Luftschall (R'w) und Trittschall (L'n,w) zwischen Wohnungen sind verbindliche Anforderungen in BR18 und DS 490, und sie werden mit Entscheidungen des Zimmerers erfüllt: Doppelwand, versetztes Ständerwerk, schwimmender Estrich und abgehängte Decke. Hier sind die Anforderungen, die Prinzipien und die Abdichtungen, an denen der Schall sonst durchschlüpft.
Einleitung
Schall zwischen Wohnungen ist einer der Bereiche, in denen die Bauordnung verbindliche Anforderungen stellt und in denen die Konstruktionswahl des Zimmerers darüber entscheidet, ob die Anforderung eingehalten wird. Der Fernseher des Nachbarn (Luftschall) und Schritte in der Wohnung darüber (Trittschall) sind zwei verschiedene Probleme, die jeweils anders gelöst werden — gemeinsam ist ihnen aber, dass die kleinste starre Verbindung oder Undichtigkeit die ganze Mühe zunichtemacht.
Zwei Arten von Schall — zwei Kennzahlen
Luftschall ist Schall, der sich durch die Luft ausbreitet (Sprache, Musik, Fernsehen) und der durch die Fähigkeit der Wand oder der Decke gestoppt werden muss, ihn zu bremsen. Trittschall ist Klopfgeräusch, das entsteht, wenn jemand über den Boden darüber geht oder etwas fallen lässt, und das sich als Schwingung in der Konstruktion selbst ausbreitet. Die beiden Kennwerte sind:
- 01R'w — bewertetes Luftschalldämm-Maß (dB), gemessen im fertigen Gebäude. Höhere Werte = bessere Luftschalldämmung. Der Strich ' bedeutet, dass es der reale Gebäudewert einschließlich Nebenwegübertragung (Flankenübertragung) ist, nicht nur der Laborwert Rw.
- 02L'n,w — bewerteter Trittschallpegel (dB), gemessen im Raum darunter. Niedrigere Werte = weniger Trittschall, also das Gegenteil von Luftschall.
Die verbindlichen Anforderungen — BR18 und DS 490
Bygningsreglementet BR18 (Kapitel 17, Schallverhältnisse) legt fest, dass Wohnungen zufriedenstellende Schallverhältnisse haben müssen, und verweist auf die Schallklassen in DS 490. Neue Wohnungen müssen mindestens die Schallklasse C erfüllen. DS 490 hat vier Klassen (A ist die beste, D die mildeste), sodass man besseren Schallschutz als das Minimum vereinbaren kann.
So stoppt man Luftschall
Die Luftschalldämmung beruht auf drei Prinzipien: Masse (eine schwere Konstruktion bremst Schall besser), Trennung (zwei Schichten, die nicht starr verbunden sind, wirken viel besser als eine dicke) und Dämpfung (Dämmung im Hohlraum, die die Schwingungen des Schalls aufzehrt). Im leichten Holzbau, wo die Masse begrenzt ist, ist die Trennung die stärkste Karte.
- 01Doppelbeplankung: zwei Lagen Gipsplatten auf jeder Seite mit versetzten Stößen ergeben mehr Masse und schließen die Fugen.
- 02Versetztes oder doppeltes Ständerwerk: zwei getrennte Ständerreihen, sodass die beiden Wandseiten sich keinen Ständer teilen — der Schall kann nicht starr durch das Ständerwerk laufen. Die einfachste große Verbesserung in einer leichten Wand.
- 03Hohlraumdämmung: Mineralwolle im Hohlraum dämpft die Schwingungen der Luft; eine leere Doppelwand klingt wie eine Trommel.
- 04Breiterer Hohlraum: ein größerer Abstand zwischen den beiden Wandschalen verbessert vor allem den tiefen Schall (Bass), der am schwersten zu stoppen ist.
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