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Artikel·Fleischer·Arbeitsumfeld

Arbeitsumfeld, Sicherheit und Ergonomie für Schlachter

Scharfe Messer, Kälte, schweres Heben und hohes Tempo — so passt du das ganze Arbeitsleben lang auf dich auf

Einleitung

Du kannst in jeder Hinsicht ein messerscharfer Metzger sein — aber das hilft wenig, wenn der Körper nach zehn Jahren nicht mehr mitmacht. Das Arbeitsumfeld steht der Arbeit nicht im Weg; es ist das, was dafür sorgt, dass du weitermachen kannst. Hier sind die wichtigsten Dinge, die du im Griff haben solltest, vom ersten Tag im Ausbildungsbetrieb an.

Messer und Schneidgeräte

Scharfe Messer sind das wichtigste Werkzeug des Berufs — und die häufigste Ursache für Verletzungen. Paradoxerweise ist ein stumpfes Messer gefährlicher als ein scharfes, weil du stärker drückst und leichter abrutschst. Lerne, das Messer von dir weg zu führen, behalte im Blick, wo deine andere Hand ist, und benutze die Schutzausrüstung, die zur Aufgabe gehört, zum Beispiel einen schnittfesten Handschuh oder eine Stechschutzschürze, wo es relevant ist.

  • 01Halte die Messer scharf und in gutem Zustand
  • 02Schneide vom Körper weg und halte die Gegenhand in Sicherheit
  • 03Trage schnittfeste Handschuhe und eine Schürze, wo die Aufgabe es erfordert
  • 04Lege Messer sicher ab — niemals lose in ein Spülbecken mit Wasser

Wiederholte Bewegungen und Ergonomie

Viel Fleischerarbeit besteht aus denselben Bewegungen immer wieder, oft in hohem Tempo. Das belastet besonders Handgelenke, Ellbogen, Schultern und Rücken. Bei der Ergonomie geht es darum, die Arbeit so einzurichten, dass die Belastung kleiner wird: eine Arbeitshöhe, die zu dir passt, Abwechslung bei den Aufgaben und Pausen, in denen du dich dehnst. Sprich mit deinem Betrieb, wenn ein Arbeitsplatz falsch eingestellt ist — es ist seine Verantwortung, dir zu helfen, es richtig hinzubekommen.

Kälte und glatte Böden

Viele Schlachtbetriebe halten aus Gründen der Lebensmittelsicherheit niedrige Temperaturen, und Böden werden leicht rutschig. Kleide dich der Temperatur entsprechend, trage rutschfestes Schuhwerk und achte darauf, dass Kälte die Muskeln steifer und anfälliger macht — Aufwärmen und Bewegung bedeuten deshalb besonders viel.

Schweres Heben und Maschinen

Tierkörper, Kisten und Fleischblöcke können schwer sein. Nutze die vorhandenen Hilfsmittel — Hebezeuge, Wagen, Haken — statt mit dem Rücken zu ziehen. Bei Maschinen wie Sägen, Wölfen und Füllmaschinen gilt, dass du eingewiesen sein musst, bevor du sie benutzt, und dass Schutzabdeckung und Not-Aus keine Zierde sind. Nimm niemals Abkürzungen um Sicherheitseinrichtungen herum, um Zeit zu sparen.

Lärm, Gehör und das Psychische

In größeren Produktionen kann es Lärm geben, bei dem Gehörschutz nötig ist. Und denk daran, dass zum Arbeitsumfeld auch das Psychische gehört: Tempo, Einarbeitung und ein guter Ton im Team spielen eine Rolle dafür, ob man sich wohlfühlt. Ein Arbeitsplatz, an dem über Sicherheit gesprochen und aufeinander geachtet wird, ist einer, an dem man lange bleibt.

Dein Körper ist dein teuerstes Werkzeug. Davon bekommst du nur einen — pass auf ihn auf, als müsstest du ihn vierzig Jahre lang benutzen. Denn genau das musst du.