Zum Inhalt springen
← Techniken

Bodenverbesserung mit Kompost

Struktur, Humus und Einarbeitung in die Vegetationsschicht

Guter Boden ist die Voraussetzung für Pflanzung und Rasen. Diese Anleitung zeigt, wie du den Bedarf des Bodens beurteilst und Struktur und Humusgehalt mit Kompost verbesserst — entweder als Schicht oder in die oberste Vegetationsschicht eingemischt —, ohne den Boden zu verdichten. Humuswerte folgen NfA; Mengen sind Richtwerte (Bolius).

  1. Bedarf des Bodens beurteilen

    Beurteile, was dem Boden fehlt: Schwerer Lehmboden braucht Struktur und Luft, während leichter Sandboden Humus braucht, der Wasser und Nährstoffe hält. Für Rasen beträgt der Ziel-Humusgehalt nach der Anlage 3–5 % des Trockengewichts (NfA); allgemein mindestens 2 Gew.-% (NfA 2023).

    Humus Rasen3–5 %Humus allgemein≥ 2 Gew.-%
  2. Geeignete Bodenverbesserung wählen

    Wähle Kompost, Torf oder eine andere Bodenverbesserung nach Boden und Zweck. Verwende Produkte aus dem Verzeichnis des Plantedirektoratet. Kompost liefert sowohl Struktur als auch Nährstoffe; Torf verbessert vor allem Struktur und Wasserhaltevermögen auf schwerem Boden.

  3. Methode wählen: Schicht oder Einarbeiten

    Bei neuen Beeten kann Kompost als Schicht von richtwertmäßig 5–10 cm auf die Erde gelegt oder in die oberste Bodenschicht eingearbeitet werden, mit richtwertmäßig 20–30 % Kompost in der gemischten Schicht (Bolius). Wähle das Einarbeiten, wo du ohnehin kultivieren musst; wähle die Schicht, wo du nur oberflächlich andeckst.

    Schichtmethode5–10 cm (Richtwert)Einmischung20–30 % (Richtwert)
  4. Menge berechnen

    Berechne die Kompostmenge anhand deiner eigenen Maße: Schichtmethode = Fläche × Schichtdicke; Einarbeitung = Fläche × Bearbeitungstiefe × Mischanteil. Verwende den Rechner »Kompost / Bodenverbesserung«, in dem du die Rohdichte aus dem Datenblatt des Lieferanten selbst angibst (die Funktion erfindet niemals selbst eine Dichte).

  5. In die Tiefe der Vegetationstragschicht einarbeiten

    Arbeite den Kompost beim Kultivieren in der Dicke der Oberbodenschicht ein, jedoch höchstens 25 cm tief (NfA 1992). Mische Kompost und Boden gut, damit sich der Humus gleichmäßig verteilt, statt als isoliertes Polster zu liegen, durch das die Wurzeln nicht hindurchkommen.

    Max. Bearbeitungstiefe25 cm
  6. Verbesserten Boden nicht verdichten

    Arbeite nicht auf nassem Boden und fahre nicht mit schwerem Gerät über die verbesserte Schicht — der ganze Sinn ist ein lockerer, unverdichteter Boden. Für Pflanzflächen darf die Trockenrohdichte höchstens 1,4 g/cm³ (lehmig) / 1,5 g/cm³ (sandig) betragen, damit die Wurzeln frei wachsen können (NfA 1992).

    Trockenraumgewicht Pflanze≤ 1,4–1,5 g/cm³
  7. Die Stickstoffbindung berücksichtigen

    Frischer, unverrotteter Kompost und holzhaltiges Material können beim Abbau Stickstoff binden und die Pflanzen vorübergehend aushungern. Verwende gut verrotteten Kompost oder gleiche beim Pflanzen/Säen in frisch verbessertem Boden mit einem Stickstoffdünger aus.

    Lass den Kompost sich setzen und umsetzen, bevor du darin pflanzt — das halbiert das Risiko gelber, stickstoffhungriger Pflanzen.

Quelle

Erstellt nach Normer for anlægsgartnerarbejde 1992 (Humusgehalt, Trockenraumgewicht, Bearbeitungstiefe) und richtungsweisender Praxis der Bodenverbesserung (Bolius); Dosierungen sind Benutzereingaben/Richtwerte.

Zurück und weiter