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Artikel·Pannenhilfe·Materialien

Reifen, Räder und Reifenpannen — was du wissen musst

TPMS, Runflat-Reifen und der korrekte Umgang mit Rädern unterwegs

Einleitung

Reifenpanne und Radwechsel gehören zu den häufigsten Aufgaben in der Pannenhilfe — und zu den Aufgaben, bei denen moderne Technik am meisten daran geändert hat, wie du sie angehst. Reifen und Räder sind bei Weitem nicht nur Gummi und Metall; sie enthalten Sensoren, besondere Konstruktionen und Anforderungen, die man verstehen muss, um die Aufgabe korrekt und sicher zu lösen.

TPMS — die Reifendrucküberwachung ist gesetzlich vorgeschrieben

Seit dem 1. November 2012 müssen alle neu zugelassenen Fahrzeugtypen mit einem Reifendruckkontrollsystem (TPMS) ausgestattet sein, und ab dem 1. November 2014 galt die Anforderung für alle neu verkauften Pkw in der EU, festgelegt in der UN-Regelung ECE-R64. Das System muss laufend messen und mindestens alle zehn Minuten ein Signal von allen vier Rädern senden sowie warnen, wenn der Druck um mehr als 20 Prozent fällt oder unter 1,5 bar sinkt. Es gibt zwei Typen: das indirekte TPMS, das die Raddrehzahlsensoren des ABS/ESP-Systems nutzt, um Unterschiede zwischen den Rädern zu erkennen, und das direkte TPMS, das einen physischen Drucksensor in jedem Rad hat.

Runflat-Reifen — weiterfahren, aber nicht zu weit

Runflat-Reifen haben verstärkte Flanken, die es erlauben, selbst nach einer Reifenpanne noch eine kurze Strecke bei niedriger Geschwindigkeit weiterzufahren. In vielen Fahrzeugen ersetzen sie das klassische Notrad. Der Nachteil ist, dass eine Panne bei einem Runflat-Reifen ohne RDKS schwer zu bemerken ist, weil der Reifen nicht wie ein gewöhnlicher Reifen in sich zusammensackt — deshalb wird dringend empfohlen, niemals ohne funktionierende Druckkontrolle auf einem Runflat-Reifen weiterzufahren.

Notrad, Reifendichtmittel und Space-Saver

Nicht alle Autos haben noch ein vollwertiges Reserverad. Viele werden stattdessen mit einem Reifendichtmittel und einem kleinen Kompressor geliefert oder mit einem sogenannten Space-Saver-Rad — einem schmaleren Notrad, das eine niedrigere Höchstgeschwindigkeit hat und typischerweise nur dafür gedacht ist, das Auto in die nächste Werkstatt zu bringen, nicht für längere Fahrten. Als Pannenhelfer musst du den Unterschied kennen und den Kunden über die Einschränkungen informieren, wenn du ein Space-Saver-Rad montierst.

  • 01Prüfe, ob das Fahrzeug ein vollwertiges Reserverad, ein Notrad oder nur Dichtmittel hat.
  • 02Setze den TPMS-Sensor nach einem Radwechsel zurück oder lerne ihn neu an, wenn das Fahrzeug es verlangt.
  • 03Weise den Kunden auf die Geschwindigkeits- und Reichweitenbeschränkungen eines Notrads (Space-Saver) hin.
  • 04Prüfe immer, ob die Reifenpanne ein einfacher Schaden oder ein Zeichen für einen tieferliegenden Fehler ist (z. B. ein schiefer Aufbau).

Korrekte Montage des Rades

Wenn das Rad gewechselt ist, ist es entscheidend, dass die Schrauben oder Muttern korrekt und im richtigen Muster angezogen werden — typischerweise diagonal oder über Kreuz — sodass das Rad gleichmäßig an die Nabe gezogen wird, ohne zu verkanten. Zu lose angezogene Schrauben können sich während der Fahrt lösen, mit schweren Folgen; zu fest angezogene können die Bremsscheibe beschädigen oder es später erschweren, das Rad wieder abzunehmen. Verwende nach Möglichkeit einen Drehmomentschlüssel und halte dich an das vom Hersteller vorgegebene Anzugsmoment.

Sicherer Umgang mit dem Wagenheber

Hebe niemals ein Auto an, ohne die sicheren Aufnahmepunkte zu kennen, die der Hersteller angegeben hat — typischerweise verstärkte Punkte entlang des Unterbodens. Setze den Wagenheber immer auf festem, ebenem Untergrund an und stütze das Auto bei längerer Arbeit darunter mit Unterstellböcken ab. Ein Auto, das vom Wagenheber rutscht, kann schwere Verletzungen verursachen, und das ist ein Risiko, das sich mit der richtigen Vorbereitung leicht vermeiden lässt.

Ein Radwechsel wirkt von außen einfach, birgt aber mehr technische Details, als die meisten Autofahrer ahnen. Der Pannenhelfer, der TPMS, Run-Flat-Technik und korrekte Montage versteht, liefert nicht nur eine schnelle Lösung — sondern eine sichere und haltbare.