — Gerüst, Hebebühne oder zugelassene Leiter
- 02Verwende ein Geländer oder eine andere Absturzsicherung an der Kante, wo Absturzgefahr besteht
- 03Auffanggurt verwenden, wo kein Geländer möglich ist
- 04Halte die Dachfläche geräumt, damit du nicht über Material und Schläuche stolperst
- 05Stoppe die Arbeit bei starkem Wind, glattem Untergrund oder schlechtem Licht
Brand und Heißarbeiten
Wenn du Dachbahnen schweißt oder mit dem Brenner arbeitest, arbeitest du mit offenem Feuer auf einem brennbaren Untergrund. Eine Glut kann stundenlang schwelen, bevor sie zum Brand ausbricht. Deshalb gehören feste Vorsichtsmaßnahmen zu heißen Arbeiten: Löschmittel griffbereit, ein Plan dafür, was passieren soll, und eine anschließende Kontrolle des Bereichs.
Die festen Gewohnheiten bei heißen Arbeiten
- 01Halte immer zugelassenes Löschmaterial in Reichweite
- 02Entferne brennbares Material in der Nähe des Arbeitsplatzes oder decke es ab
- 03Behalte den Bereich nach der Arbeit im Auge — Glut kann lange schwelen
- 04Sorge dafür, dass du das erforderliche Zertifikat hast und die Vertragsform einhältst
Ergonomie — der Körper ist dein wichtigstes Werkzeug
Dachdeckerarbeit belastet vor allem Knie, Rücken und Schultern. Du arbeitest oft auf den Knien, trägst schwere Rollen und Materialien aufs Dach und beugst dich über lange Zeiträume nach vorn. Du kannst nicht alles vermeiden, aber du kannst viel tun, um die Belastung zu verteilen.
- 01Verwende Knieschoner oder Knieschutz, wenn du auf der Dachfläche arbeitest
- 02Hebe mit den Beinen, nicht mit dem Rücken — und benutze Hebezeug oder eine Hebebühne für die schweren Materialien
- 03Variiere deine Aufgaben, damit du nicht stundenlang dasselbe machst
- 04Mache Pausen und wechsle die Haltung, bevor sich der Körper beschwert
- 05Trage Material dicht am Körper statt mit ausgestreckten Armen
Wetter, Sonne und Haut
Du arbeitest draußen bei jedem Wetter. Sonne, Wind und Kälte zehren an der Haut, und die Sonne auf einem hellen Dach kann kräftig sein. Trage Arbeitskleidung, die zum Wetter passt, schütze die Haut vor Sonne und trink bei Hitze genug. In älteren Gebäuden kannst du außerdem auf Asbest in alten Dachmaterialien stoßen — bist du im Zweifel, halte an und frag nach, bevor du etwas aufbrichst.
Die guten Gewohnheiten, die ein Leben lang halten
Beim Arbeitsumfeld geht es nicht nur um den einzelnen Tag, sondern um die Summe all deiner Arbeitstage. Die Dachdecker, die am längsten im Beruf durchhalten, sind selten die Stärksten — es sind die, die früh Sicherheit und Ergonomie zur Gewohnheit gemacht haben. Nutze deine Ausrüstung, mach Pausen und sag Nein, wenn etwas nicht verantwortbar ist.
“Du musst nicht zwischen Effizienz und dem Schutz deiner selbst wählen. Auf lange Sicht ist das dasselbe.”