Video und Grafik für soziale Medien
Formate, Aufbau und technische Anforderungen auf den großen Plattformen
Einleitung
Das Plakat hängt an einer Wand, aber ein Beitrag in sozialen Medien kämpft um Aufmerksamkeit in einem Feed, in dem der Daumen in weniger als einer Sekunde weiterscrollt. Das stellt andere Anforderungen an Grafik und Video: Die Botschaft muss sofort klar dastehen, auf einem kleinen Bildschirm, oft ohne Ton. Zugleich hat jede Plattform ihre eigenen Formate, für die der Inhalt produziert werden muss — nicht einfach hinterher zurechtgeschnitten.
Die drei Grundformate
Die allermeisten Inhalte für soziale Medien werden in drei Bildformaten produziert. Hochkant 9:16 (typisch 1080 × 1920 Pixel) ist der Standard für TikTok, Instagram Reels und Stories sowie YouTube Shorts — es füllt den ganzen Handybildschirm. Quadratisch 1:1 und leicht hochkant 4:5 werden in Feeds verwendet. Breitformat 16:9 ist der Standard für gewöhnliche YouTube-Videos und Präsentationen auf großen Bildschirmen.
| Format | Typische Auflösung | Wird verwendet für |
|---|---|---|
| 9:16 hochkant | 1080 × 1920 px | Reels, Stories, TikTok, YouTube Shorts |
| 1:1 / 4:5 | 1080 × 1080 / 1080 × 1350 px | Feed-Beiträge auf z. B. Instagram und Facebook |
| 16:9 Breitformat | 1920 × 1080 px | YouTube, Websites, Präsentationen |
Technische Videoanforderungen
Die großen Plattformen empfehlen Video generell als MP4 mit H.264-Videocodierung und AAC-Ton — das ergibt die beste Balance zwischen Qualität und Dateigröße und wird überall akzeptiert. Exportiere in der vollen Auflösung für das jeweilige Format und vermeide es, eine bereits komprimierte Datei mehrfach neu zu komprimieren, da die Qualität mit jeder Generation schlechter wird.
Die ersten Sekunden entscheiden alles
In einem Feed entscheidet sich der Zuschauer in den ersten ein bis drei Sekunden. Deshalb wird Social Video 'von vorne' aufgebaut: Das stärkste Bild, die wichtigste Aussage oder der fesselndste Clip kommt zuerst — nicht als klassische Einleitung, die sich aufbaut. Denke in einem Hook, der den Daumen stoppt, gefolgt vom eigentlichen Inhalt und einem klaren Abschluss mit Handlungsaufforderung: folgen, mehr lesen, kaufen.
Gestaltung für Ton aus — und für Bewegung
- 01Viele sehen Videos ohne Ton: Nutze Untertitel oder Text im Bild für alle tragenden Botschaften.
- 02Halte den Text groß und knapp — er muss auf einem Handybildschirm in Bewegung lesbar sein.
- 03Respektiere die 'sicheren Zonen' der Plattform: Schaltflächen und Benutzeroberfläche legen sich über die Ränder von 9:16-Videos.
- 04Verwende die Farben, Schrift und das Logo der Marke konsequent, damit der Absender selbst beim schnellen Scrollen erkennbar ist.
- 05Verwende Inhalte plattformübergreifend wieder, passe aber Format und Länge an — veröffentliche niemals dieselbe Datei unkritisch überall.
Motion Graphics: Grafik, die sich bewegt
Viele Social-Media-Inhalte sind weder reines Video noch Standbild, sondern animierte Grafik — Text, Logos und Illustrationen in Bewegung. Selbst einfache Animation kann eine Botschaft heben: ein Preis, der hochzählt, ein Logo, das sich aufbaut, eine Überschrift, die hereingleitet. Die Grundregeln sind dieselben wie in jedem anderen Design: Die Bewegung soll die Botschaft unterstützen, nicht stehlen, und Timing und Ruhe sind wichtiger als viele Effekte. Ein durchgezogener Griff wirkt stärker als fünf halbe.
Standbilder und Karussells
Grafische Beiträge folgen derselben Logik wie Video: eine Botschaft pro Bild, große Schrift und starker Kontrast. Karussells — mehrere Bilder in einem Beitrag — eignen sich für Schritt-für-Schritt-Inhalte und kleine Geschichten, bei denen jede Karte zum Weiterwischen verlocken soll. Sorge dafür, dass die erste Karte für sich allein funktioniert, denn sie ist das Einzige, was viele überhaupt sehen.
Schließlich gilt das gesamte grundlegende Handwerk weiterhin: die Rechte an Musik, Bildern und Texten müssen geklärt sein, und Personen im Inhalt müssen ihre Einwilligung gegeben haben. Dass etwas nur 'in den sozialen Medien liegen' soll, macht die Rechte nicht weniger real.
“In den sozialen Medien hast du eine Sekunde, um dir die nächsten zehn zu verdienen. Gestalte für die erste Sekunde.”
— Grundregel für Inhalte in Feeds