Die Wahl des RCD-Typs für eine Ladestation ist in DS/HD 60364-7-722 gesetzlich festgelegt und hängt davon ab, ob die Ladebox über eine zugelassene DC-Fehlerstromerkennung verfügt. Typ AC ist verboten — und es ist nicht egal, ob du Typ A oder Typ B wählst.
Einleitung
Fehlerstromschutzschalter (RCD/HPFI) gibt es in mehreren Typen, und die Wahl des Typs ist für die Sicherheit entscheidend — besonders wenn Ladestationen für Elektroautos installiert werden. DS/HD 60364-7-722 setzt die normativen Anforderungen.
Übersicht der RCD-Typen
| Typ | Erfasst | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| AC | Sinusförmiger Fehlerstrom (Wechselstrom) | In Wohnungen und für Ladestationen in DK VERBOTEN |
| A | Sinusförmiger + pulsierender Gleichstrom | Standard in der Wohnung; Minimum für eine Ladestation MIT zugelassener DC-Blockierung |
| F | Typ A + bestimmte Frequenzumrichter | Installationen mit Frequenzumrichtern |
| B | AC + pulsierender + glatter Gleichstrom bis 1000 Hz | Erforderlich bei einer Ladestation OHNE zugelassene DC-Blockierung |
Wann Typ A — und wann Typ B?
Die Wahl hängt davon ab, ob die Ladebox über eine integrierte und zugelassene DC-Fehlerstromerkennung (RDC-DD) verfügt:
- 01Ladesäule MIT zugelassener DC-Sperre (RDC-DD ≤ 6 mA DC): Typ A (oder Typ F/Typ A-EV) ist ausreichend.
- 02Ladesäule OHNE zugelassene DC-Sperre: Typ B ist erforderlich. Typ B ist teurer (Richtwert ca. 1.500–3.000 DKK pro Stück, vat.dk), bietet aber vollen Schutz gegen glatte Gleichfehlerströme, die Elektroauto-Ladegeräte erzeugen können.
- 03Typ A allein für eine Ladestation ohne DC-Sperre ist ein unzureichender Schutz — unabhängig davon, was die Branchenpraxis vielleicht sagt.
Weitere Anforderungen an die Installation von Ladestationen (7-722)
- 01Separater Stromkreis — die Ladestation darf sich keinen Stromkreis mit anderen Verbrauchern teilen.
- 02Dedizierter RCD — nicht mit Stromkreisen geteilt, die keine Ladestationen sind.
- 03Gleichzeitigkeitsfaktor = 1 ohne Lastmanagement — dimensioniere für die volle Ladesäulenleistung.
- 04Mit Lastmanagement (dynamic load balancing) kann ein niedrigerer Faktor verwendet werden — siehe Herstellerdokumentation.
Kabeldimensionierung für Ladesäulen
| Leistung der Ladesäule | Mind. Cu-Querschnitt (Richtwert) |
|---|---|
| 1–3,6 kW | 2,5 mm² |
| 3,6–7,2 kW | 4 mm² |
| 7,2–11 kW | 6 mm² |
| 11–22 kW | 6 mm² * |
RDC-DD: 6-mA-DC-Erkennung
Warum überhaupt über DC-Fehlerströme sprechen? Weil das Ladegerät eines Elektroautos Leistungselektronik enthält, die im Fehlerfall einen glatten (reinen) Gleichfehlerstrom austreten lassen kann. Ein glatter DC-Fehlerstrom kann einen gewöhnlichen RCD vom Typ A blenden, indem er dessen Stromwandler sättigt, sodass dieser bei AC-Fehlern nicht mehr zuverlässig auslöst. Es gibt zwei zulässige Lösungen:
- 01Typ-B-RCD — erkennt selbst glatte DC-Fehlerströme und deckt das gesamte Spektrum ab.
- 02RDC-DD (Residual Direct Current Detecting Device) — ein in die Ladebox eingebauter Wächter, der abschaltet, wenn der DC-Fehlerstrom 6 mA übersteigt. Mit einem zugelassenen RDC-DD (≤ 6 mA DC) reicht ein vorgeschalteter RCD vom Typ A aus.
Dieser Mechanismus entscheidet über Typ A gegenüber Typ B (vgl. die Tabelle oben). Das Gerät wird auch RDC-PD genannt, wenn es eine eigenständige Schutzeinrichtung ist. (Quelle: DS/HD 60364-7-722.)
Lademodi (IEC 61851)
DS/EN 61851-1 definiert vier Lademodi nach Schutz- und Kommunikationsniveau:
| Mode | Beschreibung |
|---|---|
| Mode 1 | Direkt in eine normale Steckdose ohne Kontrolle/Kommunikation — für Elektroautos in DK nicht zulässig |
| Mode 2 | Gewöhnliche Steckdose mit Kontroll-/Schutzbox im Kabel (ICCB) — Notladung |
| Mode 3 | Dedizierte Wallbox mit Kommunikation (Control Pilot) — normales AC-Laden |
| Mode 4 | DC-Schnellladung, bei der der Gleichrichter in der Ladesäule sitzt |
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