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Tierwohl in der Praxis: Gesetzgebung, Transport und tägliche Fürsorge

Von den gesetzlichen Anforderungen bis zu Handhabung, Krankheitsmanagement und Transport lebender Tiere

Einleitung

Tierwohl ist sowohl eine fachliche als auch eine ethische und eine rechtliche Verpflichtung. In der dänischen Landwirtschaft ist die Behandlung von Tieren durch das Tierwohlgesetz (dyrevelfærdsloven) und eine Reihe von Verordnungen für die einzelnen Tierarten geregelt. Das Gesetz beruht auf dem Grundprinzip, dass Tiere Lebewesen sind, die verantwortungsvoll behandelt und vor unnötigem Leiden, Schmerz, Angst und dauerhaften Schäden geschützt werden müssen. Für den, der Tiere versorgt, reicht es nicht, die Vorschriften zu kennen — man muss sie in gute tägliche Praxis übersetzen können.

Der gesetzlich festgelegte Rahmen

Das Tierwohlgesetz legt die übergeordneten Pflichten fest: Tiere müssen fürsorglich behandelt, ihren Bedürfnissen entsprechend untergebracht, gefüttert und getränkt werden und die Möglichkeit zu natürlichem Verhalten haben. Über dem Gesetz gelten detailliertere Regeln für die einzelnen Arten und Produktionsformen — zum Beispiel zu Platz, Stalleinrichtung und Versorgung. Bestimmte Eingriffe dürfen nur von bestimmten Personen oder unter bestimmten Bedingungen vorgenommen werden, und bei schwerer Krankheit oder Verletzung besteht die Pflicht, eine Tierärztin hinzuzuziehen.

Medikamente, Behandlung und Dokumentation

Kranke Tiere müssen so schnell und schonend wie möglich behandelt oder, falls nötig, getötet werden. Die Anwendung von Arzneimitteln bei Nutztieren ist geregelt: Medikamente werden nach Anweisung des Tierarztes ausgehändigt und angewendet, und es besteht die Pflicht, Aufzeichnungen über Behandlungen zu führen. Wartezeiten — die Zeit, die vergehen muss, bevor Milch, Fleisch oder Eier eines behandelten Tieres als Lebensmittel verwendet werden dürfen — müssen eingehalten werden, damit keine Arzneimittelrückstände in den Lebensmitteln landen.

  • 01Notiere bei jeder Behandlung, welches Tier, welches Mittel, Dosis, Datum und Grund.
  • 02Halte die Wartezeit ein und kennzeichne behandelte Tiere, damit sie nicht zu früh geliefert werden.
  • 03Bewahre Medikamente korrekt und verschlossen auf und entsorge Reste und Verpackungen ordnungsgemäß.
  • 04Ruf den Tierarzt bei Zweifeln, bei ausbleibender Wirkung und bei einer anzeigepflichtigen Krankheit.

Umgang mit lebenden Tieren

Ruhiger und sicherer Umgang ist zugleich Tierwohl und Arbeitsschutz. Gestresste Tiere sind schwerer und gefährlicher zu handhaben, und ein grober Umgang kann Verletzungen und eine schlechtere Leistung verursachen. Verstehe die Fluchtzone und die natürlichen Bewegungsmuster der Tiere, nutze Treibgänge und Hilfsmittel statt Zwang und vermeide Schreien, Schläge und den unnötigen Einsatz von Treibhilfen. Guter Umgang beruht auf Geduld und Vorhersehbarkeit — Tiere, denen man ruhig und gleichbleibend begegnet, werden mit der Zeit leichter zu handhaben.

Transport lebender Tiere

Der Transport ist eine Belastung für die Tiere und daher gesondert geregelt. Nur transportfähige Tiere dürfen befördert werden — kranke, stark lahmende oder hochträchtige Tiere dürfen grundsätzlich nicht transportiert werden. Das Fahrzeug muss für den Zweck eingerichtet sein, mit ausreichend Platz, Belüftung und rutschfestem Untergrund, und die Tiere müssen vor extremer Hitze und Kälte geschützt werden. Bei längeren Transporten gelten verschärfte Anforderungen an Ruhe, Wasser und Futter, und der Fahrer muss in vielen Fällen einen besonderen Befähigungsnachweis haben.

  • 01Beurteile jedes Tier vor dem Verladen auf Transportfähigkeit.
  • 02Treibe ruhig und vermeide Überbelegung — die Platzanforderungen müssen eingehalten werden.
  • 03Sorge während der gesamten Fahrt für Lüftung und Schutz vor dem Wetter.
  • 04Halte die Papiere in Ordnung: Herkunft, Bestimmungsort und ggf. Transportdokumente.

Tierwohl endet nicht am Stallgiebel. Es begleitet das Tier den ganzen Weg — von Geburt und Versorgung über eine eventuelle Behandlung bis zu Transport und Lieferung — und wer in jedem Glied mit den Tieren zu tun hat, trägt die Verantwortung, es verantwortungsvoll zu tun.