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Artikel·Pkw-Mechaniker·Sicherheit und Technologie

ADAS — Fahrerassistenzsysteme und Kalibrierung

Kameras und Radarsensoren müssen kalibriert werden, wenn du am Auto gearbeitet hast

Einleitung

ADAS steht für Advanced Driver Assistance Systems — Fahrerassistenzsysteme. Das umfasst alles vom automatischen Notbremsassistenten und adaptiven Tempomat bis zum Spurhalteassistenten und der Müdigkeitserkennung. Mit der EU-Sicherheitsverordnung 2019/2144 (General Safety Regulation) wurde ein Paket dieser Systeme verpflichtend: Die Anforderungen galten für neue Fahrzeugtypen ab Juli 2022 und für alle neu zugelassenen Fahrzeuge ab Juli 2024. Das bedeutet, dass die Fahrzeuge, die in den kommenden Jahren in die Werkstatt rollen, zunehmend Kameras, Radare und Sensoren haben, für deren einwandfreie Funktion DU verantwortlich bist, wenn das Fahrzeug die Werkstatt verlässt.

Was verlangen die EU-Regeln?

  • 01Intelligenter Geschwindigkeitsassistent (ISA), der warnt oder gegensteuert, wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten wird.
  • 02Erweiterter Notbremsassistent (AEB) — ab Juli 2024 mit der Anforderung, Fußgänger und Radfahrer zu erkennen.
  • 03Notfall-Spurhaltung / Spurhalteassistent.
  • 04Müdigkeitserkennung und Aufmerksamkeitswarnung.
  • 05Rückfahrerkennung (Kamera oder Sensoren) und Bremsnotlicht.
  • 06Unfalldatenspeicher (EDR) — die 'Blackbox' des Fahrzeugs, die Daten rund um eine Kollision speichert.

Die Systeme bauen auf einem Sensorsystem auf: Frontkamera hinter der Windschutzscheibe, Radar vorn und in den Ecken, Ultraschallsensoren in den Stoßfängern und zunehmend Kameras rundherum. Die Steuergeräte fusionieren Daten aus mehreren Sensoren, und deshalb genügt ein einziger falsch justierter Sensor, damit das ganze System falsch reagiert — oder abschaltet.

Warum Kalibrierung sicherheitskritisch ist

Eine Frontkamera, die um ein halbes Grad falsch zeigt, sieht die Fahrspur versetzt — und ein Radar, das nach einer Stoßstangenreparatur schief sitzt, schätzt Abstände falsch ein. Der Fehler ist im Alltag unsichtbar, bis das System reagieren muss. Deshalb schreiben die Fahrzeughersteller eine Kalibrierung vor, wenn bestimmte Arbeiten ausgeführt wurden, und es liegt in der Verantwortung der Werkstatt, sie durchführen und dokumentieren zu lassen.

Statische und dynamische Kalibrierung

MethodeSo läuft es abErfordert
Statische KalibrierungDas Auto wird exakt vor Messtafeln/Panels in der Werkstatt aufgestellt, und das System wird über ein Diagnosewerkzeug angelerntEbener Boden, korrekter Reifendruck, genaues Aufmaß, Maßtafeln des Herstellers
Dynamische KalibrierungDas System kalibriert sich während einer gesteuerten Probefahrt mit angeschlossenem DiagnosewerkzeugStraßenabschnitt mit deutlichen Markierungen, vorgeschriebener Geschwindigkeit und Witterungsverhältnissen
KombiniertManche Modelle erfordern beides in einer festen ReihenfolgeSowohl Ausrüstung als auch Probefahrt

Die Voraussetzungen sind die halbe Arbeit: korrekter Reifendruck, richtige Radstellung, keine Ladung im Fahrzeug und eine Aufstellfläche, die die Anforderungen des Herstellers an Platz und Licht erfüllt. Eine auf einem schiefen Boden ausgeführte Kalibrierung ist schlimmer als gar keine Kalibrierung, weil sie dem System einen falschen Bezugspunkt gibt — und Fahrer und Werkstatt eine trügerische Sicherheit.

Dokumentation und Fachlichkeit

Die Kalibrierung wird mit einem Bericht des Diagnosewerkzeugs abgeschlossen, der im Arbeitsauftrag gespeichert wird — er ist dein Nachweis dafür, dass das System in Ordnung war, als das Auto die Werkstatt verließ. Erkläre dem Kunden außerdem, was ausgeführt wurde und dass Assistenzsysteme die Fahrerin oder den Fahrer niemals von der Verantwortung befreien. Für dich als Auszubildenden ist ADAS einer der Bereiche, in denen sich der Beruf am schnellsten bewegt und in denen sich Wissen über die technologische Entwicklung — das auch die Kompetenzziele verlangen — im Alltag direkt auszahlt.

Das Auto bremst von selbst für einen Fußgänger — aber nur, wenn die Kamera die Welt so sieht, wie sie ist. Dein Handwerk ist es, das das sicherstellt.

ADAS-Instruktor, technische Weiterbildung