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Pflanzenschutz, Unkraut und Sachkundenachweis für Spritzmittel

Die acht Grundsätze des IPM, Zertifikatsanforderungen und Unkraut ohne Chemie

2026-07-19·11 min Lesezeit

Pflanzenschutz ist gesetzlich geregelter Kernstoff: die acht IPM-Grundsätze, die Pflicht zum Sachkundenachweis für das Spritzen bei gewerblicher Anwendung, mechanische und thermische Unkrautbekämpfung sowie die wichtigsten Schädlinge und Krankheiten, denen der Garten- und Landschaftsgärtner begegnet.

Einleitung

Beim Pflanzenschutz geht es darum, Schädlinge, Pilzkrankheiten und Unkraut in Schach zu halten — heute gilt aber als Grundregel, dass Chemie das letzte Mittel ist, nicht das erste. Der Rahmen ist der integrierte Pflanzenschutz (IPM), und der Einsatz von Spritzmitteln ist gesetzlich geregelt und erfordert einen gültigen Sachkundenachweis. Ein Garten- und Landschaftsgärtner muss sowohl die Vorbeugung als auch die nichtchemischen Verfahren und die Vorschriften kennen.

IPM — integrierter Pflanzenschutz

IPM (Integrated Pest Management) ist in der EU nach der Richtlinie 2009/128/EG ein gesetzlich vorgeschriebener Rahmen. Der Gedanke ist, zuerst vorzubeugen, laufend zu überwachen und nur dann zu bekämpfen, wenn es notwendig ist — und dann möglichst ohne Chemie. Anhang III der Richtlinie stellt acht allgemeine Grundsätze auf:

  • 011. Schadorganismen vorbeugen und unterdrücken durch Artenwahl, gesunde und resistente Sorten, gute Hygiene (sauberes Werkzeug, gesundes Pflanzenmaterial) sowie ausgewogene Düngung und Bewässerung.
  • 022. Überwache Schadorganismen mit geeigneten Methoden — Beobachtung auf der Fläche und gegebenenfalls Warndienste.
  • 033. Entscheide anhand der Überwachung und nach Möglichkeit festgelegter Schadschwellen, ob und wann bekämpft werden soll.
  • 044. Bevorzuge nachhaltige biologische, physikalische und andere nichtchemische Methoden gegenüber chemischen, wenn sie ausreichend wirksam sind.
  • 055. Wähle das Mittel so gezielt und schonend wie möglich — möglichst geringe Nebenwirkungen auf Menschen, Nützlinge und Umwelt.
  • 066. Halte den Verbrauch auf dem Notwendigen: reduzierte Dosierungen, weniger Behandlungen, Teilbehandlung.
  • 077. Nutze Anti-Resistenz-Strategien — wechsle zwischen Mitteln mit unterschiedlicher Wirkungsweise, damit die Wirkung erhalten bleibt.
  • 088. Bewerte das Ergebnis anhand der Aufzeichnungen (Spritztagebuch) und eigener Beobachtungen und nutze die Erfahrung für die Zukunft.

Spritzzertifikat und -nachweis

Der berufliche Kauf und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erfordern eine persönliche Zulassung der Dänischen Umweltschutzbehörde (BEK Nr. 951 vom 26/06/2025). Für Garten- und Landschaftsbauer und Greenkeeper gibt es zwei: S1 berechtigt zu allen üblichen Ausbringungsverfahren und wird mit dem Spritzzertifikat (74 Stunden) erworben. S2 umfasst Hand- und Rückenspritze, Granulat und Streichverfahren und wird mit dem Hand- und Rückenspritzenzertifikat (14,8 Stunden) oder auf Grundlage eines Spritznachweises erworben. Die Zulassung steht im Register der Behörde (MAB), und der Händler prüft die Nummer, wenn du kaufst.

AnforderungS1-ZulassungS2-Zulassung
Deckt abAlle üblichen Ausbringungsverfahren (auch die von S2)Hand- und Rückenspritze, Granulat, Streichverfahren
GrundausbildungSpritzzertifikat, 74 Stunden (Anlage 2)Hand- und Rückenspritzenzertifikat, 14,8 Stunden (Anlage 3) — oder Spritznachweis
Gültigkeit4 Jahre ab dem Datum des Zertifikats (§ 5 Abs. 4)4 Jahre (§ 6 Abs. 4)
ErneuerungAuffrischungskurs, mindestens 7,4 Stunden (§ 23, Anlage 8)Auffrischungskurs, 3,7 Stunden (§ 23, Anlage 9)
Gebühr230 DKK für die vier Jahre (§ 15)230 DKK für die vier Jahre (§ 15)

Unkrautbekämpfung ohne Chemie

Auf Belägen und in Bepflanzungen lässt sich viel Unkraut ohne Pflanzenschutzmittel bewältigen. Die mechanischen und thermischen Methoden sind oft die erste Wahl — besonders auf öffentlichen Flächen:

MethodeWirkungsweiseGeeignet für
Hacke, Jäteisen, HandjätenMechanisch — schneidet oder reißt das Unkraut herausBeete, kleine Flächen, zwischen Pflanzen
Unkrautbürste (Motorgerät)Mechanisch — bürstet Unkraut und Wurzeln aus den FugenBeläge, Fugen, Bordsteine
Gasbrenner / FlammbehandlungThermisch — sprengt Zellen durch HitzeFugen und Beläge (auf Brandgefahr achten)
Dampf / HeißwasserThermisch — kocht das PflanzengewebeBefestigungen in empfindlicher Umgebung
Abdeckung / UnkrautvliesPhysisch — Licht und Wachstum werden verhindertNeue Beete, unter Rinde oder Hackschnitzeln

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