Winter & Qualität
Wintermauerung — Maßnahmen bei Frost
Temperaturanforderungen, Mischwasser, Frostschutzmittel und Abdeckung
Mauerwerk darf nicht gefrieren, bevor der Mörtel ausreichend erhärtet ist. Unter +5 °C müssen daher Wintermaßnahmen getroffen werden: erwärmtes Anmachwasser, kürzere Verarbeitungszeit, frostfreie Abdeckung und — nur wenn das Projekt es zulässt — Frostschutzmittel. Die Anleitung fasst die zitierbaren Grenzwerte von Mur & Tag und Teknologisk Institut zusammen.
Beurteilen, ob Wintermaßnahmen nötig sind
Wintermaßnahmen werden empfohlen, wenn die Temperatur unter +5 °C fällt. Unterhalb dieser Grenze erhärtet der Mörtel zu langsam, und es besteht die Gefahr von Frostschäden im frischen Mauerwerk.
Grenzeunter +5 °CFür +5 °C in Untergrund und Materialien sorgen
Untergrund und Materialien müssen eine Temperatur von mindestens +5 °C haben, damit der Mörtel ausreichend schnell erhärten kann. Kalte Steine und ein kaltes Fundament entziehen dem Mörtel die Wärme — halte die Materialien bis zur Verwendung warm und trocken.
Min. Temperatur+5 °CAnmachwasser erwärmen — aber nicht zu stark
Das Anmachwasser kann erwärmt werden, um die Mörteltemperatur zu erhöhen, aber die Wassertemperatur darf 80 °C nicht überschreiten. Eine höhere Temperatur birgt die Gefahr einer ungewöhnlichen chemischen Reaktion im Bindemittel.
Max. Wassertemperatur80 °CMit kürzerer Verarbeitungszeit rechnen
Bei Kälte ist die Verarbeitungszeit des Mörtels kurz: ca. 1 Stunde bei −5 °C mit 20 °C warmem Mörtel in einer ungedämmten Wanne. Mische daher kleinere Mengen auf einmal und halte den Mörtel warm, bis er verwendet wird.
Gebrauchsdauerca. 1 Stunde bei −5 °CMauerwerk frostfrei halten, bis es ausgehärtet ist
Die Temperatur im neuen Mauerwerk muss über dem Gefrierpunkt gehalten werden, bis die Steine dem Mörtel so viel Wasser entzogen haben, dass der Wassergehalt auf höchstens 7–8 % gesunken ist. Erst dann ist die Gefahr von Frostschäden vorbei.
Wassergehalthöchstens 7–8 %Frostschutzmittel nur verwenden, wenn das Projekt es erlaubt
Frostschutzmittel (denaturierter Spiritus oder Ethanol/Isopropanol-Gemisch, max. 40 % Isopropanol) kann für Kalk- und Kalkzementmörtel mit mindestens 1 und höchstens 4 Litern pro 100 Liter Mörtel verwendet werden. Es darf jedoch nur eingesetzt werden, wenn es in den Projektunterlagen ausdrücklich erlaubt ist — und niemals trockenem Mörtel zugesetzt werden.
Dosierung1–4 L pro 100 L MörtelFrostschutzmittel ist keine kostenlose Abkürzung: Es darf nur verwendet werden, wenn die Projektunterlagen es erlauben, und nie in Trockenmörtel.
Mauerwerk wasserdicht abdecken
Decke frisches Mauerwerk bei Frost mit Wintermatte und Plane ab. Die Abdeckung muss wasserdicht und sicher befestigt sein, damit Regen und Schmelzwasser nicht eindringen und in der Konstruktion gefrieren.
Verfugen verschieben — oder auf besseres Wetter warten
Verschiebe das nachträgliche Verfugen, bis keine Frostgefahr mehr besteht. Kann das Mauerwerk trotz der Maßnahmen nicht frostfrei gehalten werden, sollte besseres Wetter abgewartet werden, statt weiterzumauern.
Quelle
Erstellt nach Mur & Tag (mur-tag.dk/udfoerelse/opmuring/vinterforanstaltninger/vejledning) und Teknologisk Institut «Vintermuring» (Jens Østergaard).