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Nutztierhaltung: Versorgung, Tierwohl und Produktion

Gesunde Tierhaltung als Fundament einer guten landwirtschaftlichen Produktion

Einleitung

Die Nutztierhaltung umfasst die Versorgung und Produktion unter anderem von Rindern, Schweinen, Geflügel und Schafen. Unabhängig von der Tierart beruht gute Nutztierhaltung auf denselben Prinzipien: Die Tiere müssen Futter und Wasser haben, ein gutes Stallklima, die Möglichkeit zu natürlichem Verhalten und sie müssen frei von unnötigen Schmerzen und Stress sein. Gesunde, gut versorgte Tiere sind sowohl eine Frage des Tierwohls als auch die Voraussetzung für eine gute Produktion.

Tierwohl und die fünf Freiheiten

Ein grundlegender Begriff im Tierwohl sind ‚die fünf Freiheiten‘, die beschreiben, was Tiere brauchen. Sie dienen als Orientierungspunkt, wenn man das Wohlbefinden in einem Bestand beurteilt.

  • 01Freiheit von Hunger und Durst — Zugang zu frischem Wasser und passendem Futter.
  • 02Freiheit von Unbehagen — eine geeignete Umgebung mit Unterstand, Ruhe und Platz.
  • 03Freiheit von Schmerz, Verletzung und Krankheit — Vorbeugung und schnelle Behandlung.
  • 04Freiheit zum Ausüben normalen Verhaltens — Platz und Gesellschaft von Artgenossen.
  • 05Freiheit von Angst und Stress — Umgang ohne unnötige Belastung.

Fütterung

Die Fütterung muss den Bedarf der Tiere an Energie, Protein, Vitaminen und Mineralien decken und an Art, Alter und Produktionsstadium des Tieres angepasst sein. Wiederkäuer wie Rinder und Schafe verwerten Raufutter wie Gras und Silage, während Schweine und Geflügel typischerweise mit einer Mischung aus Getreide, Proteinquellen und Zusätzen gefüttert werden. Ein stabiles und sauberes Wasserangebot ist genauso wichtig wie das Futter selbst.

Tägliche Versorgung und Aufsicht

Eine tägliche Kontrolle ist entscheidend, um Probleme rechtzeitig zu entdecken. Man achtet darauf, ob die Tiere normal fressen und trinken, ob sie sich frei bewegen und ob es Krankheitsanzeichen gibt wie verminderte Fresslust, veränderten Kot, Lahmheit oder Absonderung von der Herde. Eine frühe Entdeckung erleichtert die Behandlung und verhindert, dass sich Krankheiten ausbreiten.

Krankheitsvorbeugung

Vorbeugen ist besser als behandeln. Gute Hygiene, saubere Ställe, korrekte Fütterung und ein niedriger Infektionsdruck halten den Bestand gesund. Biosicherheit — zum Beispiel, indem man den Zugang für Fremde begrenzt und sauberes Schuhwerk und saubere Geräte verwendet — verringert das Risiko, Krankheiten einzuschleppen. Bei Verdacht auf eine schwere oder anzeigepflichtige Krankheit wird der Tierarzt hinzugezogen.