Im Labor – so entsteht eine Krone
Vom Abdruck und Modell bis zum fertigen Ersatz
Einleitung
Deine Arbeit beginnt dort, wo der Zahnarzt aufhört. Du bekommst entweder einen physischen Abdruck oder einen digitalen Scan und musst daraus einen Ersatz herstellen, der genau passt, hält und natürlich aussieht. Schon eine kleine Ungenauigkeit kann bedeuten, dass die Krone nicht passt – deshalb ist Präzision dein Markenzeichen.
Vom Abdruck zum Modell
Klassisch beginnt die Arbeit mit einem Abdruck, aus dem du ein Gipsmodell gießt – eine genaue Kopie der Zähne und des Kiefers des Patienten. Im modernen Arbeitsablauf bekommst du stattdessen einen digitalen Scan, mit dem du am Computer weiterarbeitest. In beiden Fällen ist das Modell dein Fundament: Alles, was du aufbaust, muss genau dazu passen.
Aufbau und Gestaltung
Danach wird der Zahnersatz selbst geformt. Bei der klassischen Methode baust du die Form der Krone in Wachs auf (Wax-up), das später durch das endgültige Material ersetzt wird. Bei der digitalen Methode gestaltest du die Krone am Bildschirm in einer CAD-Software. Unabhängig von der Methode musst du die Bissfunktion verstehen – wie Ober- und Unterkiefer aufeinandertreffen –, damit der Zahnersatz nicht stört oder falsch abnutzt.
Herstellung im Material
Wenn die Form fertig ist, wird der Zahnersatz im gewählten Material hergestellt. Das kann gegossenes Metall, gepresste oder schichtweise aufgebaute Keramik oder eine per CAD/CAM gefräste oder gedruckte Krone sein. Keramikkronen werden im Ofen gebrannt, um die richtige Festigkeit und Oberfläche zu erhalten. Hier sind Brenntemperaturen, Zeiten und Materialwahl entscheidend – du folgst den Herstellerangaben genau.
Farbe und Ästhetik
Einer der anspruchsvollsten Teile ist, den Zahnersatz an die eigenen Zähne der Patientin oder des Patienten anzupassen. Ein natürlicher Zahn ist nicht einfarbig – er hat Tiefe, Farbwechsel und leichte Transparenzen. Du arbeitest mit Farbskalen und schichtweisem Aufbau, um den richtigen Farbton zu treffen. Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem guten und einem herausragenden Zahntechniker.
- 01Bestimme die Grundfarbe mit einer Farbskala.
- 02Baue Tiefe und Transparenz in Schichten auf.
- 03Passe Glanz und Struktur der Oberfläche an.
- 04Beurteile das Ergebnis in unterschiedlichem Licht.
Anpassung und Finish
Zum Schluss wird der Zahnersatz angepasst, geschliffen und poliert, sodass er auf das Modell passt und eine glatte, natürliche Oberfläche hat. Eine glatte Oberfläche ist nicht nur schöner – auf ihr sammelt sich weniger Belag, und sie ist besser für die Mundhygiene des Patienten. Der Zahnersatz wird gegen Biss und Gegenzähne kontrolliert, bevor er zum Zahnarzt zurückgeschickt wird.
Viele Arten von Arbeiten
Eine Krone ist nur eines deiner Produkte. Du fertigst auch Brücken, die mehrere Zähne ersetzen, Voll- und Teilprothesen, implantatgetragenen Zahnersatz und Schienen gegen Zähneknirschen oder für die Kieferorthopädie. Jede Arbeit hat ihren eigenen Prozess und ihre eigenen Materialien, aber sie alle bauen auf derselben grundlegenden Kette vom Modell bis zur fertigen Politur auf.