Ökologischer Landbau: Regeln, Umstellung und Markt
Von der gemeinsamen Öko-Verordnung der EU bis zum roten Ø-Zeichen im Regal
Einleitung
Neben der konventionellen Landwirtschaft nimmt der Ökolandbau in der dänischen Landwirtschaft immer mehr Raum ein. Für den einzelnen Betrieb ist das nicht nur eine Frage der Anbaumethode — es ist auch ein Regelwerk, eine Zertifizierung und eine Marktposition, die andere Anforderungen stellen als der konventionelle Betrieb.
Was den ökologischen Betrieb kennzeichnet
Der ökologische Landbau beruht auf dem Prinzip, mit den eigenen Kreisläufen der Natur zu arbeiten, statt mit industriell hergestellten Hilfsmitteln auszugleichen. In der Praxis bedeutet das eine Reihe zentraler Unterschiede zum konventionellen Betrieb.
- 01Synthetischer Mineraldünger darf nicht verwendet werden — die Nährstoffe müssen stattdessen aus Wirtschaftsdünger, Kleegras, Zwischenfrüchten und der Fruchtfolge kommen.
- 02Chemische Pflanzenschutzmittel sind grundsätzlich nicht erlaubt; Unkraut und Schädlinge werden mechanisch, biologisch und über die Fruchtfolge bekämpft.
- 03Nutztiere müssen Zugang zu Außenflächen haben und in höherem Maß natürliches Verhalten ausüben können, als es die Mindestanforderungen der konventionellen Haltung verlangen.
- 04Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind in der ökologischen Produktion nicht erlaubt.
Die Rechtsgrundlage
Die ökologische Produktion in der EU wird heute durch eine gemeinsame Verordnung geregelt, die EU-Verordnung 2018/848, die 2018 verabschiedet wurde und am 1. Januar 2022 in Kraft trat. Die Verordnung legt die gemeinsamen Mindestanforderungen an Anbau, Tierhaltung, Verarbeitung und Kennzeichnung in allen Mitgliedsländern der EU fest, sodass eine ökologische Ware dasselbe bedeutet, egal wo in der EU sie erzeugt wurde.
Umstellung auf Ökolandbau
Ein Betrieb, der auf ökologische Wirtschaftsweise umstellen will, muss eine Umstellungsphase durchlaufen, in der der Boden nach den ökologischen Regeln bewirtschaftet wird, ohne dass die Erzeugnisse schon als voll ökologisch verkauft werden dürfen. Es wird ein Umstellungsplan erstellt, der die Produktion des Betriebs beschreibt und die Flächen und Gebäude einzeichnet, die einbezogen werden sollen. Ist die Umstellungsphase abgeschlossen, dürfen die Produkte als voll ökologisch verkauft werden.
Das rote Ø-mærke (dänisches Bio-Zeichen) und die Gruppenzertifizierung
Der Staat verleiht das Recht, das rote Ø-Zeichen zu führen, das dänische staatlich kontrollierte Bio-Siegel. Mit der neuesten EU-Verordnung wurde zudem eine Regelung zur Gruppenzertifizierung eingeführt, die es kleineren Landwirten leichter und günstiger macht, zertifiziert und auf ökologischen Betrieb umgestellt zu werden, weil die Kontroll- und Zertifizierungskosten in der Gruppe geteilt werden können.
| Werkstück | Konventionelle Landwirtschaft | Ökologischer Landbau |
|---|---|---|
| Düngung | Mineraldünger und Wirtschaftsdünger nach Düngeplan | Nur Wirtschaftsdünger, Klee und Zwischenfrüchte — kein synthetischer Mineraldünger |
| Pflanzenschutz | Chemische Mittel erlaubt nach den Regeln zu IPM und Sachkundenachweis | Chemische Mittel grundsätzlich nicht erlaubt |
| Der Auslauf der Tiere | Nach den Mindestanforderungen der Tierwohlgesetzgebung | Erweiterte Anforderungen an Außenbereiche und natürliches Verhalten |
| Kontrolle | Gewöhnliche Behördenkontrolle | Zertifizierung und mindestens jährlicher Kontrollbesuch von Landbrugsstyrelsen (der dänischen Landwirtschaftsbehörde) |
Markt und Wirtschaft
Für den einzelnen Landwirt ist die Entscheidung zur Umstellung auf Ökolandbau sowohl eine fachliche als auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Oft ergibt die ökologische Produktion einen geringeren Ertrag pro Hektar oder pro Tier, dafür aber einen höheren Abrechnungspreis, weil die Verbraucher Waren mit dem roten Ø-Zeichen nachfragen und mehr dafür bezahlen. Es erfordert neues Fachwissen — besonders über mechanische Unkrautbekämpfung, Fruchtfolge und vorbeugende Tiergesundheit —, damit die Wirtschaftlichkeit in einem ökologischen Betrieb aufgeht.
“Ökologischer Landbau ist nicht einfach konventionelle Landwirtschaft ohne Chemie — es ist eine andere Art, Fruchtfolge, Nährstoffe und Tierwohl zusammenzudenken.”
— Fachlicher Überblick zur Umstellung auf Ökolandbau