Einleitung
Wenn du die Gesellenprüfung bestanden hast und dich Uhrmacher nennst, bist du bereit, selbstständig im Fach zu arbeiten. Aber eine Gesellenausbildung ist nie eine Endstation — sie ist ein Fundament, auf dem du weiterbauen kannst. In einem Fach, in dem sich sowohl die Technik als auch die Uhren der Kunden weiterentwickeln, gehört fortlaufendes Lernen dazu, gut zu sein.
Weiterbildung im Fach
Als gelernter Uhrmacher hast du die Möglichkeit, an Weiterbildungen teilzunehmen, die deine Kompetenzen aktuell halten. Im Rahmen des Tarifvertrags können Beschäftigte Anspruch auf eine bestimmte Anzahl Wochen Weiterbildung haben, und du kannst in manchen Fällen während der Ausbildung Lohn erhalten, während dein Arbeitgeber eine Erstattung beantragen kann. Das macht es leichter, im Job weiterzulernen.
Spezialisierte Techniken
Manche Techniken gehen über die eigentliche Grundausbildung hinaus und werden in speziellen Kursen gelernt. Ein Beispiel sind feinmechanische Schweiß- und Laserverfahren, mit denen sich sehr kleine Teile mit minimaler Wärmeeinwirkung reparieren lassen. Solche Techniken zu beherrschen kann dich zu einem gefragten Spezialisten machen, der Aufgaben löst, die andere weitergeben müssen.
- 01Kurse in besonderen Reparatur- und Schweißtechniken
- 02Marken- und Lieferantenkurse bei Importeuren
- 03Kurse in der Restaurierung älterer, mechanischer Uhren
- 04Auffrischung im Bereich Uhrenelektronik
Der Weg in die Selbstständigkeit
Viele Uhrmacherinnen und Uhrmacher machen sich mit der Zeit mit eigenem Geschäft oder eigener Werkstatt selbstständig. Das verlangt mehr als fachliches Können: Du musst auch ein Unternehmen führen und Finanzen, Einkauf, Marketing und Kundenbeziehungen bewältigen können. Hier lassen sich Kurse in Verkauf, Service und Betriebswirtschaft — von denen du in der Ausbildung schon etwas kennenlernst — ausbauen, sodass du als Unternehmerin oder Unternehmer stärker dastehst.
Weiter im Bildungssystem
Allgemein eröffnet eine Berufsausbildung (erhvervsuddannelse) die Möglichkeit, darauf aufzubauen — zum Beispiel mit Akademie- und Weiterbildungen in Führung, Vertrieb oder Technik, wenn du das möchtest. Willst du einen breiteren theoretischen Überbau, gibt es auch Wege, auf denen sich ein Facharbeiterhintergrund mit ergänzenden Fächern kombinieren lässt. Was konkret sinnvoll ist, hängt von deinen Zielen ab, hole dir also Beratung, wenn du weiterkommen willst.
Die wichtigste Botschaft ist, dass das Uhrmacherhandwerk ein Fach ist, mit dessen Lernen man nie ganz fertig wird. Die Neugier, die dich ein Uhrwerk zerlegen lässt, um es zu verstehen, ist genau dieselbe Neugier, die dich weitertragen kann — als Spezialist, als Selbstständiger oder als Facharbeiter mit einer breiteren Ausbildung obendrauf.