Verifikation ist nicht optional — sie ist eine gesetzliche Anforderung, die der autorisierte Betrieb durchführen muss, bevor die Installation unter Spannung gesetzt wird. Hier sind die Reihenfolge, die Messungen und die Dokumentationsanforderungen nach DS/HD 60364-6.
Einleitung
Alle neuen und geänderten elektrischen Installationen müssen verifiziert werden, bevor sie unter Spannung gesetzt werden. Die Verifikation besteht aus zwei Teilen: Besichtigung (ohne Spannung) und Erprobung (mit Messungen). Die Reihenfolge ist nicht zufällig — die Besichtigung muss immer zuerst durchgeführt werden. (Quelle: DS/HD 60364-6, elsikkerhed.dk/krav-til-verifikation)
A. Prüfung — ohne Spannung
Die Besichtigung ist eine visuelle und mechanische Kontrolle, die überprüft, ob die Anlage korrekt ausgeführt wurde, bevor Spannung angelegt wird. Zu den Kontrollpunkten gehören:
- 01Der Schutz gegen elektrischen Schlag ist intakt (Isolierung, Kapselung, Abstände).
- 02Brandschutz und Kabelwahl sind korrekt — z. B. halogenfreie Kabel in Fluchtwegen.
- 03Leiterquerschnitt und Qualität entsprechen der Dimensionierung.
- 04Auswahl und Einstellung der Schutzeinrichtungen (Sicherungen, RCDs) passen zum Stromkreis.
- 05Kennzeichnung und Dokumentation sind vorhanden (Stromlaufpläne, Schaltschranklabels).
- 06Erdungssystem und Ausgleichsverbindungen sind hergestellt.
B. Erproben — mit Messungen
Die Prüfung erfolgt mit Instrumenten und verifiziert die elektrischen Eigenschaften der Installation. Die Reihenfolge ist in der Norm festgelegt:
- 01Durchgängigkeit der PE-Leiter und der Ausgleichsverbindungen.
- 02Isolationswiderstand: mindestens 1 MΩ pro Stromkreis (verifiziert verschärfte Anforderung gemäß DS/HD 60364-6, Tabelle 6.1). (Quelle: elsikkerhed.dk/krav-til-verifikation)
- 03Polaritätsprüfung — Phase und Neutralleiter sind nicht vertauscht.
- 04RCD-Prüfung: 0,5× und 5× Bemessungsdifferenzstrom. Beispiel: Ein 30-mA-RCD wird bei 15 mA und 150 mA geprüft.
- 05Phasenfolge (3-phasige Anlagen).
- 06Spannungsfallmessung unter erwarteter Last — nicht nur berechnet, sondern gemessen.
- 07Funktionsprüfungen des gesamten Stromkreises.
Isolationswiderstand — Prüfspannung und Grenzwerte
Der Isolationswiderstand wird mit einem Isolationsprüfgerät (Megger) gemessen, das eine DC-Prüfspannung anlegt. Sowohl die Prüfspannung als auch die Mindestanforderung hängen von der Nennspannung des Stromkreises ab (Tabelle 6.1 / Tabelle 61 in DS/HD 60364-6):
| Die Nennspannung des Stromkreises | Prüfspannung (DC) | Mind. Isolationswiderstand |
|---|---|---|
| SELV und PELV | 250 V | 0,5 MΩ |
| Bis einschließlich 500 V (inkl. FELV) | 500 V | 1,0 MΩ |
| Über 500 V | 1000 V | 1,0 MΩ |
Gemessen wird zwischen den aktiven Leitern untereinander und zwischen aktiven Leitern und Erde/PE. Trenne empfindliche Elektronik und Überspannungsschutz (SPD) ab, die sonst ein falsch niedriges Ergebnis liefern oder durch die Prüfspannung Schaden nehmen können. (Quelle: DS/HD 60364-6, Tabelle 6.1 — im Web verifiziert.)
Schleifenimpedanz und erwarteter Fehlerstrom
Die Zs-Messung (Fehlerschleifenimpedanz) sagt aus, ob ein Fehler die Schutzeinrichtung schnell genug auslöst. Das Messgerät legt kurzzeitig eine bekannte Last an und misst den Spannungsfall. Aus Zs wird der zu erwartende Fehlerstrom berechnet:
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