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Fassadenbekleidung und hinterlüftete Holzfassaden

Regenschutzschale, belüfteter Hohlraum und dauerhaftes Holz

2026-07-19·10 Min. Lesezeit

Eine Holzfassade ist ein Regenschirm, keine Abdichtung. Hier sind die Verkleidungstypen, der belüftete Hohlraum mit Konterlattung, die Gebrauchs- und Dauerhaftigkeitsklassen des Holzes (DS/EN 335 und 350), die Befestigung mit Platz für Bewegung und die Abschlüsse, an denen die Feuchtigkeit sonst eindringt.

Einleitung

Eine hinterlüftete Holzfassade beruht auf einem einfachen Prinzip: die äußere Holzverkleidung ist ein Regenschirm, der das meiste Wasser abhält, und dahinter sorgt ein belüfteter Hohlraum dafür, dass die geringe Feuchtigkeit, die dennoch hineingelangt — oder von innen kommt — wieder austrocknen kann. Die Fassade soll nicht hermetisch dicht sein; sie muss atmen können. Bleibt das Holz nass, ohne zu trocknen, verrottet es.

Verkleidungstypen

Holzbekleidung gibt es in mehreren Mustern, die jeweils unterschiedlich decken und Wasser ableiten. Die Wahl ist sowohl Ästhetik als auch Technik: wie die Bretter überlappen und wohin das Wasser geleitet wird.

  • 01Waagerecht als Stülpschalung (Überlappung): Die Bretter werden waagerecht verlegt und überlappen nach unten wie Schuppen, sodass das Wasser immer über das darunterliegende Brett abgeführt wird — eine klassische, sehr wetterbeständige Lösung.
  • 02Senkrecht als Stülpschalung / senkrecht mit Deckleisten: Die Bretter stehen senkrecht; die Stöße werden von einer Überlappung oder einer Deckleiste abgedeckt, sodass das Wasser gerade nach unten läuft.
  • 03Leistendeckung (Brett auf Brett): Grundbretter mit Abständen und darüberliegende Deckleisten, die die Öffnungen verdecken — ergibt eine tiefe, schattenreiche Fassade und viel Raum für Bewegung.
  • 04Nut und Feder: Die Bretter werden mit Nut und Feder gefügt; gut geeignet, aber die Fuge muss so ausgerichtet sein, dass sie kein Wasser fängt — waagerechte Nut-und-Feder-Bekleidung im Außenbereich wird typischerweise nicht ohne Weiteres empfohlen, weil die Nut Wasser sammeln kann.

Der belüftete Hohlraum

Hinter der Verkleidung sitzen Abstandslatten, die die Bretter von der Windsperre abheben und einen belüfteten Hohlraum schaffen. Die Luft muss unten frei einströmen und oben ausströmen können, damit Feuchtigkeit abgeführt wird. Ohne diesen freien Luftstrom wird der Hohlraum zur Feuchtefalle.

Fig. Senkrechter Schnitt in der belüfteten Holzfassade: Windsperre, Abstandsleiste (20 × 45 mm), belüfteter Hohlraum (20–25 mm) und die Wetterschale aus Holzverkleidung — Luft am Sockel über dem Gelände hinein und unter dem Dachüberstand hinaus.

Bei senkrechter Verkleidung kann eine doppelte Lattung (kreuzende Latten) nötig sein, damit die Luft hinter den senkrechten Brettern passieren kann. Insekten-/Vogelgitter in den Öffnungen halten Schädlinge fern, ohne die Luft zu sperren.

Wähle das Holz nach der Umgebung — Gebrauchs- und Dauerhaftigkeitsklassen

Holz im Außenbereich ist Feuchtigkeit und biologischem Abbau ausgesetzt und muss danach ausgewählt werden. Zwei Normen steuern die Wahl: DS/EN 335 definiert Gebrauchsklassen (use classes) für die Umgebung, in der das Holz sitzt, und DS/EN 350 klassifiziert die natürliche Dauerhaftigkeit der Holzarten gegen Pilze und Insekten.

StandardBeschreibtRelevanz für die Fassade
DS/EN 3355 Gebrauchsklassen nach FeuchtebelastungFassade über Gelände = typischerweise Gebrauchsklasse 3 (Feuchte, kein Erdkontakt)
DS/EN 350Natürliche Dauerhaftigkeit der Holzarten (Pilz/Insekt)Wähle dauerhaftes Kernholz oder schütze das Holz
DS/EN 351 / ImprägnierungDruckimprägniertes HolzWenn die Art selbst nicht dauerhaft genug ist

Quelle: DS/EN 335 (Gebrauchsklassen) und DS/EN 350 (Dauerhaftigkeitsklassen), vgl. trae.dk – Holdbarhed. Eine Fassade ist eine außen liegende, belüftete Fläche über dem Gelände ohne dauerhaften Erd- oder Wasserkontakt — das entspricht typischerweise der Gebrauchsklasse 3. Wähle entweder eine Holzart mit ausreichender natürlicher Dauerhaftigkeit (Kernholz) oder korrekt imprägniertes bzw. geschütztes Holz; Splintholz nicht dauerhafter Arten ohne Schutz gehört nicht an eine Fassade.

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