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Verlegen der Balkenlage

Geschossdecke von der Auflage bis fertig für den Unterboden

Eine Balkenlage muss eben liegen, richtig aufgelagert und gegen Kippen ausgesteift sein, bevor der Unterboden aufgeschraubt wird. Der Leitfaden beschreibt das Verlegen von der statischen Grundlage und dem Abstecken der cc-Abstände über Auflagerung und Aussteifung bis zu Unterboden und Dokumentation. Balkenquerschnitt, Achsabstand und Auflagerung sind tragende Faktoren und folgen der statischen Berechnung.

  1. Zeichnung und statische Berechnung lesen

    Entnimm Balkenquerschnitt, Achsabstand und Spannrichtung aus Zeichnung und statischer Berechnung. Prüfe, ob die Lieferung der Berechnung entspricht: Abmessung, Festigkeitsklasse (z. B. C24), CE-Kennzeichnung und Feuchtegehalt. Tragende Abmessungen werden nie geschätzt.

    Querschnitt, Achsabstand und Auflager sind Statik — verwende die Berechnung, keine Faustregeln.

  2. cc von einer festen Referenz aus antragen

    Trage die Mittellinien der Balken kumulativ von einem festen Ausgangspunkt aus an, damit der letzte Abstand nicht schief wird. Die Anzahl der Balken folgt dem Zaunpfahl-Prinzip (Zwischenräume + 1 bei einem Teil an beiden Enden). Markiere die Mittellinien deutlich an beiden Auflagern, damit die Balken parallel liegen.

  3. Balken korrekt abstützen

    Lege die Balken mit der Auflagerung auf, die das Projekt vorschreibt — Balkenschuhe, Wechsel oder Auflager auf Schwelle/Mauerlatte. Balkenschuhe und Wechselbeschläge müssen alle vorgeschriebenen Nägel/Schrauben erhalten, und die Tragfähigkeit des Beschlags richtet sich nach dem Datenblatt des Herstellers. Kontrolliere, dass die Auflagerlänge auf der Schwelle ausreicht.

  4. Gekrümmte Balken mit der Krone nach oben verlegen

    Peile entlang jedes Balkens und finde eine eventuelle Krümmung. Lege den Balken immer mit der Wölbung (der konvexen Seite) nach oben, damit die Belastung ihn mit der Zeit etwas gerade drückt, statt den Boden durchhängen zu lassen. Markiere stark gekrümmte Stücke und sortiere sie für kürzere Spannweiten aus.

    Krone nach oben — die Belastung arbeitet mit dir, nicht gegen dich.

  5. Waage und Flucht prüfen

    Prüfe, ob die Balkenlage in Waage liegt und die Oberkanten in einer Ebene fluchten — auf der Oberkante liegt der Unterboden auf. Gleiche Höhenunterschiede mit den Mitteln aus, die das Projekt zulässt (Keile/Unterfütterung an den Auflagern), damit du einen welligen Boden vermeidest.

  6. Gegen Umkippen aussteifen

    Schlanke Balken können bei Montage und Belastung um ihre schwache Achse kippen. Montiere Queraussteifungen/Kreuzverstrebungen (Kreuz- oder Vollholzstreifen) zwischen den Balken nach Anweisung, damit sie lotrecht gehalten werden und die Last auf Nachbarbalken verteilen. Steife vorübergehend aus, bis der Unterboden die Lage verbindet.

  7. Dampfsperre oder Schalldämmung einlegen

    Lege Dampfsperre, Trittschall- oder Schalldämmung ein, wo das Projekt es verlangt, bevor die Bodenplatten geschlossen werden. Bei der Dampfsperre müssen Überlappungen und Durchführungen dicht sein (Überlappung min. 100 mm) — siehe die Anleitung «Montage der Dampfsperre».

    Dampfsperre überlappenmind. 100 mm
  8. Den Unterboden festschrauben

    Verlege den Unterboden (Nut-und-Feder-Spanplatte oder Sperrholz) mit versetzten Plattenstößen und verleime Nut und Feder, wo das System es vorschreibt. Die Plattendicke wird nach dem Balken-/Lagerholzabstand gewählt, und der Schraubenabstand richtet sich nach der Anweisung des Herstellers. Versetzte Stöße ergeben einen steifen, knarrfreien Boden.

  9. Vor dem Schließen dokumentieren

    Fotografiere Balkenlage, Auflager und Beschläge, bevor Unterboden und Decke die Konstruktion schließen. Dokumentiere Abweichungen und kläre sie mit dem Planer, bevor du schließt — eine verdeckte Abweichung ist teuer wiederzufinden. Die Fotodokumentation verdeckter Konstruktionen ist Teil der Qualitätssicherung.

Quelle

Erstellt nach Discebos Zimmerer-Vorlage «Checkliste: Balkenlage / Geschossdecke», dem Artikel «Achsabstand (cc) und Anzahl der Bauteile» sowie den Balkenschuhen des Sortiments (Herstellerdaten) und dem Artikel «Qualitätssicherung (KS)».

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