Absturz aus der Höhe und Absturzsicherung bei Dacharbeiten
Geländer vor Gurt — so sagt es die AT-vejledning (Anleitung des Arbejdstilsynet, der dänischen Arbeitsaufsicht), und so baust du sicher
Einleitung
Zimmerer, Bodenleger und Reetdachdecker arbeiten oft in der Höhe, und Sturzunfälle gehören zu den schwersten im Beruf. Ein Sturz aus wenigen Metern kann bleibende Schäden verursachen oder das Leben kosten. Deshalb ist Absturzsicherung nichts, was man von Tag zu Tag abwägt — sie ist durch die Leitlinien von Arbejdstilsynet (dänische Arbeitsaufsicht) geregelt, und die Regeln müssen jedes Mal befolgt werden, wenn in der Höhe gearbeitet wird.
Kollektive Sicherung vor individueller
Das tragende Prinzip in der Anleitung des Arbejdstilsyn (dänische Arbeitsaufsicht) ist, dass kollektive Sicherheitsmaßnahmen Vorrang vor individuellem Schutz haben. Das heißt, dass Geländer, Schutzwände, Gerüst, Überdachung, Laufstege, Dachleitern und Sicherheitsnetze immer erwogen und eingesetzt werden müssen, bevor man zur persönlichen Absturzsicherung mit Gurt und Seil greift. Kollektive Sicherung schützt alle auf der Baustelle auf einmal und verlangt nicht, dass der Einzelne daran denkt, sich anzuseilen.
Die 2-Meter-Regel
Bei Arbeiten oder Verkehr näher als 2 Meter an einer Dachkante besteht Absturzgefahr. Muss weiter als 2 Meter von der Kante entfernt gearbeitet werden, kann die Gefahr mit einer deutlichen und haltbaren Absperrung gesichert werden, die mindestens 2 Meter von der Kante entfernt angebracht ist. Kommt man näher heran, muss eine echte Kantensicherung eingerichtet werden — typisch ein Geländer oder ein Gerüst, das über die Dachkante hinausragt.
Ein Geländer, das hält
Geländer und Schutzwände, die auf der Baustelle gebaut werden, müssen nach DS/EN 13374 über temporäre Geländersysteme oder auf einem gleichwertigen Sicherheitsniveau errichtet werden. Das Geländer muss standhalten können, wenn eine Person dagegen fällt, und es muss mindestens Holz der Klasse C16 verwendet werden, wenn das Geländer aus Holz gebaut wird. An Giebeln muss ein Geländer aufgestellt werden, wenn die Absturzhöhe mehr als 2 Meter beträgt.
- 01Handlauf, Knieleiste und Fußleiste — damit man weder darüber, darunter noch hindurch fallen kann
- 02Solide Befestigung — das Geländer muss den Stoß einer stürzenden Person aufnehmen können
- 03Rundum — Kanten, Giebel, Löcher und Aussparungen müssen alle gesichert werden
- 04Durchsturz — Öffnungen in Dach und Decken werden mit befestigten, tragfähigen Platten abgedeckt
Persönliche Absturzsicherung
Wenn kollektive Sicherung nicht möglich ist, wird persönliche Absturzsicherung verwendet: ein Auffanggurt, der über eine Verbindungsleitung mit Falldämpfer an einem sicheren Anschlagpunkt befestigt ist. Die Beschäftigten müssen in der Benutzung der Ausrüstung geschult und unterwiesen sein, bevor sie eingesetzt wird, und die Ausrüstung muss regelmäßig geprüft werden. Ein Gurt, der falsch eingestellt oder an einem zu schwachen Punkt angeschlagen ist, gibt trügerische Sicherheit.
| Situation | Anforderung |
|---|---|
| Bewegung/Arbeit näher als 2 m an der Dachkante | Absturzsicherung (Geländer/Gerüst) oder Auffanggurt |
| Arbeiten mehr als 2 m von der Kante entfernt | Deutliche, haltbare Absperrung mind. 2 m vom Rand |
| Auf der Baustelle gebautes Geländer | DS/EN 13374, mindestens Holz der Klasse C16 |
| Löcher in Dach/Decke | Befestigte, tragfähige Abdeckung |
Die Absturzsicherung ist eine gemeinsame Verantwortung auf der Baustelle. Arbeiten mehrere Unternehmen gleichzeitig, müssen die Maßnahmen gemeinsam abgestimmt und eingerichtet werden. Als Handwerker hat man sowohl das Recht als auch die Pflicht, Nein zu sagen, wenn die Sicherung nicht in Ordnung ist — keine Aufgabe ist es wert, dafür abzustürzen.