Die IKT-Verordnung: BIM-Anforderungen im öffentlichen Bauwesen
Wann Gebäudemodelle, IFC und eine digitale Abgabe gefordert sind
Einleitung
Wenn du an einem Projekt für den Staat, eine Region, eine Kommune oder eine gemeinnützige Wohnungsorganisation zeichnest, ist es sehr wahrscheinlich, dass deine Modelle unter die IKT-Verordnungen fallen — Verordnung Nr. 118 vom 6. Februar 2013 über die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologie im öffentlichen Bauwesen und Nr. 119 vom 7. Februar 2013 für den gemeinnützigen Wohnungsbau. Sie verpflichten den Bauherrn, über die gesamte Bausache hinweg digitale Methoden zu fordern, und diese Anforderungen landen auf den Tischen des Zeichenbüros.
Wann gelten die Anforderungen?
Die Verordnungen gelten oberhalb bestimmter Betragsgrenzen: Für staatliches Bauen gelten die Anforderungen ab einer geschätzten Auftragssumme von über 5 Mio. DKK ohne Mehrwertsteuer, während die Grenze für regionales, kommunales und gemeinnütziges Bauen bei 20 Mio. DKK ohne Mehrwertsteuer liegt. Unterhalb der Grenzen kann der Bauherr weiterhin freiwillig IKT-Anforderungen stellen — und viele tun das, weil der Gewinn aus strukturierter digitaler Zusammenarbeit derselbe ist.
Die zentralen Anforderungen
- 01Digitale Kommunikation und Projektweb: der gesamte Austausch von Projektunterlagen erfolgt über ein gemeinsames digitales System.
- 02Objektbasierte Gebäudemodelle: Die Planung beruht auf BIM-Modellen, in denen Bauteile Objekte mit Eigenschaften sind — nicht bloß Striche.
- 03Austausch und Übergabe in IFC: Modelle müssen im offenen, herstellerneutralen IFC-Format übergeben werden können, damit der Bauherr nicht an ein einziges CAD-Programm gebunden wird.
- 04Digitale Ausschreibung und Angebote, einschließlich Ausschreibungen mit Mengen bei relevanten Projekten.
- 05Digitale Übergabe: Betriebs- und Instandhaltungsdaten werden strukturiert übergeben, sodass sie im Gebäudebetrieb genutzt werden können.
- 06Digitale Mängelinformation bei der Übergabe.
Die IKT-Vereinbarung verteilt die Verantwortung
Die Anforderungen werden in der IKT-Vereinbarung des Projekts konkretisiert (oft mit einem IKT-Prozesshandbuch), die Dateibenennung, Koordinatensystem und Nullpunkt, Informationsniveaus für Objekte, wem welche Modelle gehören und wie die Kollisionsprüfung durchgeführt wird, festlegt. Als technischer Designer ist das ein Dokument, das du lesen solltest, bevor du den ersten Strich zeichnest — es entscheidet, wie dein Modell strukturiert sein muss und was es wann enthalten soll.
Dein Alltag unter IKT-Anforderungen
| Phase | Typische Aufgabe für den technischen Designer |
|---|---|
| Planung | Bauteile als korrekte Objekte mit vereinbarten Eigenschaften modellieren |
| Koordinierung | An der Kollisionsprüfung zwischen den Fachmodellen (Architektur, Tragwerk, Installationen) teilnehmen |
| Ausschreibung | Mengen aus dem Modell für beschreibende Mengenverzeichnisse ziehen |
| Ausführung | Modelle nach Änderungen überarbeiten, damit das As-built dem Gebauten entspricht |
| Abgabe | IFC exportieren und Betriebs- und Wartungsdaten für die digitale Übergabe strukturieren |
Die Kollisionsprüfung verdient ein eigenes Wort: Wenn die Modelle des Architekten, des Tragwerksplaners und des Fachplaners für die Gebäudetechnik übereinandergelegt werden, findet die Software die Stellen, an denen ein Lüftungskanal auf einen Träger trifft oder ein Abfluss ein Fundament kreuzt. Jede Kollision, die am Bildschirm gefunden wird, ist ein Fehler, der nicht teuer auf der Baustelle gelöst werden muss — und es ist oft der technische Designer, der die Modelle für die Prüfung aufbereitet und sie danach korrigiert.
Die IKT-Verordnungen sind mit anderen Worten keine Bürokratie obendrauf — sie beschreiben, wie moderne Bauprojekte tatsächlich digital zusammenarbeiten. Kannst du ein gut strukturiertes Modell, einen sauberen IFC-Export und eine dokumentierte Übergabe liefern, bist du genau der Dokumentationsspezialist, auf den die Kompetenzziele abzielen.