Einleitung
Eine kleine Knopfzellenbatterie nimmt wenig Platz ein, enthält aber Stoffe, die richtig gehandhabt werden müssen — sowohl aus Rücksicht auf die Umwelt als auch auf die Elektronik der Uhr selbst. Der Batteriewechsel ist eine der häufigsten Aufgaben bei einem Uhrmacher, und deshalb kommen gerade hier im Alltag viele der Umwelt- und Sicherheitsregeln des Fachs ins Spiel.
Batterietypen in Uhren
- 01Silberoxidbatterien (SR) halten über den größten Teil der Lebensdauer eine stabile Spannung und werden oft in klassischen analogen Quarzuhren verwendet
- 02Lithiumbatterien (CR) haben typischerweise eine längere Lebensdauer und werden oft in Uhren mit mehreren Funktionen oder höherem Stromverbrauch verwendet
- 03Ältere Quecksilberbatterien sind ausgemustert und dürfen wegen ihrer Giftigkeit nicht mehr verwendet werden
Warum Quecksilber ausgemustert wurde
Quecksilber ist gesundheits- und umweltschädlich, und die EU-Regeln begrenzen deshalb den Gehalt in Batterien stark. Batterien, die dennoch mehr als die festgelegten Grenzwerte für Quecksilber, Cadmium oder Blei enthalten, müssen mit dem chemischen Symbol des Stoffes gekennzeichnet werden — also Hg, Cd oder Pb — damit sowohl Verbraucher als auch die Abfallwirtschaft sehen können, was die Batterie enthält.
Kennzeichnung und Entsorgung
Gebrauchte Batterien dürfen nicht in den gewöhnlichen Hausmüll. Nach den Vorschriften von Miljøstyrelsen (dänische Umweltbehörde) zur Herstellerverantwortung für Batterien müssen sie über Sammelsysteme abgegeben werden, zum Beispiel in Geschäften oder auf Wertstoffhöfen. Händler, die Batterien verkaufen, sind grundsätzlich verpflichtet, gebrauchte Batterien von Kunden zurückzunehmen — eine Pflicht, die auch für Uhrengeschäfte gilt, die Batterien verkaufen und wechseln.
Praktischer Batteriewechsel beim Uhrmacher
Bei einem korrekten Batteriewechsel geht es um mehr als darum, eine neue Batterie einzusetzen. Der Uhrmacher gleicht die Referenznummer der Batterie mit den Spezifikationen der Uhr ab, prüft die Dichtung an Boden oder Krone und unterzieht die Uhr danach einer Druckprüfung, wenn das einschlägig ist. So wird ein einfacher Batteriewechsel auch zur Gelegenheit, andere beginnende Probleme zu erfassen, bevor sie teuer werden.
Elektronikabfall in der Uhr
Über die Batterie selbst hinaus enthalten viele moderne Uhren eine Schaltung mit elektronischen Bauteilen. Ist ein solches Modul ausgedient, fällt es unter die Regeln für Elektronikabfall (WEEE) und muss bei der Entsorgung vom normalen Abfall getrennt gehalten werden. Als Fachperson trägt der Uhrmacher dazu bei, dass sowohl Batterien als auch Elektronik an der richtigen Stelle im Abfallsystem landen.
Der umweltgerechte Umgang mit Batterien und Elektronik ist für den Uhrmacher keine Bürokratie — er ist ein natürlicher Teil des fachlichen Standards, der einen professionellen Service von einem schnellen Batteriewechsel im Kiosk unterscheidet.