Aufbau
Aufbau eines Fassadengerüsts
Vom Untergrund bis zum grünen Schild — die sichere Reihenfolge
Der gesamte Arbeitsablauf zum Aufbau eines Fassaden-/Rahmengerüsts im Rahmen der Gebrauchsanleitung des Lieferanten: vom tragfähigen Untergrund und den Fußspindeln Lage für Lage nach oben mit Belag, Seitenschutz und laufender Verankerung bis zur Aufbaukontrolle und Beschilderung. Die tragenden Maße (Lastklasse, Breitenklasse, Feldlänge, Ankerabstand) sind geplant und werden immer aus der Gerüstzeichnung und der Montageanleitung abgelesen.
Aufbauzeichnung lesen und Kolonne planen
Beginne mit der Gerüstzeichnung und der Aufbauanleitung des Lieferanten. Hier werden Lastklasse, Breitenklasse, Feldlänge, Lagenhöhe und Verankerungsplan festgelegt — das sind geplante Vorgaben, nichts, was man auf der Baustelle beurteilt. Kläre den Arbeitszweck (z. B. Maler-, Maurer- oder Dacharbeiten), damit die Lastklasse zur Aufgabe passt, und verteile die Aufgaben in der Kolonne, bevor ihr beginnt.
Eine Abweichung von der Montageanleitung erfordert eine statische Berechnung — baue niemals 'nach Erfahrung' ohne Nachweis.
Untergrund prüfen
Der Untergrund muss fest, eben und tragfähig sein. Ist der Boden weich oder uneben, werden Unterlagsplatten ausgelegt, damit sich die Last verteilt und die Spindeln nicht einsinken. Ein schiefes oder nachgebendes Fundament summiert Fehler bis ganz nach oben und ist eine häufige Ursache für Instabilität.
Eine schiefe Basis wird eine schiefe Spitze — nimm dir Zeit für den Unterbau.
Fußspindeln und Fußplatten platzieren
Stelle die verstellbaren Fußspindeln ein und gleiche damit Höhenunterschiede aus. Die Spindel darf höchstens 0,20 m ausgezogen werden (BFA) — darüber ist ein spezieller Fuß erforderlich oder der Untergrund muss eingeebnet werden. Die Fußplatte muss vollflächig auf dem Untergrund aufliegen, damit die volle Tragfähigkeit genutzt wird.
Max. Auskragung0,20 mKontaktflächevollflächig unter der FußplatteDie erste Feldreihe waagerecht und lotrecht aufstellen
Stelle die unterste Rahmen-/Stützenreihe genau waagerecht und lotrecht auf und prüfe diagonal. Die erste Reihe ist die Referenz für alles, was darauf aufgebaut wird — verwende Wasserwaage und Lot, nicht Augenmaß. Prüfe auch die Breitenklasse (W) anhand der Zeichnung: Sie hängt mit der Lastklasse zusammen.
KontrolleWaage · Lot · DiagonaleLage für Lage nach der Montageanleitung aufbauen
Montiere Felder, Riegel und Diagonalen in der Reihenfolge und mit den Verbindungen, die der Hersteller vorschreibt. Diagonalen/Aussteifungen werden nach dem Systemmuster gesetzt (typischerweise mindestens in jedem 5. Feld pro Lage als Überschlag — das genaue Muster steht in der Anleitung). Kontrolliere, dass alle Verriegelungen, Keile und Rosetten eingerastet sind, bevor ihr weiter nach oben geht.
Aussteifunggem. MontageanleitungArbeitsbeläge verlegen und gegen Abheben sichern
Lege die Beläge so aus, dass das Feld vollständig ohne gefährliche Öffnungen belegt ist. Jeder Belag wird mit mindestens einem Stopper/einer Klemme an beiden Enden gegen unbeabsichtigtes Abheben gesichert — ein loser Belag kann kippen, wenn man auf die Kante tritt, oder vom Wind angehoben werden.
Befestige Beläge an beiden Enden mit mindestens einer Sicherung — ein Belag, der sich anheben lässt, ist eine Falle.
Geländer in allen drei Ebenen montieren
Auf Arbeitsbelägen mit einer Absturzhöhe über 2 m wird ein vollständiges Geländer montiert: Handlauf 1,00 m über dem Belag, Knieleiste 0,50 m und Bordbrett mindestens 0,15 m hoch. Verwende zugelassene Geländerelemente mit Verriegelung — niemals Seile oder improvisierte Lösungen, die nicht als kollektiver Absturzschutz zählen.
Handlauf1,00 mKnieleiste0,50 mBordbrettmind. 0,15 mFortlaufend am Gebäude verankern
Die Verankerung verbindet das Gerüst mit der Fassade und nimmt Wind- und Kippkräfte auf. Sie muss FORTLAUFEND montiert werden, während nach oben gebaut wird — nicht erst am Ende. Gerüste im Freien über 10,5 m müssen verankert werden, und Ankertyp, -last und -raster richten sich nach den Herstelleranforderungen und der Planung. Netze oder Planen erhöhen die Windlast deutlich und erfordern mehr bzw. stärkere Anker.
Verankerung im Freien> 10,5 mAnkerplanLieferant + PlanungAbstand zur Fassade prüfen
Der Abstand zwischen Arbeitsbelag und Fassade darf max. 0,30 m betragen — und max. 0,10 m bei Maurer- und Putzarbeiten, bei denen man sonst mit dem Fuß oder Material in den Spalt geraten kann. Lässt sich die Grenze nicht einhalten (z. B. bei Versprüngen in der Fassade), muss ein Innengeländer montiert werden.
Max. Abstand0,30 mBeim Mauern/Putzen0,10 mZugangswege und lichte Höhe sichern
Richte einen sicheren Zugangsweg ein — Innentreppe, Leiter mit Rückenschutz oder Durchstiegsbelag —, damit niemand außen hochklettern muss. Wo das Gerüst über einen Durchgang führt, muss die lichte Höhe mindestens 1,9 m betragen (BFA), damit Personen darunter hindurchgehen können, ohne sich den Kopf zu stoßen.
Lichte Höhe am Durchgangmind. 1,9 mAufbaukontrolle durchführen
Bevor das Gerüst zur Nutzung übergeben wird, wird die schriftliche Aufbaukontrolle durchgeführt: Untergrund, Spindeln, Verbindungen, Beläge, Geländer, Verankerung, Abstand zur Fassade und Zugangswege. Befunde werden mit Datum und Namen des Prüfers im QS-Protokoll notiert, und eventuelle Mängel werden behoben, bevor das Gerüst freigegeben wird.
Die Kontrolle ist kein Papierkram — sie ist die letzte Chance, einen vergessenen Anker oder einen losen Belag zu entdecken.
Grünes Schild anbringen und übergeben
An Gerüsten über 2 m wird das grüne Sicherheitsschild gut sichtbar aufgehängt, mit Aufbaudatum, Lastklasse/zulässiger Belastung, Gerüsttyp, Datum der letzten Prüfung und aufbauendem Unternehmen. Das Schild zeigt den Nutzern, dass das Gerüst zur Benutzung freigegeben ist. Übergib gleichzeitig die Gebrauchsanleitung an den Arbeitgeber des Nutzers.
Schild erforderlich> 2 m
Quelle
Erstellt nach DS/EN 12811-1:2004, BEK nr. 428/2022 (tekniske hjælpemidler §93) sowie BFA Bygge & Anlæg »Systemstilladser« und »Opstilling og nedtagning af stilladser« (bfa-ba.dk).