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Wintermauerung — Maßnahmen bei Frost

Temperaturanforderungen, Mischwasser, Frostschutzmittel und Abdeckung

Mauerwerk darf nicht gefrieren, bevor der Mörtel ausreichend erhärtet ist. Unter +5 °C müssen daher Wintermaßnahmen getroffen werden: erwärmtes Anmachwasser, kürzere Verarbeitungszeit, frostfreie Abdeckung und — nur wenn das Projekt es zulässt — Frostschutzmittel. Die Anleitung fasst die zitierbaren Grenzwerte von Mur & Tag und Teknologisk Institut zusammen.

  1. Beurteilen, ob Wintermaßnahmen nötig sind

    Wintermaßnahmen werden empfohlen, wenn die Temperatur unter +5 °C fällt. Unterhalb dieser Grenze erhärtet der Mörtel zu langsam, und es besteht die Gefahr von Frostschäden im frischen Mauerwerk.

    Grenzeunter +5 °C
  2. Für +5 °C in Untergrund und Materialien sorgen

    Untergrund und Materialien müssen eine Temperatur von mindestens +5 °C haben, damit der Mörtel ausreichend schnell erhärten kann. Kalte Steine und ein kaltes Fundament entziehen dem Mörtel die Wärme — halte die Materialien bis zur Verwendung warm und trocken.

    Min. Temperatur+5 °C
  3. Anmachwasser erwärmen — aber nicht zu stark

    Das Anmachwasser kann erwärmt werden, um die Mörteltemperatur zu erhöhen, aber die Wassertemperatur darf 80 °C nicht überschreiten. Eine höhere Temperatur birgt die Gefahr einer ungewöhnlichen chemischen Reaktion im Bindemittel.

    Max. Wassertemperatur80 °C
  4. Mit kürzerer Verarbeitungszeit rechnen

    Bei Kälte ist die Verarbeitungszeit des Mörtels kurz: ca. 1 Stunde bei −5 °C mit 20 °C warmem Mörtel in einer ungedämmten Wanne. Mische daher kleinere Mengen auf einmal und halte den Mörtel warm, bis er verwendet wird.

    Gebrauchsdauerca. 1 Stunde bei −5 °C
  5. Mauerwerk frostfrei halten, bis es ausgehärtet ist

    Die Temperatur im neuen Mauerwerk muss über dem Gefrierpunkt gehalten werden, bis die Steine dem Mörtel so viel Wasser entzogen haben, dass der Wassergehalt auf höchstens 7–8 % gesunken ist. Erst dann ist die Gefahr von Frostschäden vorbei.

    Wassergehalthöchstens 7–8 %
  6. Frostschutzmittel nur verwenden, wenn das Projekt es erlaubt

    Frostschutzmittel (denaturierter Spiritus oder Ethanol/Isopropanol-Gemisch, max. 40 % Isopropanol) kann für Kalk- und Kalkzementmörtel mit mindestens 1 und höchstens 4 Litern pro 100 Liter Mörtel verwendet werden. Es darf jedoch nur eingesetzt werden, wenn es in den Projektunterlagen ausdrücklich erlaubt ist — und niemals trockenem Mörtel zugesetzt werden.

    Dosierung1–4 L pro 100 L Mörtel

    Frostschutzmittel ist keine kostenlose Abkürzung: Es darf nur verwendet werden, wenn die Projektunterlagen es erlauben, und nie in Trockenmörtel.

  7. Mauerwerk wasserdicht abdecken

    Decke frisches Mauerwerk bei Frost mit Wintermatte und Plane ab. Die Abdeckung muss wasserdicht und sicher befestigt sein, damit Regen und Schmelzwasser nicht eindringen und in der Konstruktion gefrieren.

  8. Verfugen verschieben — oder auf besseres Wetter warten

    Verschiebe das nachträgliche Verfugen, bis keine Frostgefahr mehr besteht. Kann das Mauerwerk trotz der Maßnahmen nicht frostfrei gehalten werden, sollte besseres Wetter abgewartet werden, statt weiterzumauern.

Quelle

Erstellt nach Mur & Tag (mur-tag.dk/udfoerelse/opmuring/vinterforanstaltninger/vejledning) und Teknologisk Institut «Vintermuring» (Jens Østergaard).

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