Systeme & Abbau
Aufbau eines Fahrgerüsts / mobilen Zugangsturms
Von der Montage bis zum Verfahren — DS/EN 1004-1:2020
Das Fahrgerüst ist ein leichter, freistehender Turm auf Rollen für Arbeiten, bei denen man oft den Standort wechselt. Die Anleitung geht die sichere Reihenfolge durch: Untergrund, Montage von unten, Stabilitätsverhältnisse, maximale Höhen innen und außen, Ausleger, Rollenbremsen und die Regeln für Verfahren und Abbau.
Die Montageanleitung des Herstellers befolgen
Fahrgerüste sind durch DS/EN 1004-1:2020 geregelt, die EN 1004:2004 abgelöst hat. Maximale Plattformhöhe, zulässige Last und Stabilitätsverhältnisse sind herstellerspezifisch und gehen aus der Aufbauanleitung und der CE-/Typprüfungsdokumentation hervor — verwende diese, keine allgemeine Schätzung.
StandardDS/EN 1004-1:2020Untergrund prüfen
Der Untergrund muss eben, fest und tragfähig sein, und Räder oder Fußplatten müssen die volle Auflagefläche haben. Ein Fahrgerüst ist hoch und schmal — selbst eine kleine Neigung oder eine weiche Stelle beeinflusst die Stabilität merklich.
Turm von unten aufbauen
Baue den Turm von unten nach der vorgeschriebenen Montagemethode auf — meist 'through the trap' (Aufstieg durch die Durchstiegsklappe) oder 'advance guard rail', bei der das Geländer angebracht wird, bevor man die nächste Plattform betritt. So ist man während des gesamten Aufbaus geschützt.
Bringe das Geländer an, BEVOR du auf die nächste Ebene kletterst — nicht danach.
Standsicherheitsverhältnis einhalten
Als grobe Faustregel darf die Plattformhöhe H das 3-Fache des kleinsten Grundmaßes b nicht überschreiten (H ≤ 3·b). Das genaue Verhältnis, ab dem Ausleger/Ballast nötig werden, steht in der Höhentabelle des Herstellers — die Regel hier ist nur eine Überschlagsrechnung, um einen viel zu hohen, schmalen Turm zu erkennen.
Stabilität (Richtw.)H ≤ 3 × bUnter der maximalen Höhe bleiben
Die maximale Plattformhöhe nach DS/EN 1004-1:2020 beträgt 12 m im Innenbereich und 8 m im Außenbereich. Die Grenze ist draußen niedriger, weil der Wind am freistehenden Turm angreift. Musst du höher hinaus, ist ein Rollgerüst nicht die richtige Wahl.
Max. innen12 mMax. außen8 mAusleger ab ca. 3 m montieren
Ab ca. 3 m Plattformhöhe sind Ausleger (Outrigger/Stabilisatoren) Pflicht (BFA). Sie vergrößern die Standbreite des Turms und damit die Standsicherheit. Montiere sie nach Herstelleranweisung und kontrolliere, dass sie vollen Bodenkontakt haben.
Ausleger ab≈ 3 m PlattformhöheVor der Arbeit alle Räder feststellen
Bevor jemand hinaufsteigt und arbeitet, werden ALLE Rollen verriegelt — ohne Ausnahme. Prüfe auch, ob die innere Treppe/Leitersprossen montiert sind, damit niemand jemals außen am Turm hochsteigt.
Alle Räder jedes Mal verriegelt — ein einziges unverriegeltes Rad kann den Turm in Bewegung setzen.
Turm sicher versetzen
Räume die Plattform vor dem Verfahren vollständig von Personen, Material und Werkzeug — niemand fährt mit. Verfahre nur auf ebenem, festem Untergrund ohne Schwellen, Fugen oder Löcher und schiebe/ziehe am Grundrahmen, nie oben am Turm.
Keine Personen oder losen Teile auf dem Turm beim Verfahren — immer unten schieben.
Bei starkem Wind im Freien verankern
Freistehende Nutzung im Freien bei starkem Wind erfordert eine Verankerung oder den Abbau des Turms (BFA). Überschreite nie die zulässige Last/Lastklasse (typisch Klasse 3, 2,0 kN/m² — prüfe dies anhand der CE-Dokumentation des Herstellers).
Typische Lastklasse3 (2,0 kN/m²)In umgekehrter Reihenfolge abbauen
Baue den Turm in umgekehrter Reihenfolge des Aufbaus nach Anweisung des Herstellers ab. Beurteile beschädigte Elemente und sondere sie aus, notiere es im QS-Journal und lagere die Komponenten sortiert und trocken, damit sie nicht rosten oder sich verformen.
Quelle
Erstellt nach DS/EN 1004-1:2020 (Rollgerüste / fahrbare Arbeitsbühnen) und BFA Bygge & Anlæg »Rullestilladser« (bfa-ba.dk); genaue Grenzwerte werden anhand der Typprüfung des Herstellers geprüft.