Düngung und Nährstoffe: die Kultur richtig füttern
Der Nährstoffbedarf der Pflanze, Düngerarten und verantwortungsvolle Ausbringung
Einleitung
Pflanzen brauchen Nährstoffe zum Wachsen, so wie Tiere Futter brauchen. Beim Düngen geht es darum, die Nährstoffe zuzuführen, die der Boden selbst nicht in ausreichender Menge liefern kann, damit die Kultur einen guten Ertrag und eine gute Qualität bringt. Die Düngung muss aber treffen: zu wenig gibt einen niedrigen Ertrag, und zu viel kostet Geld und kann die Umwelt belasten.
Die Nährstoffe der Pflanze
Die Nährstoffe werden danach eingeteilt, wie große Mengen die Pflanze benötigt. Die Makronährstoffe werden in großen Mengen aufgenommen, während die Mikronährstoffe nur in kleinen Mengen gebraucht werden — aber sie sind ebenso notwendig.
- 01Stickstoff (N) — der wichtigste Wachstumsnährstoff, ist Bestandteil von Eiweiß und sorgt für grüne Blattmasse.
- 02Phosphor (P) — wichtig für Wurzelentwicklung, Energiestoffwechsel und Korn-/Samenbildung.
- 03Kalium (K) — stärkt den Wasserhaushalt und die Widerstandskraft der Pflanze.
- 04Schwefel, Kalzium und Magnesium — sekundäre Makronährstoffe mit jeweils eigener Funktion.
- 05Mikronährstoffe wie Bor, Mangan, Kupfer und Zink — in kleinen Mengen notwendig.
Mineraldünger und Wirtschaftsdünger
Mineraldünger ist industriell hergestellter Dünger mit einem bekannten und gleichmäßigen Nährstoffgehalt, der sich leicht genau dosieren lässt. Wirtschaftsdünger — Gülle, Jauche und Festmist — ist ein Nebenprodukt der Tierhaltung und eine wertvolle Nährstoffquelle, die dem Boden zugleich organisches Material zuführt. Der Gehalt im Wirtschaftsdünger schwankt stärker, deshalb ist es von Vorteil, ihn analysieren zu lassen, damit man den tatsächlichen Nährwert kennt.
Bodenproben und Feldplan
Um richtig zu düngen, muss man sowohl den Gehalt des Bodens als auch den Bedarf der Kultur kennen. Regelmäßige Bodenproben zeigen unter anderem den Reaktionswert (Kalkzustand) sowie den Gehalt an Phosphor und Kalium, und sie bilden die Grundlage für einen Feldplan, in dem man die Düngung Feld für Feld plant. Das Kalken reguliert den Säuregrad des Bodens, sodass die Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar sind.
Umweltbelange und Vorschriften
Die Düngung ist reguliert, weil vor allem Stickstoff und Phosphor in die Gewässer ausgewaschen werden und Sauerstoffmangel und Algenwachstum verursachen können. Der Landwirt muss nach einem Düngeplan arbeiten und Buch darüber führen, wie viel Stickstoff eingesetzt wird. Begriffe wie die Harmonieanforderung (wie viel Wirtschaftsdünger pro Fläche ausgebracht werden darf), Ausbringungszeiträume und die Pflicht zu Zwischenfrüchten sind Teil dieser Regulierung.
Die konkreten Grenzwerte und Fristen werden in der Düngegesetzgebung festgelegt und laufend aktualisiert. Als Landwirt muss man sich bei Behörden und Beratung über die geltenden Regeln auf dem Laufenden halten und die eigene Düngung korrekt dokumentieren.