Sicherheit & Absturzsicherung
Montage von Geländer und Bordbrett
Der kollektive Absturzschutz auf dem Arbeitsdeck
Das Geländer ist die kollektive Absturzsicherung, die alle auf der Lage schützt — es hat Vorrang vor persönlicher Ausrüstung. Die Anleitung erklärt, wann ein vollständiges Geländer erforderlich ist, die festen Normmaße für Handlauf, Knieleiste und Bordbrett, die Festigkeitsanforderungen und wann ein Innengeländer zur Fassade hin nötig ist.
Klären, ob ein vollständiges Geländer erforderlich ist
Ein Seitenschutz gegen Absturz ist bei einer Absturzhöhe über 2 m erforderlich. Beträgt die Absturzhöhe 2 m oder weniger, können Knieleiste und Bordbrett entfallen — der Handlauf sollte aber trotzdem in Betracht gezogen werden. Über 2 m müssen alle drei Elemente angebracht sein, bevor die Lage in Gebrauch genommen wird.
Grenze für vollständiges GeländerAbsturzhöhe > 2 mHandlauf auf 1,00 m montieren
Der obere Handlauf sitzt 1,00 m über Belagniveau. Er ist das primäre Geländer, an dem man sich abstützt und von dem man aufgefangen wird. Verwende die zugelassenen Seitenschutzelemente des Systems, damit die Höhe stimmt und die Verriegelung hält.
Handlauf1,00 m über BelagKnieleiste auf 0,50 m montieren
Die Knieleiste (Zwischenholm) sitzt ca. 0,50 m über dem Belag und schließt den offenen Raum zwischen Handlauf und Belag, damit eine Person nicht unter dem Handlauf hinausrutschen oder hindurchfallen kann. Sie ist ab einer Absturzhöhe von über 2 m Pflicht.
Knieleiste0,50 m über BelagDas Bordbrett anbringen
Das Bordbrett muss mindestens 0,15 m hoch sein und verhindert, dass Werkzeug und Material über die Kante gestoßen werden und Menschen darunter treffen. Der freie Spalt zwischen Bordbrett und Belag wird klein gehalten — als Richtwert max. ca. 0,03 m —, damit Kleinteile nicht darunter durchrutschen können.
Bordbrettmind. 0,15 mFreier Spaltmax. ≈ 0,03 mDie Festigkeitsanforderungen an das Geländer kennen
Das Geländer muss es aushalten, dass jemand hineinfällt. Es muss einer waagerechten Last von mindestens 0,30 kN und einer senkrechten Last von mindestens 1,25 kN in der ungünstigsten Position standhalten. Deshalb darf man ein Geländerelement niemals durch Seile oder lose Rohre ersetzen, die nicht für diese Kräfte geprüft sind.
Horizontale Lastmind. 0,30 kNVertikale Lastmind. 1,25 kNBedarf an innerem Geländer beurteilen
Ist der Abstand zwischen Belag und Fassade größer als 0,30 m (max. 0,10 m bei Maurer- und Putzarbeiten), gibt es tatsächlich auch auf der Fassadenseite eine Absturzkante. Dann muss ein innerer Seitenschutz montiert oder der Abstand verringert werden — z. B. mit einer Konsole, die den Spalt schließt.
Innengeländerwenn Abstand > 0,30 mZugelassene Bauteile verwenden — niemals improvisieren
Nur zugelassene Geländerelemente mit korrekter Verriegelung gelten als kollektive Absturzsicherung. Ein mit Seil, Draht oder einer losen Stange montiertes Geländer erfüllt die Anforderungen nicht und gibt falsche Sicherheit. Prüfe, ob alle Elemente eingerastet sind und keine Teile während der übrigen Arbeiten losgeschlagen wurden.
Seile und lose Rohre sind kein Geländer — nur zugelassene, verriegelte Elemente zählen.
Geländer bei der Inspektion prüfen
Das Geländer gehört zu den Teilen, die am häufigsten beschädigt werden: von einem Fahrzeug getroffen, abmontiert, um Material hereinzubringen, und dann vergessen. Bei jeder Prüfung wird kontrolliert, dass Hand-, Knie- und Bordbrett vollständig, korrekt befestigt und ohne fehlende Teile sind — auch nachdem andere Gewerke auf dem Gerüst gearbeitet haben.
Quelle
Erstellt nach DS/EN 12811-1:2004 und BEK nr. 428/2022 om tekniske hjælpemidler §93; Geländermaße und Festigkeitsanforderungen geprüft über BFA Bygge & Anlæg »Systemstilladser« und platform.as.