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Pflanzenschutz: Zulassung, Sachkundenachweis und IPM

Die fachlichen Anforderungen und die verantwortliche Praxis hinter jeder Anwendung von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln

Einleitung

Pflanzenschutzmittel — chemische Mittel gegen Unkraut, Pilze und Schädlinge — sind wirksame Werkzeuge, aber sie sind auch streng geregelt, weil sie Menschen, Nutztieren, Gewässern und Nützlingen schaden können. Sie beruflich kaufen und anwenden zu dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit: Es erfordert eine Ausbildung, eine gültige Zulassung und laufende Weiterbildung. Ein guter Landwirt weiß nicht nur, wie eine Feldspritze eingestellt wird, sondern auch, warum die Regeln so sind, wie sie sind, und wie man so wenig Mittel wie möglich einsetzt.

Ausbildung, Zertifikat und Zulassung

Um Pflanzenschutzmittel gewerblich anzuwenden, muss man eine Ausbildung bestanden haben und autorisiert sein. Die Autorisierung wird im Autorisierungssystem der Miljøstyrelsen (dänische Umweltbehörde), MAB, verwaltet, wo registriert wird, dass man die nötigen Qualifikationen hat. Händler dürfen professionelle Mittel nur an Personen mit gültiger Autorisierung verkaufen, sodass sie faktisch die Eintrittskarte sowohl zum Kauf als auch zur Anwendung der Mittel ist.

Die Qualifikation selbst wird über einen Kurs erworben, der mit einer theoretischen und einer praktischen Prüfung abschließt. Der theoretische Teil deckt unter anderem Gesetzgebung, Gesundheit, Umwelt und Dosierung ab; im praktischen Teil geht es um die korrekte und sichere Bedienung der Spritzausrüstung. Es gibt sowohl eine auf den Ackerbau ausgerichtete Ausbildung als auch eine gesonderte Regelung für Hand- und Rückenspritzen.

Nachverfolgung und Aufrechterhaltung der Qualifikation

In regelmäßigen Abständen muss man einen Auffrischungskurs absolvieren, um seine Zulassung zu erneuern. Der Kurs bringt auf den neuesten Stand zu neuer Gesetzgebung, neuen Mitteln und geänderter Praxis. Lässt man die Qualifikation auslaufen, darf man weder spritzen noch Mittel kaufen, bevor sie erneuert ist — und das kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass eine notwendige Behandlung nicht rechtzeitig durchgeführt werden kann. Prüfe deshalb die Gültigkeit rechtzeitig und buche die Auffrischung, bevor sie abläuft.

Integrierter Pflanzenschutz (IPM)

Integrierter Pflanzenschutz (IPM, Integrated Pest Management) ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Prinzip in der EU, das besagt, dass die chemische Bekämpfung der letzte Ausweg ist — nicht der erste. Man muss zuerst vorbeugen und überwachen und nur dann chemisch behandeln, wenn es notwendig ist, und zwar mit dem schonendsten geeigneten Mittel in der niedrigsten wirksamen Dosis. IPM baut auf einer Kette von Schritten auf:

  • 01Vorbeugen — Fruchtfolge, gesunde Sorten, gute Feldhygiene und richtige Saatzeitpunkte, damit die Probleme von Anfang an geringer werden.
  • 02Überwache — gehe das Feld durch und beurteile den tatsächlichen Befall, statt routinemäßig zu spritzen.
  • 03Entscheide — spritze nur, wenn die Schadschwelle erreicht ist und der Befall den Ertrag tatsächlich bedroht.
  • 04Wähle schonend — nutze mechanische, biologische oder anbautechnische Methoden, wo sie wirken, und wähle sonst das am wenigsten belastende geeignete Mittel.
  • 05Dosiere genau — verwende die niedrigste wirksame Dosis und vermeide unnötige Flächenbehandlungen.
  • 06Wechsle den Wirkmechanismus — variiere die Wirkungsweise der Mittel über die Zeit, um zu verhindern, dass Unkräuter, Pilze und Insekten Resistenzen entwickeln.
  • 07Evaluiere — bewerte die Wirkung und nutze die Erfahrung für die nächste Saison.

Pflichten, Dokumentation und Abstandsanforderungen

Mit der Anwendung sind eine Reihe von Pflichten verbunden. Du musst ein Spritztagebuch führen, das dokumentiert, was ausgebracht wurde, wo, wann, in welcher Dosis und wogegen. Das Etikett des einzelnen Mittels ist bindend: Es legt zugelassene Kulturen, Dosierungen, die Anzahl der Behandlungen, Anforderungen an die Schutzausrüstung und Abstandsauflagen zu Wasserläufen, Seen und empfindlichen Gebieten fest. Außerdem musst du die allgemeinen Abstands- und Abdriftregeln einhalten und die Fristen beachten, die vor der Ernte gelten.

Gesundheit und persönlicher Schutz

Die Anwenderin oder der Anwender steht in direktem Kontakt mit den Mitteln und ist daher selbst diejenige Person, die am besten geschützt werden muss. Lies die Anforderungen des Etiketts an persönliche Schutzausrüstung und verwende sie konsequent — typischerweise Handschuhe, Schutzanzug und bei Bedarf Atemschutz beim Anmischen, wo die Konzentration am höchsten ist. Lagere die Mittel verschlossen, getrennt von Futter und Lebensmitteln, und behandle leere Verpackungen und Reste nach den Vorschriften. Gute Arbeitshygiene — Hände waschen, verschmutzte Kleidung wechseln — ist fester Bestandteil des Fachs.