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Arbeitsumfeld und Ergonomie in der Großküche

Achte auf den Körper, die Hitze und das Tempo — das ganze Arbeitsleben lang

Einleitung

Eine Großküche ist ein schöner, aber anspruchsvoller Arbeitsplatz. Du stehst einen großen Teil des Tages, hebst schwere Töpfe und Bleche, arbeitest mit Hitze und scharfen Werkzeugen und stehst oft unter Zeitdruck vor dem Servieren. Wenn du von Anfang an auf deinen Körper achtest, kannst du viele Jahre im Fach bleiben — und genau darum geht es bei einem guten Arbeitsumfeld.

Ergonomie — arbeite mit dem Körper, nicht gegen ihn

Die meisten Belastungen in einer Küche kommen von dem, was du immer wieder tust: Heben, Drehbewegungen und Arbeiten in einer ungünstigen Haltung. Bei Ergonomie geht es darum, die Arbeit so einzurichten, dass sie zum Körper passt. Das klingt einfach, entscheidet aber darüber, ob dein Rücken, deine Schultern und deine Handgelenke durchhalten.

  • 01Hebe mit gebeugten Beinen und geradem Rücken — und benutze Wagen und Hilfsmittel für die schweren Töpfe.
  • 02Passe die Tischhöhe so an, dass du nicht den ganzen Tag vornübergebeugt stehst.
  • 03Wechsle zwischen den Aufgaben, damit du nicht stundenlang dieselbe Bewegung machst.
  • 04Halte die Messer scharf — ein stumpfes Messer verlangt mehr Kraft und rutscht leichter ab.
  • 05Trage rutschfestes Schuhwerk und halte den Boden trocken, um Stürze zu vermeiden.

Hitze, Dampf und Verbrennungen

Kochkessel, Öfen, Fritteusen und große Dampfmengen bergen die Gefahr von Verbrennungen und Verbrühungen. Du lernst, heiße Töpfe mit den richtigen Griffen zu handhaben, Öfen und Töpfe so zu öffnen, dass der Dampf vom Gesicht weg entweicht, und besonders vorsichtig zu sein, wenn du große Mengen heißer Flüssigkeit bewegst. Ein Moment der Unaufmerksamkeit kann zu einer ernsten Verletzung führen — deshalb werden die guten Gewohnheiten eingeübt.

Messer, Maschinen und Chemie

Schneidemaschinen, Fleischwölfe und Rührmaschinen sind starke Maschinen, und sie müssen mit Respekt behandelt werden: Schutzabdeckungen an ihrem Platz, Finger weg von den Messern, und die Maschine ausgeschaltet und gesichert, bevor du sie reinigst. Die Reinigungsmittel in einer Großküche sind oft stark, deshalb musst du die Kennzeichnung kennen, Handschuhe tragen und niemals Produkte mischen, die nicht gemischt werden dürfen. Die Sicherheitsdatenblätter sind dein Nachschlagewerk.

Das psychische Arbeitsumfeld

Hektik, feste Deadlines und eine enge Zusammenarbeit prägen die Arbeit ebenfalls. Ein gutes psychisches Arbeitsumfeld bedeutet klare Absprachen darüber, wer was macht, einen guten Ton in der Küche und Raum dafür, Nein zu sagen, wenn das Tempo zu hoch oder die Besetzung zu dünn wird. Stress ist ein reales Risiko im Beruf — und ihm beugt man am besten vor, indem man darüber spricht, bevor er groß wird.

Kälte, kalte Luft und Wechsel

Du bewegst dich zwischen warmen Produktionsbereichen und kalten Räumen wie Kühlräumen und Tiefkühllagern. Die schnellen Temperaturwechsel und die Arbeit in der Kälte sind eine Belastung, die man leicht vergisst. Zieh dich vernünftig an, begrenze die Zeit in der Kälte und mache Pausen, damit der Körper ins Gleichgewicht kommt.

Der beste Koch der Welt nützt nichts, wenn der Rücken mit 40 verschlissen ist. Pass auf deinen Körper auf — er muss den ganzen Weg mithalten.