Schweinehaltung: Produktion, Seuchenschutz und Tierwohl
Von der Sauenhaltung bis zum Mastschwein — und warum der Seuchenschutz die gemeinsame Verantwortung der ganzen Branche ist
Einleitung
Die Schweinehaltung ist einer der großen Produktionszweige der dänischen Landwirtschaft und des Exports, und der Betrieb ist oft in klar getrennte Stufen gegliedert, in denen verschiedene Betriebe auf jeweils einen Abschnitt im Leben des Schweins spezialisiert sind. Zugleich ist die Schweinebranche besonders anfällig für schwere, ansteckende Tierseuchen, weshalb der Seuchenschutz eine gemeinsame und laufende Aufgabe der gesamten Branche ist.
Produktionsstufen in der Schweinehaltung
- 01Sauenhaltung — die Sauen werden besamt, ferkeln (gebären) und versorgen die Ferkel, bis diese abgesetzt werden.
- 02Ferkelerzeugung — die abgesetzten Ferkel wachsen weiter, oft auf einem anderen Betrieb, bis sie für den Mastschweinestall bereit sind.
- 03Mastschweineproduktion — die Schweine werden unter fester Überwachung von Zuwachs, Gesundheit und Futterverbrauch auf Schlachtgewicht gemästet.
- 04Integrierte Produktion — einzelne Betriebe decken mehrere oder alle Stufen unter einem Dach ab.
Seuchenschutz — Afrikanische Schweinepest
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Viruserkrankung, die für Menschen ungefährlich, für Schweine und Wildschweine aber tödlich ist und gegen die es keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Ein Ausbruch in Dänemark hätte sehr schwere Folgen für die dänische Schweineproduktion und den Export, und deshalb ist die Vorbeugung eine gemeinsame Aufgabe aller, die mit Schweinen zu tun haben — auch derer, die einen Betrieb nur besuchen.
- 01Zugangsbeschränkung und Hygieneschleusen, sodass Besucher vor dem Kontakt mit den Schweinen Kleidung und Schuhe wechseln.
- 02Vollständiges Verbot in der gesamten EU, Schweine und Wildschweine mit Küchen- und Speiseabfällen zu füttern, da Reste infizierten Fleisches ein bekannter Infektionsweg sind.
- 03Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen, Geräten und Ausrüstung, die mit anderen Beständen in Kontakt waren.
- 04Zäune und andere Maßnahmen, die den Kontakt zwischen Wildschweinen und dänischen Schweinebeständen begrenzen, darunter der Wildschweinzaun an der Grenze.
Schwanzkupieren und Tierwohlanforderungen
Schwanzbeißen unter Schweinen ist ein Tierwohlproblem, das historisch dadurch gehandhabt wurde, dass die Schwänze der Schweine routinemäßig kupiert (abgeschnitten) wurden. Die Regeln in diesem Bereich sind verschärft worden: Routinemäßiges Schwanzkupieren ist nicht erlaubt, und der Eingriff darf nur vorgenommen werden, wenn belegt werden kann, dass andere Maßnahmen nicht ausgereicht haben, um Schwanzbeißen zu verhindern. Das setzt voraus, dass der Bestand es zuerst mit verbesserter Umgebung und Beschäftigungsmaterial versucht.
- 01Die Schweine müssen Zugang zu Beschäftigungsmaterial haben, das sie untersuchen, bebeißen und in dem sie wühlen können.
- 02Die Stallumgebung — Platz, Klima und Einrichtung — muss natürliches Verhalten unterstützen und Stress verringern.
- 03Schwanzkupieren darf nur erfolgen, wenn andere vorbeugende Maßnahmen versucht und dokumentiert unzureichend geblieben sind.
- 04Schwanzbeißen und andere Tierwohlprobleme müssen erfasst werden, damit die Maßnahmen über die Zeit verfolgt werden können.
Tägliche Arbeit und Aufsicht
Der tägliche Betrieb erfordert eine systematische Kontrolle von Futter, Wasser, Klima und dem Verhalten der Tiere in jeder Produktionsabteilung. Anzeichen von Schwanzbeißen, Atemwegsproblemen oder verringertem Wohlbefinden müssen früh entdeckt werden, sowohl aus Gründen des Tierwohls als auch weil sich Krankheiten in einem dicht belegten Bestand schnell ausbreiten können. Wer mit Schweinen arbeitet, verbindet deshalb produktionsfachliches Wissen jeden Tag mit einem wachen Auge für Gesundheit und Infektionsschutz.
“Seuchenschutz ist nichts, was man macht, wenn das Risiko hoch ist — er ist eine feste Routine, bei der man niemals nachlässt.”
— Fachliche Anleitung zur Schweinegesundheit