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Prüfung des FI-Schutzschalters (RCD)

Prüftaste und Messgeräteprüfung bei 0,5× und 5× Bemessungsfehlerstrom

Der Fehlerstromschutzschalter ist der wichtigste Schutz gegen elektrischen Schlag und muss im Rahmen der Prüfung sowohl funktional (Prüftaste) als auch mit Messgerät geprüft werden. Die Prüfung dokumentiert, dass der Schalter im Fehlerfall schnell genug abschaltet.

  1. Mit der Prüftaste auf Funktion prüfen

    Drücke die Prüftaste (T) am Schalter — er muss auslösen. Die Prüftaste prüft nur die Mechanik und sollte im Betrieb regelmäßig getestet werden, ersetzt aber keine Messung von Auslösestrom und -zeit mit dem Prüfgerät.

  2. Messgeräteprüfung vorbereiten

    Schließe das RCD-Prüfgerät an eine Steckdose des Stromkreises an (Außenleiter, Neutralleiter und PE müssen vorhanden und korrekt verbunden sein). Lies den Bemessungsfehlerstrom I_ΔN des Schalters ab — typischerweise 30 mA beim Personenschutz — bevor du die Prüfströme wählst.

    Typischer I_ΔN30 mA
  3. Bei 0,5× Bemessungsfehlerstrom messen

    Schicke einen Fehlerstrom von 0,5 × I_ΔN durch den Schalter. Er darf NICHT auslösen — sonst ist er zu empfindlich und führt im Betrieb zu Fehlauslösungen. Bei einem 30-mA-RCD entspricht das 15 mA.

    0,5× (30 mA)15 mA — darf nicht auslösen
  4. Bei Bemessungsfehlerstrom und 5× messen

    Erhöhe den Fehlerstrom danach auf I_ΔN und weiter auf 5 × I_ΔN und lies die Abschaltzeit ab. Bei 5 × I_ΔN muss der Schalter schnell auslösen. Bei einem 30-mA-RCD entspricht 5× dem Wert von 150 mA.

    5× (30 mA)150 mA — muss auslösen
  5. Mit den Abschaltzeiten abgleichen

    Prüfe die Abschaltzeit anhand der Anforderungen in DS/HD 60364-4-41: Im TN-System muss der Fehler bei 230 V innerhalb von 0,4 s abgeschaltet werden, im TT-System innerhalb von 0,2 s. Liegt die Zeit über dem Grenzwert, erfüllt der Stromkreis die Anforderung an die automatische Abschaltung nicht.

    TN-System≤ 0,4 s (230 V)TT-System≤ 0,2 s
  6. Auf beiden Halbwellen testen

    Wiederhole die Messung mit Prüfstrom, beginnend sowohl bei 0° als auch bei 180° der Sinuskurve. Die Abschaltzeit kann zwischen den Halbwellen variieren, und der langsamste Wert ist der, der die Anforderung erfüllen muss.

  7. Wieder einschalten und Ergebnisse notieren

    Schalte den Schalter wieder ein und trage Bemessungsdifferenzstrom, Typ und die gemessenen Abschaltzeiten (bei 0,5×, 1× und 5×) in den Prüfbericht ein. Fehlende Abschaltung ist ein kritischer Fehler, der sofort behoben werden muss.

    Ein RCD, der bei 5× nicht auslöst, ist gefährlich — tausche ihn aus, bevor die Anlage in Betrieb genommen wird.

Quelle

Erstellt nach DS/HD 60364-6 und DS/HD 60364-4-41 (Abschaltzeiten) sowie dem Fachartikel »Verifikation«.

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