Manuelle Handhabung und Ergonomie in den Holzberufen
Dicht am Körper, in die Knie gehen — dann hält der Rücken ein ganzes Arbeitsleben
Einleitung
Die Holzfächer sind körperliche Arbeit. Man hebt Bauholz, trägt Platten, arbeitet beim Bodenverlegen auf den Knien und bei Deckenarbeiten über Kopf. Die Belastung gehört zum Fach, der Verschleiß aber nicht zwangsläufig. Mit der richtigen Technik und den richtigen Hilfsmitteln kann man auf den Körper aufpassen, sodass er ein ganzes Arbeitsleben durchhält — und das beginnt damit, zu verstehen, was ihn am meisten belastet.
Der Abstand vom Körper entscheidet alles
Die Anleitung des Arbejdstilsynet zum Heben geht vom Gewicht der Last und ihrem Abstand vom Körper während des Hebens aus. Je weiter weg vom Rücken die Last gehalten wird, desto stärker wird der Rücken belastet — dasselbe Heben kann körpernah unschädlich und mit gestreckten Armen schädlich sein. Deshalb lautet die wichtigste Einzelregel, die Last dicht an den Körper zu halten.
| Abstand vom Körper | Obere Grenze für das Heben (Richtwert) |
|---|---|
| Dicht am Körper | Bis zu ca. 50 kg |
| Unterarmabstand | Bis zu ca. 30 kg |
| 3/4 Armabstand | Bis zu ca. 15 kg |
Tragen über eine Strecke
Muss die Last im Gehen getragen werden, verringern sich die Grenzen deutlich. Wird die Last über mehr als etwa 2 Meter getragen, sinkt das Richtwert-Höchstgewicht — körpernah von etwa 50 auf etwa 20 kg und im Unterarmabstand von etwa 30 auf etwa 12 kg. Beim Tragen sollte der Transport außerdem höchstens etwa 20 Meter auf ebenem Untergrund betragen. Längere Wege oder Treppen erfordern Hilfsmittel oder mehrere Personen.
Gute Hebetechnik
- 01Beuge die Knie, halte den Rücken gerade und hebe mit den Beinen statt mit dem Rücken
- 02Halte die Last dicht am Körper — vermeide es, die Arme auszustrecken
- 03Vermeide es, den Rücken während des Hebens zu verdrehen; setze stattdessen die Füße um
- 04Plane den Hub: Ist der Weg frei, und wohin soll die Last, bevor du hebst?
- 05Teile die Last auf oder hebt zu zweit, wenn sie zu schwer oder unhandlich ist
Hilfsmittel und Arbeitshaltungen
Ein großer Teil der Belastung lässt sich mit Hilfsmitteln beseitigen: Plattenheber, Sackkarren, Gipsplattenwagen, Scherenhebebühnen und Plattenwagen ersparen dem Rücken die schwersten Griffe. Beim Bodenlegen leiden die Knie, und gute Knieschoner sind eine billige Versicherung gegen Arthrose. Bei Arbeiten über Kopfhöhe werden Schultern und Nacken belastet — hier helfen Gerüste und Arbeitsplattformen, die die Arbeit auf eine gute Höhe bringen.
Bei Ergonomie geht es nicht darum, schwach zu sein — es geht darum, klug mit dem Körper umzugehen. Die Handwerker, die Technik und Hilfsmittel nutzen, können länger arbeiten, mit weniger Schmerzen und weniger Krankheitstagen. Das ist eine Fähigkeit, die genauso zum Beruf gehört wie gerade zu sägen und richtig zu messen.