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Die Rinderhaltung: Melken, Eutergesundheit und Milchqualität

Eine gute Melkroutine und laufende Überwachung als Fundament eines gesunden Bestands

Einleitung

In der Rinderhaltung ist das Melken die Handlung, die das ganze Jahr über mehrmals täglich wiederholt wird, und es ist zugleich die Aufgabe, bei der Routinen und Hygiene den größten Einfluss auf die Gesundheit des Tieres und die Qualität der Milch haben. Eine gute Melkroutine ist nicht bloß ein technisches Detail — sie ist die Grundlage für einen gesunden Bestand und eine stabile Milchproduktion.

Gute Melkroutinen

Nach der fachlichen Anleitung der Branche sind gute und gleichmäßige Melkroutinen entscheidend für eine gute Milchqualität. Die Routine muss der Kuh Zeit lassen, den Milchfluss in Gang zu bringen, und zugleich das Risiko minimieren, Bakterien zwischen den Tieren zu übertragen.

  • 01Saubere und trockene Zitzen vor dem Melken verringern das Risiko, Bakterien in die Melkanlage zu übertragen.
  • 02Die Vorbehandlung — zum Beispiel das Vormelken der ersten Strahlen und die Sichtkontrolle der Milch — deckt frühe Anzeichen einer Euterentzündung auf.
  • 03Eine feste, wiedererkennbare Reihenfolge und ruhige Handhabung führen zu weniger Stress und einem besseren Milchfluss.
  • 04Die Nachbehandlung der Zitzen (Dippen) schützt den Strichkanal vor Bakterien, bis er sich auf natürliche Weise wieder schließt.

Euterentzündung — die häufigste Krankheit

Die Euterentzündung (Mastitis) ist die am weitesten verbreitete Krankheit bei Milchkühen und einer der wichtigsten Gründe dafür, dass Tiere vorzeitig aus dem Bestand ausscheiden. Die Entzündung kann durch Ansteckung von anderen Kühen über die Melkanlage entstehen oder durch Erreger aus dem Umfeld des Tieres, zum Beispiel aus schmutziger Einstreu oder nassem Untergrund. Sowohl die Vorbeugung durch Hygiene als auch das schnelle Auffinden kranker Tiere sind entscheidend, um das Auftreten niedrig zu halten.

Zellzahl als Maß für die Eutergesundheit

Die Zellzahl — die Anzahl weißer Blutkörperchen pro Milliliter Milch — wird als zentrales Maß für die Eutergesundheit eines Bestands verwendet, weil die Zellzahl steigt, wenn das Euter infiziert ist. Laut Landbrugsinfo/SEGES ist das Ziel im dänischen Rindersektor eine durchschnittliche Zellzahl von 150.000, während der tatsächliche Landesdurchschnitt etwas höher lag. Eine niedrige und stabile Zellzahl ist deshalb ein wichtiger Anhaltspunkt dafür, ob Vorbeugung und Melkroutinen des Bestands funktionieren.

Melkroboter und laufende Überwachung

Ein großer Teil der dänischen und nordischen Milchviehbestände wird heute mit automatischen Melksystemen (AMS) gemolken, auch Melkroboter genannt. Hier wird die Milchqualität laufend von Sensoren überwacht, die unter anderem Zellzahl, Leitfähigkeit und Farbe der Milch aus jedem einzelnen Euterviertel messen, sodass abweichende Milch automatisch aussortiert werden kann und der Betriebsleiter ein frühes Signal über ein Tier bekommt, das gerade eine Euterentzündung entwickelt.

ParameterWas sie aussagt
ZellzahlGrad der Entzündung/Reizung im Euter
LeitfähigkeitVeränderte Salzbalance in der Milch, oft ein frühes Zeichen für Mastitis
Milchfarbe/-aussehenSichtbare Veränderungen, die auf eine akute Euterentzündung hindeuten
Melkzeit pro ViertelstundeKann ungleichmäßiges Ausmelken oder Schäden an der Zitze aufdecken

Von Daten zum Handeln

Daten aus dem Melkroboter sind nur nützlich, wenn ihnen in der Praxis nachgegangen wird: Tiere mit abweichenden Werten müssen kontrolliert werden, und wiederkehrende Probleme sollten näher untersucht werden, gegebenenfalls mit Hilfe der Tierärztin oder des Tierarztes. Gute Eutergesundheit ist deshalb ein Zusammenspiel aus vorbeugender Hygiene im Stall, einer festen Melkroutine und der systematischen Nutzung der Zahlen, die die Technik zur Verfügung stellt.

Milchqualität entsteht nicht im Tank — sie entsteht jedes einzelne Mal, wenn eine Zitze gereinigt, ein Melkzeug angesetzt und eine Kuh ruhig und gleichmäßig behandelt wird.

Fachliche Anleitung zum Melken und zur Milchqualität