Zum Inhalt springen

Schnitte, Ausschnitte und Schnittdarstellungen in der technischen Zeichnung

So zeigst du das, was sonst verborgen bliebe

Einleitung

Viele Werkstücke haben einen inneren Aufbau, der von außen nicht zu sehen ist. Würde man sie nur mit gestrichelten verdeckten Kanten zeichnen, würde die Zeichnung schnell unlesbar. Die Lösung ist der Schnitt: Man stellt sich vor, das Werkstück sei durchgeschnitten, entfernt den vorderen Teil und zeichnet die freigelegte Fläche. Das macht die Innengeometrie deutlich und bemaßbar.

Schnittlinie und Blickrichtung des Schnitts

Wo der Schnitt liegt, wird mit einer Schnittlinie in einer anderen Ansicht gezeigt. Pfeile an der Schnittlinie geben an, in welche Richtung man in das Werkstück hineinschaut, und der Schnitt wird mit Buchstaben benannt, sodass man sehen kann, welche Schnittansicht zu welcher Schnittlinie gehört. So kann der Leser immer zurückfinden, wo der Schnitt genommen wurde.

Schraffur der Schnittfläche

Die Fläche, an der das „Messer“ durch das Material geschnitten hat, wird mit einer Schraffur gekennzeichnet — typischerweise schräge, gleichmäßig verteilte Linien. Die Schraffur zeigt, was festes Material ist, im Unterschied zu Hohlräumen und Öffnungen. Sitzen mehrere Teile im selben Schnitt zusammen, werden sie in unterschiedlicher Richtung oder mit unterschiedlichem Abstand schraffiert, damit man sieht, wo das eine Teil endet und das nächste beginnt.

Schnittarten

  • 01Durchschnitt: Das Werkstück wird auf einer durchgehenden Linie ganz durchgeschnitten.
  • 02Halbschnitt: Symmetrische Werkstücke werden auf derselben Zeichnung halb im Schnitt und halb in Außenansicht dargestellt.
  • 03Teilschnitt (Ausbruch): Nur ein lokaler Bereich wird geschnitten, abgegrenzt durch eine Freihand-Bruchlinie.
  • 04Versetzter Schnitt: Die Schnittlinie knickt, sodass mehrere interessante Stellen in einem Schnitt gezeigt werden können.
  • 05Gedrehter Schnitt: Ein Querschnitt wird in die Zeichenebene gedreht, um die Form des Querschnitts zu zeigen.

Wann wählt man einen Schnitt?

Ein Schnitt soll die Zeichnung leichter verständlich machen — nicht sie mit mehr Ansichten füllen als nötig. Verwende einen Schnitt, wenn die innere Geometrie wichtig ist, um das Werkstück zu fertigen oder zusammenzubauen, und halte dich an die einfachste Schnittart, die die Aufgabe löst. Ein gut gewählter Halbschnitt oder Teilschnitt ist oft klarer als ein Vollschnitt, der mehr zeigt, als der Leser braucht.

Schnitte im Zusammenhang mit der Bemaßung

Der Schnitt ist nicht nur zum Ansehen da — oft werden dort die Innenmaße platziert. Sorge dafür, dass die Maße, die zur inneren Geometrie gehören, in der Schnittdarstellung gesetzt werden, wo sie tatsächlich abgelesen werden können, und nicht in einer Außenansicht, in der die Geometrie verdeckt ist.