Die Bodenplatte ist der Boden des Hauses gegen das Erdreich, und sie muss drei Dinge auf einmal leisten: aufsteigende Feuchtigkeit stoppen, gegen die Kälte dämmen und Radon draußen halten. Hier sind die Schichten von unten nach oben, die kapillarbrechende Schicht, die Dämmung, die U-Wert-Anforderung und der Radonschutz nach BR18 (max. 100 Bq/m³) und SBi 233.
Einleitung
Eine Bodenplatte auf Erdreich ist die Bodenkonstruktion, die im Erdgeschoss direkt auf dem Boden liegt. Sie muss drei Aufgaben gleichzeitig lösen: die Feuchtigkeit abhalten, die sonst aus dem Erdreich aufsteigt, so dämmen, dass der Boden nicht kalt ist und keine Energie verliert, und Radon — ein radioaktives Bodengas — daran hindern, in die Wohnung einzudringen. Das Betonieren selbst ist Geometrie (siehe den Beton-Artikel); hier geht es um die Schichten und die Dichtheit.
Die Schichten von unten nach oben
Eine typische Bodenplatte auf Erdreich wird in einer festen Reihenfolge über dem abgeglichenen, verdichteten Untergrund aufgebaut: eine kapillarbrechende Schicht, Dämmung, die Betonplatte und zuletzt der Bodenbelag (oft mit eingegossener Fußbodenheizung). Der genaue Aufbau hängt vom Projekt ab, aber das Prinzip — Feuchtigkeitssperre unten, Dämmung, dichte Platte oben — ist durchgängig.
- 01Abgezogener, verdichteter Untergrund: eine stabile, tragfähige Unterlage ohne weiche Stellen.
- 02Kapillarbrechende Schicht: ein grobes Material, das die aufsteigende Bodenfeuchte unterbricht (siehe unten).
- 03Dämmung: druckfeste Dämmung unter (und ggf. entlang des Randes) der Betonplatte.
- 04Betonplatte: die tragende, luftdichte Fläche — zugleich die primäre Radonsperre des Hauses.
- 05Fußbodenheizung und Belag: Lastverteilungsschicht/Nutzschicht mit den Fußbodenheizungsrohren und der sichtbare Bodenbelag.
Die kapillarbrechende Schicht
Erde saugt Wasser durch Kapillarwirkung nach oben — wie ein Zuckerwürfel, der Kaffee hochzieht. Eine kapillarbrechende Schicht ist ein grobes Material mit so großen Poren, dass die Kapillarkraft gebrochen wird und das Wasser nicht weiter in die Konstruktion aufsteigen kann. Sie wird typischerweise aus grobem, gewaschenem, kapillarbrechendem Material ausgeführt (grober Kies/Nusskies oder Blähton/Leca).
Dämmung und U-Wert
Die Bodenplatte muss eine U-Wert-Anforderung wie der Rest der Gebäudehülle erfüllen. Für den Neubau ist die Mindestanforderung U ≤ 0,20 W/m²K, und bei einer Sanierung wird der orientierende Wert auf bis zu U ≤ 0,10 W/m²K verschärft (siehe den Energieartikel). Das erfordert eine dicke Lage druckfester Dämmung (typischerweise EPS/XPS) unter der Platte. Entlang der Außenwand wird zusätzlich eine Randdämmung eingesetzt, um die Wärmebrücke dort zu unterbrechen, wo Platte, Fundament und Außenwand aufeinandertreffen.
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