Schwere Lastklassen (4–6) erlauben eine erhöhte Teilfläche, die weit mehr tragen kann, als die gleichmäßig verteilte Last vermuten lässt. Dafür gibt es aber eine Formel — und die muss man kennen, um das Gerüst weder zu überlasten noch zu unterschätzen. Hier ist das Prinzip mit einem durchgerechneten Beispiel.
Einleitung
Die Lastklassen 4 (3,0 kN/m²), 5 (4,5 kN/m²) und 6 (6,0 kN/m²) werden für schwere Arbeiten genutzt — Maurerarbeit mit großen Mörtelpaletten, Naturstein, Betonfertigteile. Für diese Klassen arbeitet DS/EN 12811-1 mit einem Begriff namens Teilflächenlast: eine begrenzte Fläche des Belags, die mit einer weit höheren Last belastet werden darf, als die Flächenlastklasse für sich genommen angibt.
Was ist eine Teilflächenlast?
Das Prinzip ist einfach: statt die Last gleichmäßig über die gesamte Deckenfläche zu verteilen, muss ein Teil der Fläche eine konzentrierte, erhöhte Last tragen — zum Beispiel eine Palette Mörtel, die auf einer Stelle der Decke abgesetzt wird. Die erhöhte Teilfläche (A_d) wird als Anteil r der gesamten Feldfläche (A) berechnet.
Die Formel
Die Berechnung erfolgt in drei Schritten (AT-Leitlinie 45.1, Anlage 1 / DS/EN 12811-1):
- 01A = Feldgröße (m) × Deckbreite b (m) → gesamte Feldfläche in m²
- 02A_d = r × A → zulässige Teilfläche in m²
- 03F_d_total (kN) = A_d × F_d (kN/m²) → die zulässige Gesamtlast auf der Teilfläche
Der Reduktionsfaktor r und die Teilflächenlast F_d variieren mit der Lastklasse:
| Lastklasse | Flächenlast q₁ (kN/m²) | Teilflächenreduktion r | F_d (kN/m²) |
|---|---|---|---|
| 4 | 3,0 | 0,40 | 5,0 |
| 5 | 4,5 | 0,40 | 7,5 |
| 6 | 6,0 | 0,50 | 10,0 |
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