Einleitung
Einer der Vorteile einer Berufsausbildung ist, dass du Geld verdienst, während du lernst. Wenn du einen Ausbildungsvertrag hast und im Hauptverlauf (hovedforløb) bist, bekommst du eine Ausbildungsvergütung — auch in den Zeiträumen, in denen du in der Schule bist. Das unterscheidet die Berufsausbildung von einer rein schulischen Ausbildung, in der du stattdessen von SU (dänische Ausbildungsbeihilfe) lebst.
Die Ausbildungsvergütung steigt im Lauf der Ausbildung
Die Ausbildungsvergütung ist nicht durchgehend ein fester Betrag. Sie ist stufenweise aufgebaut und steigt, während du in der Ausbildung weiterkommst und besser wirst. Der Gedanke ist einfach: je mehr du in der Werkstatt beitragen kannst, desto mehr steigt dein Lohn. Die konkreten Sätze werden im Tarifvertrag festgelegt und ändern sich mit der Zeit, du musst die aktuellen Zahlen also immer bei deiner Gewerkschaft oder deinem Arbeitgeber erfragen.
Was ist ein Tarifvertrag?
Ein Tarifvertrag ist eine Vereinbarung über Lohn und Arbeitsbedingungen, die zwischen den Organisationen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber ausgehandelt wird. Im Uhrmacherbereich ist die Vereinbarung zwischen der Gewerkschaft der Uhrmacher und dem Arbeitgeberverband der Uhrmacher geschlossen. Der Tarifvertrag beschreibt unter anderem, wie die Ausbildungsvergütung gestaffelt ansteigt und welche Bedingungen während der Ausbildung gelten.
- 01Lohnsätze und wie sie im Lauf der Ausbildung steigen
- 02Urlaubsgeld und Zulagen über den festen Lohn hinaus
- 03Altersvorsorge und weitere Beschäftigungsbedingungen
- 04Vorschriften für Schulaufenthalt und betriebliche Ausbildung
Erwachsene Auszubildende
Bist du beim Start etwas älter, gelten in manchen Fällen besondere Regeln. Die Tarifparteien können zum Beispiel empfehlen, den Lohn für die ältesten Auszubildenden an einem bestimmten Niveau auszurichten. Bist du über 25 Jahre alt, kann es außerdem sinnvoll sein, die Regeln zum Erwachsenen-Azubi zu prüfen. Frage die Schule und deine Organisation, was für genau deine Situation gilt.
Bedingungen als Ausgelernter
Wenn du den Gesellenbrief hast, bist du Fachkraft, und deine Bedingungen werden auf einer neuen Grundlage verhandelt. Als gelernter Uhrmacher kannst du in einem Geschäft oder in einer Werkstatt angestellt sein, oder du kannst dich auf Sicht selbstständig machen. Auch hier entscheiden der Tarifvertrag und deine konkrete Vereinbarung mit dem Arbeitgeber über Lohn, Rente und die übrigen Bedingungen.
Das Wichtigste zum Mitnehmen ist, dass dir während der gesamten Ausbildung Rahmenbedingungen zugesichert sind, auf die du dich verlassen kannst — und dass du selbst dafür verantwortlich bist, deine Rechte zu kennen. Eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft kann dir helfen zu durchschauen, ob deine Bedingungen so sind, wie sie sein sollen.