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Einhausung mit Netz und Plane

Schutz vor Wetter — aber eine viel größere Windlast

Netze und Planen schützen vor Wetter und herabfallenden Teilen, machen das Gerüst aber zum Segel und erhöhen die Windlast — und damit die Verankerungskräfte — deutlich. Die Anleitung behandelt die Wahl zwischen Netz und Plane, wie die Segelfläche und die Windlast wachsen und warum die Standsicherheit neu berechnet werden muss.

  1. Klären, warum eingefasst werden soll

    Eine Einhausung kann dazu dienen, das Wetter fernzuhalten (Winterarbeit, Malerarbeiten, feuchtigkeitsempfindliche Arbeiten) oder herabfallendes Material aufzufangen. Der Zweck entscheidet, ob ein Netz ausreicht oder eine Plane nötig ist — und damit, wie stark die Windlast steigt.

  2. Netz oder Plane wählen

    Ein Netz schließt teilweise und lässt einen Teil des Windes durch; eine Plane schließt (fast) vollständig und fängt praktisch den gesamten Wind. Eine Plane schützt am besten vor Wetter, belastet das Gerüst aber weitaus stärker — wähle die am wenigsten geschlossene Lösung, die die Aufgabe erfüllt.

    Wähle die am wenigsten geschlossene Bekleidung, die die Aufgabe löst — jede zusätzliche Dichtheit kostet Verankerung.

  3. Verstehen, wie die Windlast wächst

    Die Windlast hängt vom Bekleidungsgrad ab. Im Gerüstrechner werden Richtwerte für Bekleidungsfaktoren φ von ca. 0,35 für offen, 0,50 für Netz und 1,00 für Plane verwendet. Ein mit Plane bekleidetes Gerüst kann also ein Mehrfaches an Wind fangen wie das offene — und die gesamte Kraft muss in die Verankerung abgeleitet werden.

    Offen (φ)≈ 0,35Netz (φ)≈ 0,50Plane (φ)≈ 1,00
  4. Segelfläche berechnen

    Die windangreifende Fläche wird vereinfacht als Grundfläche der Fassade (L × H) mal Bedeckungsfaktor φ und einem reduzierten Formbeiwert ψ (Richtwert ≈ 0,80 für offenes Gerüst) berechnet: A_sejl = A_plan × φ × ψ. Auf diese Fläche wirkt die Windlast.

    FormelA_Segel = A_Plan × φ × ψFormfaktor ψ (Richtwert)≈ 0,80
  5. Verankerung neu berechnen

    Man darf NIEMALS Netze oder Planen an ein Gerüst hängen, das als offen bemessen ist. Eine geänderte Bekleidung erfordert, dass die Standsicherheit und der Verankerungsplan neu berechnet werden — typischerweise mit mehr und/oder stärkeren Ankern, weil die horizontale Kraft gestiegen ist.

    Geänderte Bekleidung = neue Berechnung. Eine Plane an einem 'offenen' Ankermuster ist ein Kipprisiko.

  6. Windlast für die Bemessung korrekt berechnen

    Die orientierende Windkraft im Rechner macht nur die Größenordnung sichtbar. Die eigentliche Bemessung erfolgt nach DS/EN 1991-1-4 DK NA mit Geländekategorie, Böengeschwindigkeitsdruck und Exposition, und die Ankertragfähigkeit (R_anker) stammt aus dem Datenblatt des Lieferanten. Überlasse die maßgebende Berechnung der Planung.

    WindnormDS/EN 1991-1-4 + DK NA
  7. Wintereinhausung handhaben

    Muss bei Frost oder Regen gearbeitet werden, kann eine Wintereinhausung für den Arbeitsschutz erforderlich sein. Denke daran, dass eine vollständige Wintereinhausung so dicht wie eine Plane ist und damit die höchste Windlast ergibt — plane Verankerungen und eventuell zusätzliche Aussteifung entsprechend.

  8. Überwachen und bei Sturm entfernen

    Nach starkem Wind oder Unwetter muss das eingehauste Gerüst zusätzlich geprüft werden — hier waren die Kräfte am größten. Lose oder ausgefranste Einhausung fängt den Wind ungleichmäßig ein und muss instand gesetzt oder entfernt werden. Bei einer Sturmwarnung über das hinaus, wofür das Gerüst bemessen ist, kann es nötig sein, die Einhausung zu öffnen oder zu entfernen.

Quelle

Erstellt nach DS/EN 1991-1-4:2005 + DK NA (Windlast, Kraftbeiwerte für Planen und offene Gerüste), referenziert über die Anleitung von BFA Bygge & Anlæg zur Einhausung von Gerüsten (bfa-ba.dk).

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