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Artikel·Uhrmacher·Sicherheit

Arbeitsumfeld und Ergonomie an der Uhrmacherbank

Augen, Haltung und Hände müssen ein ganzes Arbeitsleben halten

Einleitung

Uhrmacherarbeit sieht ruhig und ungefährlich aus, und in vieler Hinsicht ist sie auch eines der schonenderen Handwerke. Aber gerade weil die Arbeit sitzend und eintönig ist und hohe Konzentration dicht an kleinen Werkstücken erfordert, zehrt sie auf leise Weise am Körper. Ein gutes Arbeitsumfeld bedeutet hier, die Schäden zu vermeiden, die sich über Jahre aufbauen.

Das Sehvermögen ist dein wichtigstes Werkzeug

Du arbeitest mit Teilen, die manchmal die Größe eines Sandkorns haben. Deshalb benutzt du einen großen Teil des Arbeitstages Lupe und Vergrößerung, und deine Augen arbeiten hart. Mach Pausen, in denen du etwas weit Entferntes ansiehst, damit sich die Augenmuskeln entspannen, und sorge dafür, dass Lupe und Arbeitsabstand zu genau deinen Augen passen. Ermüden deine Augen jeden Tag, ist das ein Signal, das du ernst nehmen musst.

Beleuchtung

Gute Beleuchtung ist entscheidend, sowohl für die Qualität deiner Arbeit als auch für deine Augen. Das Licht muss kräftig genug sein, damit du Details erkennst, darf aber nicht blenden oder harte Schatten werfen, die das Werkstück verdecken. Eine Kombination aus guter Allgemeinbeleuchtung im Raum und einer verstellbaren Arbeitsleuchte an der Werkbank ist meist die beste Lösung.

Haltung und Ergonomie

Die klassische Uhrmacherhaltung — stundenlang vornübergebeugt über der Werkbank — ist hart für Nacken, Schultern und Rücken. Richte deinen Arbeitsplatz so ein, dass du mit geradem Rücken, abgestützten Ellenbogen und der Werkbank in der richtigen Höhe sitzen kannst. Viele Uhrmacherbänke sind höher als gewöhnliche Tische, gerade damit du dich nicht so weit nach vorn beugen musst.

  • 01Stelle Stuhl und Werkbank so ein, dass Ellbogen und Unterarme abgestützt sind
  • 02Halte Bildschirm, Lupe und Werkstück auf einer Höhe, die den Nacken nicht nach vorn zwingt
  • 03Wechsle die Haltung und steh in regelmäßigen Abständen auf
  • 04Mache kleine Dehnübungen für Nacken, Schultern und Hände

Hände und Feinmotorik

Deine Hände sind zusammen mit den Augen das wichtigste Werkzeug des Fachs. Wiederholte, feine Bewegungen können mit der Zeit zu Belastungsschäden führen, wenn du nicht zwischen Aufgaben wechselst und den Händen Pausen gönnst. Werkzeug mit guten Griffen und ein Arbeitsplatz, an dem du die Hand nicht unnötig anspannen musst, helfen dir, die Feinmotorik über ein langes Arbeitsleben scharf zu halten.

Chemie und körperliche Einwirkungen

Auch wenn du nicht mit schweren Maschinen arbeitest, kommst du mit Reinigungsmitteln, Ölen und Klebstoffen in Berührung. Manche dieser Stoffe erfordern, dass du eine Absaugung, Handschuhe oder andere Schutzausrüstung benutzt, und einzelne erfordern einen gesetzlich vorgeschriebenen Kurs, bevor du mit ihnen arbeiten darfst. Lies immer das Sicherheitsdatenblatt und benutze den richtigen Schutz — auch wenn die Mengen klein sind.

Gute Arbeitsbedingungen an der Werkbank betreffen deshalb nicht seltene, große Unfälle, sondern die vielen kleinen Entscheidungen jeden Tag. Nimmst du sie vom ersten Lehrjahr an ernst, halten Augen, Rücken und Hände über die vielen Jahre, die ein Uhrmacherleben dauern kann, weit besser durch.