Bodenverlegung: Böden auf Lagerhölzern, schwimmende Böden und Unterböden
Von Lagerhölzern und Unterklotzung bis zum frei beweglichen Boden — die Grundformen des Bodenlegers
Einleitung
Ein Holzboden ist lebendig. Er nimmt mit den Jahreszeiten Feuchtigkeit auf und gibt sie ab und dehnt sich quer zur Faser aus und zieht sich zusammen. Ein Bodenleger, der das nicht berücksichtigt, bekommt im Winter Fugen und im Sommer Beulen. Deshalb geht es beim guten Bodenlegen genauso sehr darum, dem Boden Platz zum Bewegen zu geben, wie darum, ihn schön und eben zu verlegen.
Arten von Unterböden
Der Unterboden ist das, worauf der sichtbare Fußboden ruht. Er kann je nach Gebäude auf mehrere Arten aufgebaut sein: als Lagerholzboden auf Lagerhölzern, als Plattenunterboden oder als Ausgleichsschicht aus Beton. Die Wahl hängt vom Untergrund ab, von den Anforderungen an den Trittschall und davon, wie viel Bauhöhe zur Verfügung steht.
- 01Lagerboden — Dielen oder Platten werden auf Lagerhölzer (Balken) gelegt, die vom Untergrund aus aufgeklotzt werden
- 02Schwimmender Boden — die Bodenfläche bewegt sich über eine elastische Zwischenschicht frei gegenüber dem Untergrund
- 03Plattenunterboden — Platten bilden einen ebenen, stabilen Untergrund für den endgültigen Belag
- 04Ausgleichsschicht — eine verputzte oder fließende Schicht, die eine unebene Betondecke ausgleicht
Der Lagerboden und die Aufklotzung
Bei einem Lagerholzboden werden die Lagerhölzer so lang wie möglich und möglichst ohne Stöße verlegt, weil jeder Stoß eine Schwachstelle ist. Die Lagerhölzer werden vom Untergrund aufgeklotzt, damit der Boden in die Waage kommt, und die Klötze verteilen die Belastung. Ist ein Stoß notwendig, muss mit zusätzlichen Klötzen ergänzt werden, und der Abstand zwischen den Klötzen rund um den Stoß wird um mindestens 10 % verringert, damit der Stoß nicht zu einer Schwachstelle wird, die nachgibt.
Bewegungsfugen und Anpassung
Weil Holz quer zur Faser arbeitet, muss entlang aller Wände und festen Gegenstände immer eine Bewegungsfuge vorhanden sein. Die Fuge wird unter der Fußleiste verdeckt, aber sie ist nicht bloß Kosmetik — ohne sie drückt der Boden beim Ausdehnen gegen die Wände und wölbt sich auf. Bei großen Bodenflächen und in Übergängen zwischen Räumen werden zusätzlich Dehnungsfugen eingebaut, die die Fläche in Felder unterteilen, innerhalb derer der Boden arbeiten kann.
Klima und Feuchte vor der Verlegung
Bevor das Verlegen des Bodens beginnt, müssen Gebäude und Material im richtigen Klima sein. Massivholzböden und Parkett haben ab Werk typischerweise einen Feuchtegehalt von rund 8 % (±2 %) und müssen an den Raum akklimatisiert werden, in dem sie liegen sollen. Erfolgt das Verlegen in einem zu feuchten oder zu trockenen Raum, gerät der Boden aus dem Gleichgewicht, sobald sich das Klima normalisiert. Die Restfeuchte in einem Betonunterboden muss außerdem gemessen und gesenkt sein, bevor man einen Holzboden darauf verlegt — das wird in einem eigenen Artikel behandelt.
| Bodenaufbau | Festigkeit | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Lagerboden auf Lagerhölzern | Gleicht unebenen Untergrund aus, Platz für Installationen | Ältere Geschossdecken, Renovierung |
| Schwimmender Boden | Gute Trittschalldämmung, schnelle Verlegung | Wohnungen, Laminat und Lamellenparkett |
| Plattenunterboden | Ebener und stabiler Untergrund | Unter Teppich, Vinyl und Linoleum |
| Vollflächig verklebter Boden | Stabil, kein Hohlklang | Massive Holzböden auf geeignetem Untergrund |
Das Bodenlegen ist ein Fach im Fach. Es verlangt Verständnis für die Bewegungen des Holzes, für den Zustand des Untergrunds und für die akustischen und feuchtetechnischen Anforderungen im einzelnen Gebäude. Ein Boden, der mit Respekt vor allen dreien verlegt wurde, liegt viele Jahre eben, still und rissfrei.