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Die Gusstechnik – vom Wachsmodell zur gegossenen Metallkrone

Der klassische Weg zu einem Metallkern, einer Krone oder einer Brücke: Wachs, Einbetten und geschmolzenes Metall

Einleitung

Der Feinguss - oft Wachsausschmelzverfahren genannt - ist eine der ältesten Techniken in der Metallbearbeitung, und er wird in der Zahntechnik weiterhin für Metallgerüste unter Keramik, für ganze Metallkronen und -brücken sowie für Prothesengerüste eingesetzt. Das Prinzip ist einfach zu erklären, erfordert in der Praxis aber große Sorgfalt: Man formt das Gewünschte in Wachs, stellt davon eine Negativform in einer hitzebeständigen Einbettmasse her, brennt das Wachs aus und füllt den entstandenen Hohlraum mit geschmolzenem Metall.

Aufbau in Wachs

Die Arbeit beginnt damit, dass der Zahntechniker den Zahnersatz in Wachs direkt auf einem feuerfesten Modell oder dem originalen Gipsmodell modelliert. Das Wachs bildet die Form der endgültigen Krone oder Brücke genau nach - einschließlich Dicke und Übergänge - denn das Metall übernimmt danach die Form des Wachsmodells bis ins letzte Detail. Ist der Wachsaufbau an einer Stelle zu dünn, wird es auch das Metall, und das kann zu einer schwachen Konstruktion führen.

Vom Wachs zum Hohlraum: das Einbetten

Das Wachsmodell wird mit einem oder mehreren Angusskanälen (Sprue genannt) versehen, die später das flüssige Metall in die Form leiten. Das Modell wird anschließend in einen Gussring montiert, der mit einer hitzebeständigen Einbettmasse gefüllt wird - für die meisten Metalllegierungen typischerweise phosphatgebunden. Die Masse wird flüssig um das Wachsmodell gegossen und härtet zu einem harten, porösen Block aus, der die Oberfläche des Modells in allen Details genau abbildet.

Ausbrennen und der Guss selbst

Der Gussring wird in einen Ausbrennofen gestellt, in dem die Temperatur schrittweise erhöht wird, bis das Wachs schmilzt und schließlich vollständig verbrennt. Zurück bleibt ein präziser Hohlraum mit genau derselben Form und demselben Volumen wie das ursprüngliche Wachsmodell - daher der Name Wachsausschmelzverfahren. Danach wird das Metall, typischerweise eine Kobalt-Chrom-Legierung oder eine Edelmetalllegierung, bei hoher Temperatur geschmolzen und mit Hilfe von Zentrifugalkraft oder Vakuum-Druckguss in den noch glühenden Hohlraum gepresst oder geschleudert, sodass es bis in die feinsten Details gelangt, bevor es erstarrt.

  • 011. Wachsaufbau auf dem Modell - Form und Dicke des Zahnersatzes werden genau modelliert.
  • 022. Anbringen der Angusskanäle (sprue) für die spätere Metallzufuhr.
  • 033. Einbetten in eine hitzebeständige, phosphatgebundene Einbettmasse.
  • 044. Ausbrennen, bei dem das Wachs vollständig aus der Form entfernt wird.
  • 055. Der eigentliche Guss mit geschmolzenem Metall unter Zentrifugal- oder Vakuumkraft.
  • 066. Ausräumen der Vergussmasse und Nachbearbeitung der gegossenen Konstruktion.
LegierungstypEigenschaftTypische Anwendung
Kobalt-ChromSteif, stark und verhältnismäßig günstigKronen, Brücken, Prothesengerüste
Edelmetall (Goldlegierung)Gute Bearbeitbarkeit, hohe BiokompatibilitätKerne unter Keramik, klassische Goldkronen

Auch wenn viele Labore Metallkonstruktionen heute digital aus einem festen Block fräsen, wird die Gusstechnik im Grundverlauf der Ausbildung weiterhin gründlich gelehrt. Sie vermittelt ein ganz konkretes Verständnis dafür, wie Metall sich beim Erwärmen, Abkühlen und Erstarren verhält - ein Verständnis, das genauso nützlich ist, wenn man später eine gefräste Konstruktion beurteilen oder einen Fehler an einer Arbeit suchen muss, die nicht passt.

Metall versteht man erst wirklich, wenn man es in den eigenen Händen hat fließen und erstarren sehen.