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Trittschall und Akustik in Bodenkonstruktionen

Vom schwimmenden Unterboden bis zur elastischen Zwischenschicht — so wird der Trittschall gedämmt

Einleitung

Wenn die Nachbarin über einem über den Boden geht, pflanzt sich der Schall durch die Konstruktion als Trittschall fort. Das ist eine der störendsten Lärmarten in Mehrfamilienhäusern, gerade weil er von unten nach oben kommt und sich nicht durch Schließen des Fensters aussperren lässt. Der Fußbodenaufbau ist der wichtigste Einzelfaktor dafür, wie viel Trittschall durchkommt, und deshalb ist Akustik ein Teil des Bodenlegerberufs.

Trittschall und Luftschall

  • 01Trittschall — Körperschall von Schritten, verschobenen Möbeln und fallenden Gegenständen, der sich durch die Decke selbst fortpflanzt
  • 02Luftschall — luftübertragener Schall wie Sprache und Musik, der durch die Konstruktion dringt
  • 03Flankenübertragung — Schall, der über angrenzende Wände und Konstruktionen am Boden vorbeiläuft

Der schwimmende Boden dämpft am besten

Das Prinzip einer guten Trittschalldämmung besteht darin, die feste Verbindung zwischen der Bodenfläche und der tragenden Decke zu unterbrechen. Das leistet ein schwimmender Estrich, bei dem der Boden auf einer elastischen Zwischenschicht ruht, statt fest auf der Decke aufzuliegen. Die größte Gesamtdämmung erreicht man typischerweise mit einem schweren schwimmenden Unterboden — zum Beispiel aus Beton — der auf einer schallabsorbierenden Matte verlegt wird und obenauf einen vollflächig verklebten, weichen Belag trägt. Masse und Elastizität arbeiten hier zusammen.

Vermeide Schallbrücken

Eine einzige feste Verbindung zwischen der Bodenfläche und der Decke oder der Wand kann die gesamte Dämmung zunichtemachen. Eine Schraube, die durch die elastische Schicht reicht, ein Mörtelklecks oder eine Sockelleiste, die den Boden gegen Boden und Wand klemmt, bildet eine Schallbrücke, durch die der Schall an der weichen Konstruktion vorbeiläuft. Deshalb muss der Boden mit einer Fuge frei von den Wänden gehalten werden, und Durchdringungen sind zu vermeiden oder mit weichen Manschetten auszuführen.

LösungWirkung auf den Trittschall
Fester Bodenbelag direkt auf der DeckeGeringe Dämpfung, der Schall pflanzt sich fort
Schwimmender Boden auf elastischer MatteGute Dämpfung, unterbricht die Verbindung
Schwerer schwimmender Unterboden + weicher BelagBeste Gesamtdämpfung
Schallbrücke (Schraube, Mörtel, eingeklemmte Latte)Zerstört die Dämpfung örtlich

Die Rolle der Beschichtung

Auch der oberste Belag zählt. Ein weicher, vollflächig verklebter Textil- oder elastischer Belag dämpft die hohen Frequenzen im Trittschall besser als ein harter Holzboden oder Fliesen. Oft ist es die Kombination, die zählt: Ein schwimmender Unterboden nimmt die tiefen Frequenzen und den Körperschall, während der weiche Belag die scharfen Schrittgeräusche nimmt. Die Bodenlegerin und der Bodenleger müssen das Zusammenspiel kennen, um richtig beraten und ausführen zu können.

Akustik ist unsichtbar, aber spürbar. Ein Kunde beurteilt einen Boden nicht danach, wie schön er verlegt ist, sondern danach, ob in der Wohnung darunter Ruhe herrscht. Deshalb ist das Verständnis für Trittschall und die richtigen Bodenaufbauten eine der Fertigkeiten, die den professionellen Bodenleger vom Amateur unterscheiden.