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Erdung und Erdungssysteme

TN, TT und IT — und wie die Erdung schützt

2026-06-16·12 min Lesezeit

Das Netzsystem (TN, TT oder IT) bestimmt, wie der Sternpunkt der Versorgung und der PE-Leiter der Anlage mit Erde verbunden sind — und das beeinflusst die Anforderungen an Abschaltzeit, Impedanz und die Wahl der Schutzeinrichtungen.

Einleitung

Das Netzsystem gibt an, wie der Sternpunkt des Versorgungssystems mit Erde verbunden ist und wie die berührbaren leitfähigen Teile der Anlage geerdet sind. Das hat direkten Einfluss auf die Größe der Fehlerströme und damit auf die Anforderungen an Schutzeinrichtungen und Abschaltzeiten.

Die drei Grundsysteme

SystemVersorgungInstallationTypische Verwendung in DK
TN-SSternpunkt geerdetPE-Leiter durchgehend separatNeuere Wohn- und Gewerbebauten
TN-CSternpunkt geerdetPEN-Leiter (N und PE kombiniert)Ältere Installationen — in neuen nicht zulässig
TN-C-SSternpunkt geerdetPEN bis zu einem Punkt, danach separater PE/NÜbergang in einer bestehenden Anlage
TTSternpunkt geerdetBerührbare leitfähige Teile lokal geerdet (eigene Erdungselektrode)Im Freien/Schrebergarten/Campingplatz
ITSternpunkt isoliert oder über ImpedanzBerührbare leitfähige Teile geerdetKrankenhäuser, kritische Anlagen
TN-SLastPE als separater LeiterTTLastFehlerstrom über die Erdelokale Elektrode
Fig. TN-S vs. TT: i TN-S føres PE som separat leder tilbage til det jordede nulpunkt (lav impedans, sikring kan udkoble); i TT jordes installationen via en lokal elektrode, så fejlstrømmen må gennem jorden — derfor kræves RCD.

Abschaltzeiten (DS/HD 60364-4-41, 230 V)

RCD im TT-System

In einem TT-System ist die Höhe des Fehlerstroms durch den Widerstand des Erders begrenzt. Eine automatische Abschaltung allein über den Leitungsschutzschalter ist deshalb typischerweise nicht möglich, und es ist eine RCD erforderlich. Wahl des Bemessungsdifferenzstroms:

Ableitstromgrenze pro RCD-Stromkreis

Um ein unerwünschtes Auslösen durch summierte Ableitströme vieler Verbraucher zu vermeiden, gilt:

Der Erder — Bauarten und Ausführung

Das Netzsystem (TN/TT/IT) beschreibt die Verbindung zur Erde — aber die Erdverbindung selbst muss physisch mit einem Erder hergestellt werden. Die gängigen Bauarten:

  • 01Fundamenterder (Bewehrungserder) — Rund- oder Bandeisen, das in den Beton des Fundaments gelegt und mit der Bewehrung verbunden wird. Die haltbarste und bevorzugte Elektrode im Neubau.
  • 02Ringerder — ein Leiter, der in frostfreier Tiefe im Ring um das Gebäude verlegt ist.
  • 03Erdspieß (Tiefenerder) — ein oder mehrere Spieße senkrecht in den Boden geschlagen; wirksam dort, wo die tiefere Schicht feucht ist.
  • 04Banderder — ein waagerecht in einem Graben verlegtes Band, geeignet dort, wo Staberder nicht eingetrieben werden können.

Die Erder müssen korrosionsbeständig sein (feuerverzinkter Stahl, Kupfer oder nichtrostender Stahl) und einen ausreichenden Querschnitt haben. Die konkreten Mindestmaße und Werkstoffe für Erder und Erdungsleiter gehen aus DS/HD 60364-5-54 und — beim Blitzschutz — aus DS/EN 62305-3 hervor. Schlage die Maße in der geltenden Norm nach.

Erdausbreitungswiderstand — Anforderungen und Messung

Die wichtigste Eigenschaft des Erders ist sein Erdausbreitungswiderstand RA — je niedriger, desto besser kann ein Fehlerstrom abgeleitet werden. RA hängt vom spezifischen Erdwiderstand ab (feuchter Lehm ist niedrig, trockener Sand und Fels sind hoch) sowie von Größe und Tiefe des Erders. Er wird mit dem Spannungsabfallverfahren oder einem Erdschleifenverfahren gemessen.

Es gibt keine universelle RA-Anforderung: In TT-Systemen ergibt sich der zulässige RA daraus, welchen RCD man einsetzen möchte (siehe das Rechenbeispiel unten).

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