Einleitung
Eine Schweißung ist nur so gut wie die Vorbereitung der Verbindung, in die sie gelegt wird. Die Fugenform und die Fugenvorbereitung bestimmen, wie der Schweißzusatz durchdringen und das Material verbinden kann, und die Schweißposition entscheidet, wie schwer die Arbeit auszuführen ist.
Häufige Fugenarten
Die Nahtart beschreibt, wie die Werkstücke zueinander liegen. Am verbreitetsten sind der Stumpfstoß, bei dem zwei Bleche oder Rohre Kante an Kante zusammentreffen, und der Kantenstoß, oft in Form einer Kehlnaht, bei dem die Teile in einem Winkel zusammentreffen — zum Beispiel ein T-Stoß oder ein Eckstoß.
- 01Stumpfstoß: die Werkstücke treffen Kante an Kante aufeinander
- 02T-Stoß: ein Werkstück steht rechtwinklig auf einem anderen
- 03Eckverbindung: Die Werkstücke treffen in einer Ecke aufeinander
- 04Überlappstoß: die Werkstücke liegen teilweise übereinander
Nahtvorbereitung
Bei dickerem Material ist es oft nötig, die Kanten vorzubereiten, damit die Schweißung ganz durchdringen kann. Das kann bedeuten, eine Fase an die Kante zu schleifen oder zu schneiden, sodass eine V- oder X-Naht entsteht, und einen passenden Wurzelspalt zwischen den Werkstücken einzustellen. Die Vorbereitung sichert eine gute Durchschweißung in der Wurzel der Naht.
Schweißpositionen
Die Schweißposition beschreibt die Ausrichtung des Werkstücks und der Schweißnaht im Raum. Waagerecht in Wannenlage zu schweißen ist am leichtesten, weil das Schmelzbad ordentlich liegen bleibt. Senkrecht und über Kopf ist schwieriger, weil die Schwerkraft am geschmolzenen Metall zieht. Die Positionen haben genormte Bezeichnungen, die sowohl in der Ausbildung als auch bei der Zertifizierung verwendet werden.
Typische Stellungen
- 01Fallend waagerecht: Das Schmelzbad liegt ruhig, am leichtesten zu schweißen
- 02Waagerecht auf senkrechter Fläche: erfordert Kontrolle über das Schmelzbad
- 03Senkrecht: kann mit unterschiedlicher Technik steigend oder fallend geschweißt werden
- 04Über Kopf: die schwierigste, erfordert gutes Handgeschick
Zusammenhang mit der Zertifizierung
Sowohl die Nahtart als auch die Schweißposition gehen in das ein, wofür eine Schweißzertifizierung gilt. Eine Prüfung in einer Position und einer Verbindungsart deckt nicht notwendigerweise alle anderen ab. Deshalb übt man bewusst in den Positionen und Nahtarten, die die Arbeit und die Prüfung verlangen.
Übung in den schwierigen Positionen
Die waagerechten Positionen lernt man schnell, aber die senkrechten und die Über-Kopf-Positionen erfordern mehr Übung. Sie zu beherrschen, macht den Schweißer vielseitig und befähigt ihn, Verbindungen auszuführen, bei denen das Werkstück nicht in die leichte Position gedreht werden kann.