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Energetische Sanierung und nachträgliche Dämmung von Mauerwerk

Zweischaliges Mauerwerk, innen und außen — und die Feuchtefalle bei der Innendämmung

2026-07-19·11 min Lesezeit

Die nachträgliche Dämmung von Mauerwerk ist ein wachsender Teil des Fachs: Kerndämmung, Innen- und Außendämmung. Hier sind die drei Methoden, ihre Wärmebrücken und Feuchterisiken — und warum die Innendämmung diejenige ist, die am häufigsten schiefgeht.

Einleitung

Die Rolle des Maurers bei der energetischen Sanierung wächst mit der Klimaagenda: Jede kWh, die nicht durch die Außenwand verloren geht, zählt. Eine gemauerte Außenwand kann auf drei Arten nachträglich gedämmt werden — durch Füllen der Hohlmauer, durch Innendämmung oder durch Außendämmung. Die drei Methoden haben jeweils ihre eigenen Vorteile, Wärmebrücken und Feuchtefallen, und es ist vor allem die Feuchte, die darüber entscheidet, ob eine Nachdämmung ein Erfolg oder ein Schaden wird.

Drei Methoden

  • 01Kerndämmung — Dämmgranulat wird in den vorhandenen Hohlraum zwischen Vormauer und Hintermauer eingeblasen.
  • 02Nachträgliche Außendämmung — Dämmung außen auf der Fassade, abgeschlossen mit einem Putzsystem (ETICS) oder einer neuen Verblendschale.
  • 03Innendämmung — Dämmung auf der Innenseite der Außenwand; oft der letzte Ausweg, wenn die Fassade nicht verändert werden darf.

Kerndämmung

Viele ältere Häuser haben ein ungedämmtes oder nur teilweise gedämmtes zweischaliges Mauerwerk. Dämmgranulat — Mineralwollgranulat oder EPS-Perlen — wird durch Bohrlöcher in den Fugen eingeblasen. Das ist billig und schnell, setzt aber einen sauberen, zusammenhängenden Hohlraum ausreichender Breite ohne Mörtelbrücken voraus sowie eine dichte Vormauerschale, damit Schlagregen nicht über die neue Dämmung eine Feuchtebrücke zur Hintermauer bildet. Die Breite und Eignung des Hohlraums wird vor der Arbeit beurteilt (z. B. mit einem Endoskop).

Nachträgliche Außendämmung

Die Außendämmung ist technisch die beste Lösung: Sie packt die ganze Fassade ein, sodass Wärmebrücken an Geschossdecken und Fensterlaibungen fast verschwinden, und sie verschiebt den Taupunkt in die neue Dämmung hinaus — weg von der bestehenden Konstruktion —, sodass das Feuchterisiko im Inneren sinkt. Es gibt zwei Hauptabschlüsse: ein Putzsystem auf der Dämmung (Armierungsgewebe in Armierungsmörtel plus Oberputz, siehe »Verputzen«) oder eine neue Verblendschale vor der Dämmung mit Mauerwerksankern und belüftetem Hohlraum. Der Nachteil ist, dass sich das Erscheinungsbild der Fassade ändert — deshalb ist die Methode bei erhaltenswerten und denkmalgeschützten Fassaden oft ausgeschlossen (siehe »Restaurierung von altem Mauerwerk«).

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