Fort- und Weiterbildung: worauf du nach dem Gesellenbrief aufbauen kannst
Von Kursen und Zertifikaten zum Meister, Techniker und ins Studium
Einleitung
Es ist ein verbreitetes Missverständnis, dass eine Berufsausbildung eine Endstation ist. Die Wahrheit ist eher das Gegenteil: ein Gesellenbrief öffnet viele Türen. Manche Dachdecker wollen sich spezialisieren und im Handwerk noch schärfer werden, andere wollen führen oder ein Unternehmen betreiben, und wieder andere wollen das Handwerk als Sprungbrett zu einer ganz anderen Ausbildung nutzen. Hier ist die Karte der Möglichkeiten.
Kurze Kurse und Zertifikate
Der einfachste Weg, sich zu qualifizieren, führt über kurze Kurse — zum Beispiel AMU-Kurse, die oft nur wenige Tage dauern. Sie geben dir konkrete Kompetenzen und Nachweise, die Arbeitgeber nachfragen, und du kannst sie laufend neben der Arbeit belegen.
- 01Brandschutzmaßnahmen bei Heißarbeiten (Zertifikat für Heißarbeiten)
- 02Gerüstaufbau und Arbeiten in der Höhe
- 03Montage von Dachmembranen und neueren Dachsystemen
- 04Arbeiten an Gründächern und Vorbereitung für Photovoltaik
- 05Arbeitsumfeld, Erste Hilfe und Sicherheit auf der Baustelle
Der Meisterweg — werde dein eigener Chef
Willst du auf Sicht ein eigenes Unternehmen gründen oder Meister werden, kannst du dich in dem qualifizieren, was über das Handwerk selbst hinausgeht: Mitarbeiter zu führen, Angebote zu erstellen, Finanzen zu steuern und ein gesundes Geschäft zu betreiben. Das ist ein naheliegender Weg für dich, wenn du dein Fach liebst und zugleich Lust auf die Verantwortung an der Spitze hast. Du kannst auch den Weg als fachlicher Ausbilder oder Arbeitsleiter in einem größeren Unternehmen gehen.
Weiterführende Ausbildungen
Hast du die Ausbildung als EUX gemacht oder ergänzt du deine Fächer im Nachhinein, kannst du ein weiterführendes Studium aufnehmen. Für einen Handwerker mit baufachlichem Hintergrund gibt es mehrere naheliegende Richtungen, die eine Brücke zwischen Handwerk und Führung oder Projektierung schlagen. Akademieausbildungen lassen sich in Teilzeit neben der Arbeit absolvieren, wenn du Berufserfahrung hast.
| Richtung | Niveau | Womit du danach arbeitest |
|---|---|---|
| Bautechniker / Baukonstrukteur | Erhvervsakademi / Professionsbachelor | Planung und Steuerung von Bauprojekten |
| Baukoordinator / Arbeitsschutzkoordinator | Akademie / Weiterbildung | Koordinierung und Sicherheit auf Baustellen |
| Akademieausbildung in Führung | Akademie (Teilzeit) | Führung von Mitarbeitern und Projekten |
Beachte, dass die Zugangsvoraussetzungen von Ausbildung zu Ausbildung unterschiedlich sind und dass manche bestimmte gymnasiale Fächer verlangen. Prüfe immer die Anforderungen der einzelnen Ausbildung und nutze gegebenenfalls eine Studienberatung.
Spezialisierung innerhalb des Berufs
Du musst das Werkzeug nicht aus der Hand legen, um dich weiterzuentwickeln. Viele Dachdecker entscheiden sich, Spezialisten zu werden: für bestimmte Dachmaterialien und Membranen, für Gründächer, für die Montage von Solarzellen auf dem Dach oder für die Sanierung älterer Dachkonstruktionen. Spezialisierung macht dich zu dem, den man anruft, wenn die Aufgabe schwierig ist — und das bringt oft sowohl besseren Lohn als auch spannendere Arbeit.
“Betrachte den Gesellenbrief als ein Fundament. Was du darauf baust — in die Breite oder in die Höhe — liegt bei dir.”
Halte an der Neugier fest
Unabhängig davon, welchen Weg du wählst, ist die wichtigste Eigenschaft die Neugier. Das Fach entwickelt sich, die Materialien ändern sich, und die Anforderungen wechseln. Die Dachdecker, die am längsten Freude daran haben und am weitesten kommen, sind die, die immer weiter Neues lernen wollen.