Zum Inhalt springen
Artikel·Dachdecker·Sicherheit

Vorschriften, Zulassung und Zertifikate im Dachdeckerhandwerk

Was das Gesetz verlangt und welche Nachweise du für bestimmte Aufgaben brauchst

Einleitung

Viele glauben, dass alle Handwerksberufe eine Zulassung erfordern. Das tun sie nicht. Der Dachdecker ist kein zulassungspflichtiger Beruf wie die Elektro- und Sanitärarbeit, wo das Gesetz eine besondere Genehmigung verlangt, um die Arbeit überhaupt ausführen zu dürfen. Du darfst also Dächer decken, wenn du das Handwerk gelernt hast. Aber das heißt nicht, dass es keine Regeln gibt — die gibt es, und einige davon sind sehr wichtig zu kennen.

Der Gesellenbrief ist dein fachlicher Nachweis

Das wichtigste Papier im Fach ist der Gesellenbrief. Er ist keine Zulassung im Sinne des Gesetzes, aber er ist die Dokumentation dafür, dass du voll ausgebildeter Dachdecker bist. Willst du auf Sicht ein eigenes Unternehmen gründen oder Meister werden, baut das auf diesem Fundament auf. Der Gesellenbrief ist deine Eintrittskarte zu Facharbeit und zu Fort- und Weiterbildung.

Heiße Arbeit — das wichtigste Zertifikat des Berufs

Ein großer Teil der Dachabdichtung erfolgt mit Wärme: Brenner, das Verschweißen von Dachbahnen und anderes, wobei offenes Feuer verwendet wird oder Funken auf oder nahe einem Dach entstehen. So etwas nennt man Heißarbeiten, und sie sind mit einer realen Brandgefahr verbunden. Deshalb haben die meisten Versicherungsgesellschaften es zur Bedingung gemacht, dass derjenige, der Heißarbeiten im Zusammenhang mit Dachabdichtung ausführt, ein Zertifikat hat — typischerweise aus einem anerkannten Kurs zu Brandschutzmaßnahmen.

Anforderung oder nicht?

In Dänemark ist das Zertifikat für Heißarbeiten in erster Linie eine Anforderung der Versicherung und nicht an sich eine gesetzliche Pflicht. In der Praxis läuft es aber auf dasselbe hinaus: Führst du Heißarbeiten ohne das richtige Zertifikat und ohne die vereinbarten Vorkehrungen aus, kann der Versicherungsschutz entfallen, wenn ein Brand entsteht. Deshalb ist der Kurs im Fach nahezu obligatorisch, und das Zertifikat muss in der Regel alle paar Jahre erneuert werden.

Höhenarbeit und Arbeiten auf dem Gerüst

Dachdecker arbeiten fast immer in der Höhe. Willst du bestimmte Gerüsttypen selbst aufbauen, ändern oder abbauen, brauchst du ab einer bestimmten Gerüsthöhe eine besondere Gerüstausbildung. Auch hier sind die Regeln dazu da, Unfälle zu verhindern, und sie gelten, egal wie sicher du dich fühlst. Absturzsicherung und ein korrekter Zugang zum Dach sind nichts, was man überspringt, um Zeit zu sparen.

Weitere Regeln, denen du im Alltag begegnest

  • 01Pflicht zu Brandwache und Löschmitteln bei Heißarbeiten
  • 02Vorschriften für die korrekte Lagerung und Handhabung von Gasflaschen und Brennern
  • 03Pflicht zu persönlicher Schutzausrüstung bei staubenden, heißen oder dampfenden Arbeiten
  • 04Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei Verdacht auf Asbest in älteren Dachmaterialien
  • 05Arbeitsschutzvorschriften zu Heben, Arbeitshaltungen, Zugangswegen und Absturzsicherung

Wer behält die Vorschriften im Auge?

Arbejdstilsynet beaufsichtigt das Arbeitsumfeld auf Baustellen und kann Anordnungen erteilen, wenn die Dinge nicht in Ordnung sind. Es liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers, dass das Arbeitsumfeld sicher ist, aber du trägst als Beschäftigter ebenfalls Mitverantwortung dafür, Schutzausrüstung zu benutzen und die Anweisungen zu befolgen. Der Inhalt der Ausbildung selbst und die Gesellenprüfung werden von dem Fachausschuss entwickelt und gepflegt, der die Berufe Bauwerker, Pflasterer und Dachdecker abdeckt.

Die Vorschriften sind nicht dazu da, dich zu ärgern — es gibt sie, weil ein Funke an der falschen Stelle oder ein Sturz vom Dach sowohl das Haus als auch deine Gesundheit kosten kann.