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Fundament, Unterlage und Fußspindeln

So bekommt das Gerüst einen tragfähigen Stand

Das ganze Gerüst ruht auf wenigen Quadratzentimetern Fußplatte je Stiel — deshalb entscheidet sich die Stabilität unten am Boden. Die Anleitung behandelt die Beurteilung des Untergrunds, die Lastverteilung durch Unterlagsplatten, den richtigen Einsatz von Fußspindeln und warum der Bodendruck unter dem bleiben muss, was der Untergrund tragen kann.

  1. Tragfähigkeit des Untergrunds beurteilen

    Sieh dir an, worauf das Gerüst stehen soll: fester Belag, verdichteter Kies, Mutterboden oder frisch gegossener Beton tragen sehr unterschiedlich. Weicher, aufgeweichter oder frisch aufgefüllter Boden kann sich unter Last setzen. Bist du bei einem schweren Gerüst auf weichem Untergrund im Zweifel, muss der Bodendruck geotechnisch beurteilt werden (Eurocode 7) — die indikativen Bodendruckwerte im Rechner ersetzen keine Beurteilung des tatsächlichen Untergrunds.

  2. Unterlegplatten auslegen

    Auf allem außer hartem, ebenem Belag werden Unterlegplatten (Fahrplatten/Schwellensteine) unter die Fußplatten gelegt. Sie verteilen die konzentrierte Ständerlast auf eine größere Fläche, sodass der Druck pro m² sinkt und die Spindel nicht in den Untergrund einsinkt.

    Je weicher der Untergrund, desto größer die Platte — du senkst den Druck, indem du die Fläche vergrößerst.

  3. Die Lastverteilung verstehen

    Eine Bohle/Platte unter der Spindel verteilt die Last schräg nach unten in den Untergrund. Im Gerüstrechner wird mit einer Lastverteilung von 2:1 längs der Faser und 1:1 quer gerechnet, sodass die wirksame Aufstandsfläche größer wird als die Fußplatte selbst. Auf diese wirksame Fläche muss der Bodendruck verteilt werden — nicht nur auf den Abdruck der Platte.

    Lastverteilung2:1 längs · 1:1 quer
  4. Fußspindeln setzen und Höhe ausgleichen

    Die verstellbaren Fußspindeln gleichen Höhenunterschiede im Untergrund aus, damit der erste Rahmen im Wasser stehen kann. Die Spindel darf max. 0,20 m herausgedreht werden (BFA); braucht es mehr, wird der Untergrund planiert oder ein besonders hoher Sockel verwendet. Eine zu weit herausgedrehte Spindel verliert Stabilität und kann sich verformen.

    Max. Auskragung0,20 m
  5. Vollflächigen Kontakt sicherstellen

    Die Fußplatte muss flach und mit vollem Kontakt auf der Unterlage aufliegen. Liegt sie auf einer Ecke auf oder kippelt, konzentriert sich die gesamte Stützenlast auf einen Punkt, und sowohl Platte als auch Untergrund werden örtlich überlastet. Prüfe jede einzelne Fußplatte vor dem Aufbau.

    Eine kippelnde Fußplatte trägt nur auf einer Ecke — richte sie aus, bevor du weiterbaust.

  6. Von unten waagerecht und lotrecht aufbauen

    Mit eingestellten Spindeln wird die unterste Feldreihe genau ins Wasser und ins Lot gestellt und diagonal kontrolliert. Die Basis ist die Referenz für den gesamten Aufbau: Ein Fehler von ein paar Zentimetern unten wird oben zu mehreren Zentimetern Schiefstand.

    KontrolleWaage · Lot · Diagonale
  7. Prüfen, ob der Erddruck hält

    Der zulässige Bodendruck hängt von der Bodenart ab und ist Geotechnik (Eurocode 7 / DS/EN 1997) — kein fester Gerüstwert. Das Prinzip: Der Druck unter der Platte muss kleiner oder gleich dem sein, was der Untergrund tragen kann; sonst setzt sich das Gerüst. Bei schweren Gerüsten oder unsicherem Untergrund wird eine Fachperson hinzugezogen.

    AnforderungDruck ≤ Tragfähigkeit des Untergrunds
  8. Dokumentieren und bei der Prüfung wiederholen

    Notiere die Untergrundbeurteilung und eventuelle Unterlegplatten im QS-Protokoll. Das Fundament ist nach dem Aufbau nicht 'fertig': Bei der Prüfung wird kontrolliert, dass sich die Spindeln nicht gesetzt haben, dass die Kontaktfläche weiterhin voll ist und dass die 0,20-m-Grenze z. B. nach Regen weiterhin eingehalten wird.

Quelle

Erstellt nach DS/EN 12811-1:2004 (Mindestmaße der Fußplatte), BFA Bygge & Anlæg »Systemstilladser« (bfa-ba.dk) sowie dem Geotechnik-Prinzip in DS/EN 1997 (Eurocode 7).

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