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Abgasnachbehandlung — EGR, DPF und SCR/AdBlue

So reinigt der moderne Dieselmotor sein eigenes Abgas

Einleitung

Ein moderner schwerer Dieselmotor darf nicht mehr einfach Kraftstoff verbrennen und die Abgase hinauslassen. Er muss strenge Emissionsanforderungen einhalten, und das erfordert, dass das Abgas gereinigt wird, nachdem es den Motor verlassen hat. Drei Systeme arbeiten dabei zusammen: AGR, der Dieselpartikelfilter (DPF) und der SCR-Katalysator mit AdBlue. Als Nutzfahrzeugmechanikerin musst du verstehen, was jedes System tut und warum sie empfindlich auf versäumte Wartung reagieren.

EGR — Abgasrückführung

EGR steht für Abgasrückführung. Ein Teil des Abgases wird zurück in den Ansaugtrakt geleitet und erneut verbrannt. Das senkt die Verbrennungstemperatur, und eine niedrigere Verbrennungstemperatur ergibt weniger Stickoxide (NOx), denn NOx entsteht gerade bei hoher Temperatur. Das EGR-Ventil und sein Kühler können mit der Zeit versotten, was zu unrundem Lauf, Leistungsverlust und Fehlercodes führt.

DPF — der Dieselpartikelfilter

Der Dieselpartikelfilter fängt die Rußpartikel aus der Verbrennung auf, sodass sie nicht in die Luft gelangen. Der Filter füllt sich langsam mit Ruß und muss durch Regeneration gereinigt werden: die Motorsteuerung hebt die Temperatur im Filter an, sodass der Ruß abbrennt und zu einer kleinen Menge Asche wird. Die Regeneration erfolgt oft automatisch während der Fahrt, aber viele kurze Fahrten oder Leerlauf können verhindern, dass der Filter auf Temperatur kommt — dann setzt er sich zu, und der Motor meldet einen Fehler.

SCR und AdBlue — chemische Entfernung von NOx

SCR steht für selektive katalytische Reduktion. Hier wird ein Additiv — AdBlue, eine wässrige Harnstofflösung — vor einem Katalysator in das Abgas eingespritzt. AdBlue gibt Ammoniak ab, das im Katalysator mit den Stickoxiden reagiert und sie in harmlosen Stickstoff und Wasser umwandelt. SCR ist sehr wirksam gegen NOx und ist ein Hauptgrund dafür, dass moderne schwere Dieselmotoren die Emissionsanforderungen einhalten können. Das setzt voraus, dass AdBlue im Tank ist und das Dosiersystem funktioniert.

Darauf solltest du achten

  • 01AdBlue ist ein Verbrauchsstoff — der Füllstand muss gehalten werden, und der Tank hat seinen eigenen Einfüllstutzen.
  • 02AdBlue kristallisiert und kann Düsen verstopfen; die Dosierung ist empfindlich gegenüber Verunreinigungen.
  • 03Ein verrußtes AGR-Ventil, ein verstopfter DPF oder ein Fehler im SCR-System führen typischerweise zu einer Warnleuchte und oft zu reduzierter Motorleistung.
  • 04Viele Fahrzeuge drosseln bei einem Fehler in der Abgasnachbehandlung bewusst die Leistung, um eine Reparatur zu erzwingen.
  • 05Verwende sauberes Werkzeug und saubere Behälter bei Arbeiten am AdBlue-System.

Wenn die Systeme zusammenhängen

EGR, DPF und SCR sind nicht unabhängig voneinander. Die EGR senkt NOx bereits im Motor, sodass das SCR nicht ebenso viel entfernen muss; eine gute Verbrennung ergibt weniger Ruß für den DPF. Ein Fehler an einer Stelle pflanzt sich fort: schlechte Verbrennung versottet den DPF, und ein defektes SCR ergibt zu hohe NOx-Werte. Der gute Fehlersucher sieht die Abgasnachbehandlung als Ganzes und verbindet das Symptom — Rauch, Leistungsverlust, Warnleuchte — mit dem richtigen Glied in der Kette.

Die Rolle des Mechanikers

Du musst Fehlercodes aus der Abgasnachbehandlung auslesen, den Zustand des DPF beurteilen, eine Regeneration korrekt durchführen oder anstoßen und die AdBlue-Dosierung kontrollieren können. Genauso wichtig ist, dass du dem Kunden erklärst, wie Fahrprofil und rechtzeitige Wartung die Systeme gesund halten. Eine korrekte Abgasnachbehandlung ist sowohl gesetzliche Pflicht als auch fachliche Verantwortung gegenüber der Umwelt.